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Die Berner Tageszeitung "Der Bund" hat ohne redaktionelle Zusammenarbeit wirtschaftlich keine Perspektiven. Darum werden nun zwei Kooperationen geprüft. Zum einen steht eine redaktionelle Zusammenarbeit zwischen "Bund" und "Tages-Anzeiger" zur Diskussion. Alternativ wird eine Zusammenführung der Redaktionen von "Berner Zeitung" und "Bund" geprüft. Projektleiterin und neue Verlagsdirektorin ad interim "Berner Zeitung" und "Der Bund" wird Uli Rubner (Bild). Die Hintergründe:
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Espace Media startet zwei Projekte zur Weiterentwicklung der beiden Berner Tageszeitungen. Im Projekt "TagesBund" wird eine redaktionelle Zusammenarbeit zwischen dem Bund und dem Tages-Anzeiger geprüft. Im Projekt "Berner Zeitung" & "Der Bund" prüft Espace Media, ein Teil von Tamedia, alternativ eine Zusammenführung der Redaktionen von "Berner Zeitung" und "Der Bund". Mit den Projekten sollen die beiden Berner Tageszeitungen vor dem Hintergrund rückläufiger Leserschaftszahlen und der Verlagerung der Werbeausgaben ins Internet auf eine nachhaltige publizistische und wirtschaftliche Basis gestellt werden, teilt Espace Media mit.
Dem Start der beiden Projekte ging eine mehrmonatige Analyse durch ein internes Projektteam mit Vertreterinnen und Vertretern aller Redaktionen und Verlage der abonnierten Tageszeitungen von Tamedia voraus. Aus den Analysen des Projektteams habe sich ergeben, dass "Der Bund" ohne eine weitergehende redaktionelle Zusammenarbeit mit einem anderen Titel wirtschaftlich keine Perspektive hat.
Seit dem Verkauf des "Bund" durch die damalige Verlegerfamilie 1992 waren insgesamt fünf Partner an der Tageszeitung beteiligt. Im Sommer 2007 stiessen NZZ und Publicitas ihre Anteile am "Bund" schliesslich an Espace Media ab. Laut Mitteilung ist es Espace Media mit dem Berner Modell in den letzten Jahren erstmals gelungen, den Bund nahe an die Gewinnzone heranzuführen. Voraussetzung für diese Entwicklung sei jedoch ein gutes wirtschaftliches Umfeld gewesen. Bereits das laufende Jahr werde "Der Bund" erneut mit einem deutlichen Verlust abschliessen, der nicht durch zusätzliche Einsparungen aufgefangen werden kann. Der aufgelaufene Verlust der letzten zwölf Jahre beträgt mehr als 30 Millionen Franken.
Projekt TagesBund und Projekt Berner Zeitung & Der Bund
Eine redaktionelle Zusammenarbeit zwischen dem "Bund" und dem "Tages-Anzeiger" wird im Projekt TagesBund geprüft. Ziel der Zusammenarbeit wäre es, der anspruchsvollen Leserschaft der beiden Titel einen gemeinsam erarbeiteten Mantel anzubieten. Denkbar wäre laut Espace etwa ein weitgehender Austausch von redaktionellen Inhalten oder eine in Teilen gemeinsame Ressortstruktur. Das Berner Modell mit zwei unabhängigen Tageszeitungen in einem Verlag würde in diesem Fall fortbestehen.
Im Projekt "Berner Zeitung" & "Der Bund" wird alternativ zum Projekt TagesBund eine Zusammenführung der Redaktionen von "Berner Zeitung" und "Der Bund" geprüft. Falls eine Zusammenarbeit von "Bund" und "Tages-Anzeiger" publizistisch und wirtschaftlich nicht tragfähig ist, sollen die Qualitäten und Gefässe von "Berner Zeitung" und "Der Bund" in die Zusammenarbeit einfliessen. Eine Zusammenarbeit müsste laut Espace die regionale Verankerung und die wirtschaftliche Zukunft der Berner Tageszeitungen langfristig sichern.
Die Verwaltungsräte von Tamedia und Espace Media Groupe sowie die Unternehmensleitung von Tamedia werden bis Ende des ersten Halbjahres 2009 entscheiden, welches der beiden Projekte in welcher Form realisiert wird. Beide Lösungen seien mit einem Abbau von Stellen verbunden, sagte Christoph Zimmer, Leiter Unternehmenskommunikation bei Tamedia auf Anfrage der SDA.
Uli Rubner wird Verlagsdirektorin ad interim Berner Zeitung und Der Bund
Die Leitung des Verlags von Berner Zeitung und der Bund übernimmt im Verlauf des Januars 2009 ad interim Uli Rubner. Die 49-Jährige wird zudem als Projektleiterin die beiden Projekte zur Zukunft der abonnierten Tageszeitungen in Bern mitgestalten. Uli Rubner, die als Leiterin des Bereichs Zeitschriften von Januar 2005 bis April 2008 Mitglied der Unternehmensleitung von Tamedia war, berichtet direkt an den Leiter ad interim des Unternehmensbereichs Espace Media, Martin Kall.
Wie aus einer internen Mitteillung, die "persoenlich.com" vorliegt, hervorgeht, besteht das Projektteam TagesBund neben Rubner als Leiterin aus Bruno Furrer (Controlling Medien), Paul Gallli (Lokalzeitungen und Anzeiger), Bernhard Köhli (Druckzentrum Espace Media), Andreas Strehle (stellvertretender Chefredaktor "Tages-Anzeiger"), Marcel Tappeiner (Verlagsleiter "Tages-Anzeiger") und Artur K. Vogel (Chefredaktor "Der Bund").
Das Projektteam Berner Zeitung & Bund, umfasst unter der Führung von Rubner die Mitglieder Markus Eisenhut (Co-Chefredaktor der "Berner Zeitung"), Bruno Furrer (Controlling Medien), Paul Gallli (Lokalzeitungen und Anzeiger), Michael Hug (Co-Chefredaktor der "Berner Zeitung"), Bernhard Köhli (Druckzentrum Espace Media) und Artur K. Vogel (Chefredaktor "Der Bund").
Ein Lenkungsausschuss bestehend aus Charles von Graffenried, Pietro Supino und Martin Kall wird die beiden Projekte ebenfalls begleiten.
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