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Sowohl Blick Online, NZZ Online, 20 Minuten Online als auch Tagesanzeiger.ch arbeiten mit den klassischen Internetwerbeformen wie Leaderboard, Banner, Rectangle, Skyscraper usw. Wie aber eine Analyse von PricewaterhouseCoopers Schweiz zeigt, wird sich Bannerwerbung künftig eher rückläufig entwickeln ("persoenlich.com" berichtete).
Zudem hat das Beispiel Deutschland gezeigt, dass die Verlegerportale nur ein kleines Stück am Kuchen der Bannerwerbung für sich gewinnen konnten. Bei der Analyse der Schweizer Nachrichtenportale konzentriert sich "persoenlich.com" darum auf die zusätzlichen kommerziellen Angebote und auf die Art, wie diese in den Online-Auftritt integriert sind.
Immer ausgehend von den Startseiten der Nachrichtenportale wurde darauf geachtet, welche kommerziellen Dienstleistungen schnell ins Auge stechen. Schliesslich muss der User während seinem üblichen Nutzungsverhalten auf die Angebote aufmerksam werden. Und gerade die aktuellen Zahlen von Net Metrix Audit zeigen, dass die durchschnittliche Verweildauer auf den untersuchten Nachrichtenportalen nur zwischen 7 und 8 Minuten liegt.
Blick Online
Im Menubalken von Blick Online integriert finden sich die Rubriken Specials, Gewinnspiele, Schnäppchen, Auto/Immo/Job und Singles. Beim Klick auf diese Rubriken öffnet sich ein Fenster mit Logos von verschiedenen Anbietern. Berührt man mit dem Mauszeiger die Logos erhält man eine Kurzerklärung zum Anbieter.
Folgt der User dem Link weiter, gelangt er eingebetet ins Layout von Blick Online zu den Angeboten und weiteren Informationen zum Thema. Wer ein Angebot oder eine Informationen dazu anschliessend nutzen will, wird auf die Original-Website des Anbieters geführt.
Bei den Anbietern handelt es sich sowohl um Firmen die Ringier gehören (Geschenkidee.ch) oder an denen das Medienhaus beteiligt ist (Betty Bossi) als auch um Fremdanbieter (Sunrise, Coop, Axa Bank). Bei Auto/Immo/Job kooperiert man mit der Scout24 Schweiz AG und Jobs.ch. Beim Boulevard-Portal arbeitet man auch mit "Top Angeboten" zwischen den Nachrichtenmeldungen.
NZZ Online
Auf NZZ Online findet man ebenfalls im Menubalken integriert Marktplätze und Shops. Die Navigation ist ähnlich aufgebaut wie bei Blick Online. Grosser Unterschied: Die Marktplätze und Shops sind in der Mehrzahl NZZ-Brands (NZZdomizil.ch, NZZexecutive, NZZ Shop, NZZ Parship usw.).
Die Angebote bestehen sowohl aus eigenen Produkten als auch solchen von Fremdanbietern. Allerdings werden die Fremdangebote nicht nur in einem ersten Schritt im Layout von NZZ Online angepriesen, sondern bleiben vom ersten Aufmacher bis zur Bestellung unter dem Dach der Marke NZZ.
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Interessanterweise arbeiten sowohl Blick Online als auch NZZ Online für ihr Datingangebot mit Parship.ch zusammen. Zu finden auf den Domains blick.parship.ch bzw. nzz.parship.ch.
20 Minuten Online
Auf 20min.ch sind die Marktplätze und Shoppingangebote auf der Startseite nicht auf Anhieb ersichtlich. Im Menubalken finden sich aber weit unten die Rubriken Shop und AutoImmoJob mit verschiedenen Marktplätzen. Dabei kann 20 Minuten auf Angebote von Dienstleistern zurückgreifen, welche Tamedia gehören (Homegate.ch, Jobwinner.ch, Piazza.ch). Die genannten Marktplätze sind unterhalb des Menubalkens auch nochmals mit Logo aufgeführt.
Beim Shop setzt man auf den eigenen Brand, aber nicht auf eigene Produkte. Verkauft werden Waren von allerlei Drittanbietern. Dem Gedanken eines klassischen Online-Shops kommt shop.20min.ch aber von den geprüften Nachrichtenportalen am nächsten. Von Fashion über Blumen bis zu Erotikartikeln kann alles bestellt werden. Dabei setzt man auch auf Cross-Promotion. So war am Mittwoch in der Printausgabe von 20 Minuten passend zum Angebot im Online-Shop ein Artikel über die Adidas-Tasche von Missy Elliot zu finden.
Tagesanzeiger.ch
Beim Online-Auftritt des "Tages-Anzeigers" -- als Teil des Newsnetzes erst letzten Sommer neu lanciert -- findet man bei der Navigationsleiste neben dem Abo-Service auch die Rubrik Marktplatz. Allerdings rechts am Rand nicht gerade an prominenter Stelle. Scrollt man auf der Startseite weiter nach unten finden sich rechts nochmals die Logos der Marktplätze und ganz am Ende werden die Anbieter erneut aufgelistet.
Klickt man diesen Marktplatz an, gelangt der User zu einem Logo-Friedhof mit aktiver Verlinkung zum jeweiligen Anbieter. Dabei handelt es sich wie schon bei 20 Minuten Online zu einem beträchtlichen Teil um Tamedia-eigene Dienstleister.
Fazit
Bei Blick Online und NZZ Online sind die kommerziellen Zusatzangebote am schönsten integriert, die Navigation ist benutzerfreundlich. Während einem die kommerziellen Angebote bei Blick Online am schnellsten ins Auge stechen, besticht NZZ Online mit dem einheitlichen Branding. Dem Gedanken eines klassischen Online-Shops ist man bei 20 Mintuen Online am nächsten gekommen. Diesen muss man aber zuerst einmal finden - ebenso wie die Marktplätze. Bei tagesanzeiger.ch hat wohl erst mal der Aufbau des Nachrichtenportals Priorität genossen. Die Integration von kommerziellen Zusatzangeboten erscheint noch nicht weit fortgeschritten. Sie gehen neben den News zurzeit noch völlig unter.
Obwohl die Nachrichtenportale von Tamedia in Sachen kommerzielle Zusatzangebote von der Präsentation her noch hinter Blick Online und NZZ Online herhinken, scheint gerade das Medienhaus an der Werdstrasse besonders gut für neue Online-Geschäftsmodelle gerüstet. Tamedia hat sich ein hübsches Portfolio an Online-Aktivitäten gekauft oder zunmindest Anteile erworben. Dazu zählen Online-Marktplätze, ein Jobportal, Ratgeberportale, ein Nightlife-Portal, Internet-TV, ein Suchportal und wie heute bekannt wurde neu auch eine Online-Fashionboutique.
(Text: Stefan Wyss)
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[12.02.2009 - 8.10 Uhr]
Pierre Rappazzo
Nachrichten dürfen nicht verschenkt werden! Die Währung des Lesers sind seine persönliche Daten. Daneben benötigen die Medien eine einfache Plattform, einfacher als Google Adwords, für Werbende um Text, Bild und Film zu plazieren. Die Kombination von Einfachheit und Zielgruppen garantiert den Erfolg. Pierre Rappazzo, Internet Pionier |
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[12.02.2009 - 10.37 Uhr]
Philipp Schaffner
... @Pierre Rappazzo: So viel ich weiss, ist die Tamedia noch immer Kundin bei Adtech www.adtech.de. Deren Adserving-Lösungen scheinen mir -- auf den ersten Blick -- relativ einfach handhabbar zu sein, siehe http://publisher.ch/fachzeitschrift.php?read_article=2585 (30.07.2008). |
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