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Zwischen Tagesanzeiger.ch und dem Schweizer Fernsehen herrscht Uneinigkeit über die Einbindung von SF-Beiträgen auf dem Nachrichtenportal ("persoenlich.com" berichtete). Nun hat mit Peter Studer ein Medienrechtsexperte diesen Fall beurteilt, der in seiner beruflichen Laufbahn sowohl Chefredaktor des "Tages-Anzeigers" als auch des Schweizer Fernsehens war.
Im Jusletter kommt der Jurist zum Schluss, dass der "Tagi" sich zwar keine Urheberrechtsverletzung vorwerfen lassen muss, dafür aber das Gesetzt über den unlauteren Wettbewerb verletzt. Dies weil die Übernahme der fremden Leistung kaum Kosten verursache und tagesanzeiger.ch aus der Übernahme einen unlauteren Wettbewerbsvorteil ziehe. Darum sei die freie Übernahme und Verwertung von SF-Fernsehbeiträgen durch Olineportale wettbewerbsrechtlich unlauter.
Auf Anfrage von "persoenlich.com" sagt Tamedia-Sprecher Christoph Zimmer: "Newsnetz hält sich an die Artikel 25 und 28 des Urheberrechts, die es im Rahmen einer aktuellen Berichterstattung oder zu Zitatzwecken erlauben, kurze Ausschnitte aus Presseartikeln sowie aus Radio- und Fernsehberichten zu übernehmen." Das Schweizer Fernsehen biete auf seiner Website Filmbeiträge mit Code zur Einbindung an. Durch Youtube sei der Gebrauch solcher Embed-Codes Usus geworden."
Zimmer räumt aber ein, dass auch Fehler begangen wurden: "Aus Gründen des Corporate Design wurden gewisse Beiträge im Tagi-Player abgespielt. Dabei war es technisch bis vor kurzem nicht möglich, das Logo des Tages-Anzeigers auszuschalten. Das wurde nun geändert." Zudem seien neue interne Weisungen aufgestellt und eine Schulung durchgeführt worden, um aufzuzeigen, wie mit fremden Video-Beiträgen umgegangen werden soll.
Flickr-Gruppe kritisiert Geschäftsgebaren
Aber nicht nur das Schweizer Fernsehen beschwert sich über die Praktiken von tagesanzeiger.ch. Auch auf dem Photo Sharing-Portal Flickr regt sich Widerstand gegen das Newsnetz, zu dem Tagi-Online gehört. Es wurde die Gruppe "Über Newsnetz: Please stop using Flickr pictures without asking" gegründet. Aufgeführt sind alle Bilder, die tagesanzeiger.ch "geklaut" hat. Dazu ist folgender Text zu finden:
"Seit Kurzem hat sich beim Newsnetz, einer zum Schweizer Verlagshaus Tamedia gehörigen Internetplattform, die Praxis eingebürgert, Bilder von Flickr zu kopieren und sie durch die Verwendung in Online-Artikeln kommerziell zu verwerten -- ohne aber die betroffenen Fotografen anzufragen, noch sie finanziell zu entschädigen. Dieses Geschäftsgebaren bildet einen Verstoss gegen den Geist und Wortlaut verschiedener Creative-Commons-Lizenzen und anderer Urheberrechtsvermerke. Wir, die Mitglieder dieser Gruppe, sind mit diesem Verhalten nicht einverstanden und bitten die Newsnetz-Redaktion höflich, damit aufzuhören."
Zimmer gibt zu, dass für einen Beitrag Bilder verwendet wurden, die der Autor auf Flickr gefunden hat. "Darauf haben sich zwei Fotografen beim Newsnetz gemeldet. Die Bilder wurden sofort entfernt und die Redaktion hat den Fotografen die beim Newsnetz übliche Entschädigung angeboten." Dass sich beim Newsnetz die Praxis eingebürgert haben soll, Content zu klauen und zu kommerzialisieren weist Zimmer aber vehement zurück: "Das Newsnetz bezahlt für Dienstleistungen von Bild-, Video- und Textagenturen jährlich einen fast siebenstelligen Betrag." (sw)
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[18.02.2009 - 13.03 Uhr]
Dom Dada
Bezüglich des Gebrauchs der Flickr-Bilder ist mitnichten alles in Minne, wie das Statement des Tamedia-Sprechers erscheinen lässt. So ist die angebotene, «bei Newsnetz übliche Enschädigung» ein Hohn, und längst nicht alle betroffenen Fotografen wurden entschädigt, geschweige denn kontaktiert, wie im folgenden Artikel dargelegt wird:
Urheberrechtsverstösse bei Tamedia: Verhaltene Reue bgzl. Flickr-Bildern
http://www.courantnormal.ch/blog/flickr-kein-einlenken-bei-newsnetz |
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