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Die Beziehung zwischen der Migros und Tamedia ist um ein bemerkenswertes Kapitel reicher geworden. Hat man sich bei "20 Minuten" mit dem Detailisten nicht über die Werbetarife einigen können, scheint man sich beim "Magazin" des "Tages-Anzeigers" auf der ganzen Linie mit der Werbeabteilung der Migros verstanden zu haben.
Die neueste Ausgabe des "Magazins" zeigt von Seite 8 bis 62 ein Bilder-Portfolio, welches das Studio Achermann im Auftrag der Migros für den diesjährigen Geschäftsbericht produziert hat. Umgeben ist die Bildergeschichte von einem ganzseitigen und einem doppelseitigen Inserat auf der aufschlagbaren Titelseite, sowie einer ganzseitigen Anzeige auf der vierten Umschlagseite. Dies bei einem Gesamtumfang des Heftes von 68 Seiten. Viel mehr als die Migros-Seiten enthält "Das Magazin" Nr. 16/2009 also nicht.
Canonica: Es wurde keine Grenze überschritten
Lässt sich das "Magazin" jetzt so billig kaufen? Chefredaktor Finn Canonica auf Anfrage von "persoenlich.com": "Wir sind selbst auf Christian Kämmerling ( Co-Autor M-Geschäftsbericht) zugegangen, nachdem er uns die Fotoarbeit mal ganz beiläufig gezeigt hat. Wir baten ihn, bei Migros zu klären, ob wir die Arbeit drucken können. Zumal die Fotografen auch regelmässige Magazin-Fotografen sind." Von einem "sich kaufen lassen" könne keine Rede sein. Die Migros habe das OK gegeben und sich dann entschieden, ihre Anzeigen zu plazieren. "Sie bezahlte den normalen Anzeigenpreis plus Aufschlag für ein festeres Cover."
Canonica findet auch nicht, dass die Grenze zwischen redaktionellem Teil und Anzeigen überschritten worden sind. "Aus journalistischer Sicht habe ich keinerlei bedenken. In den Zitaten der Portraitierten wird die Migros nur ein einziges Mal erwähnt, wir wollten die Nennung herausredigieren, aber der Schauspieler Anatol Taubmann bestand darauf. Ich sehe keinerlei Grenzüberschreitung -- das Heft hat noch viele andere Anzeigen, deren Auftraggeber keinerlei Probleme mit dem Inhalt des Heftes haben."
Die Zeitschrift "persönlich blau", die wie das Online-Portal "persoenlich.com" vom persönlich Verlag in Rapperswil herausgegeben wird, zeigt in ihrer neuesten Ausgabe ebenfalls einen Teil der Bilder aus dem Migros-Geschäftsbericht. Allerdings weit weniger ausführlich, nicht als Titelgeschichte und auch nicht umgeben von teurer Werbung.
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[17.04.2009 - 21.03 Uhr]
Denicola Decosta
Dann hat die Migros gleich auch noch die Ferien der unterbeschäftigten Redaktion bezahlt? Das Magazin geht vor die Hunde, aus der anspruchsvollen Wochenendbeilage wird ein schön bebildeter Werbeprospekt. Das ist M wie Müll - wegwerfen. |
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[18.04.2009 - 10.22 Uhr]
Pierre Rappazzo
Wir von SORGIM bemerken diesen Schulterschluss in Form von Zensur bei den Kommentaren im Tages-Anzeiger Online. Pierre Rappazzo, Präsident SORGIM |
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[20.04.2009 - 15.08 Uhr]
Fuchs Philipp
Ich traue den Statements und gehe davon aus, dass das MAGAZIN wirklich an den künstlerischen Wert dieser Fotoarbeiten denkt und es so gelaufen ist, wie beschrieben. Trotzdem sollte gerade eine Publikation wie das MAGAZIN besonders sensibel bei solchen Entscheiden sein. Ich hätte das nicht gemacht, der Schaden ist zu gross - denn ich habe das Gefühl, dass viele Leute das gesamte Heft eher als "Migros-Ausgabe" sehen und damit nicht so, wie es Finn Canonica erhofft. |
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