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Im November 2007 wollte das Startup Youme.net ohne grosse Ankündigung seinen Betrieb aufnehmen, bis ein Blogger dem Projekt auf die Schliche kam und es publik machte. Fast zwei Jahre später wurde das Internetprojekt, an dem Ringier finanziell beteiligt ist, ebenfalls ohne grosse Worte still und heimlich eingestellt. Wie Ringier-Sprecher Stefan Hackh gegenüber "persoenlich.com" bestätigt, sei die Mitmach-Plattform vorläufig auf Eis gelegt. Inhaltlich könnten die User die Plattform zwar weiterhin nutzen, moderiert und aktiv begleitet werde die Seite seit anfangs Jahr allerdings nicht mehr. Das Projekt generierte zuwenig Interesse, lautet das offizielle Statement.
Youme.net: Das war ein ehrgeiziges Onlineunternehmen, das die Schweizer Webszene aufmischen wollte. Es war eine eigene Interpretation der bekannten US-Vorbilder MySpace und YouTube. Mit Hilfe diverser Mitmach-Tools konnten sich die User kreativ in Szene setzen. Einzigartig war die mehrköpfige Redaktion, die in einem mobilen Glaskubus mit den Usern lokal zusammenarbeitete und Gleichgesinnte aktiv vernetzte. Ursprünglich beabsichtigten die Ringier-Medienmanager eine "crossmediale Plattform".
Ringier-Konzernsprecher Marco Castellanetta sagte kurz nach dem offiziellen Start: "Das Experiment entspricht der Ringier-Strategie, die stark auf digitale Kanäle setzt. Das intelligente Verknüpfen von digitalen Inhalten komplimentiert die crossmediale Medienkompetenz." Im Klartext: Den Machern schwebte vor, die Beiträge über verschiedene Kanäle wie Fernsehen oder Print zu streuen, und den usergenerierten Inhalt zu verkaufen. In den aktiven Jahren ist dies den Schweizer Web-2.0-Pionieren jedoch nur in einem überschaubaren User-Kreis gelungen. Das Vorhaben kann man als gescheitert bezeichnen.
Und was hat Ringier mit der Plattform heute vor? Wie die Medienstelle auf Anfrage sagt, lasse man die Seite online, nehme aber kein Geld mehr in die Hand. Ringier unterstützte das Projekt mit einer Summe im sechsstelligen Bereich. Obwohl sich das Web-Experiment finanziell nicht als Goldgrube entpuppte, profitiert Ringier heute vom technologischen Fortschritt. Wie der ehemalige Youme.net-Verantwortliche Marcel Meier auf Anfrage sagt, sei die Web-Technologie mit dem Namen "sieme.net" mittlerweile an verschiedenen Orten im Einsatz. So würden News1.ch (ein Gemeinschaftsprojekt der "Aargauer Zeitung", "Schaffhauser Nachrichten", "Neue Luzerner Zeitung", "St. Galler Tagblatt", "Südostschweiz" und die Zürcher Landzeitungen), die "Blick am Abend Community", ChreisGleis.tv und die frisch lancierte "Gesundheit Sprechstunde"-Webseite auf der Youme.net-Technik basieren.
Youme.net-Erfinder Marcel Meier arbeitet heute als CEO des Mystery Parks Interlaken. Allerdings befristet. Denn obwohl seine Social-Media-Idee im Schweizer Markt wenig Interesse fand, hat der Internetpionier keineswegs die Freude am Web verloren. Wie er gegenüber "persoenlich.com" sagt, haben er und ein Geschäftspartner die Firma Allerlei Medien gegründet, welche in nächster Zeit drei Internet Startups an den Start bringt. (cl)
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