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Armin Walpens Kartenhaus fällt nun zusammen, und das ist gut so. Alles andere als ein Rückzug wäre ein Affront gewesen. Der begnadete Lobbyist wusste, dass er es als Sesselhocker nicht noch länger geschafft hätte. Dazu ist der angerichtete Schaden schlicht zu gross und sein öffentliches Image definitiv ramponiert. Ähnlich wie Revolutionen frisst auch das Chaos-Management am Ende seine eigenen Kinder.
Dies ist nun der Moment, wo weiterer Schaden für die von uns allen finanzierte SRG verhindert werden muss. Aber Armin Walpen will noch alle wichtigen Ämter besetzen, bei dem ihm in letzter Zeit das Personal weggebrochen ist. Das darf nicht geschehen. Der neue und nicht der alte Generaldirektor muss die Möglichkeit haben, sein Topmanagement zu bestimmen, d.h. den Superdirektor und selbst die nächste Hierarchiestufe. Das ist eine eigentlich selbstverständliche Grundregel von "Corporate Governance", die auch für das juristisch seltsame Gebilde SRG gelten sollte.
Aber Armin Walpen hat natürlich andere Absichten. Er will nicht nur kurz vor seinem Abgesang die Struktur der SRG grundlegend verändern, sondern auch die personellen Weichen stellen. Und dabei hofft er auf die von ihm weitgehend kontrollierten Gremien. Das ist nicht tolerierbar. Die SRG sollte möglichst bald die Chance nutzen, einen neuen Generaldirektor zu bekommen, der das Medium versteht und nicht einen weiteren politischen Apparatschik. Sein Job wird nach den Walpen-Wursteljahren sehr anspruchsvoll sein. Die heute publizierten Finanzaussichten sind alarmierend. Dafür ist Armin Walpen verantwortlich. Und es geht nicht an, dass man wie bisher alle Löcher mit höheren Gebühren zupflastert.
Diesmal ist echtes Management gefragt. Es darf einfach nicht mehr vorkommen, dass die SRG sinnlos Millionen verpulvert wie bisher. Neuestes Beispiel: In der neuen Saison werden die Spiele der Super-League nicht wie überall auf der Welt von einem TV-Team technisch übertragen. Aufgrund von obskuren Problemen werden es bei uns in der neuen Saison gleich zwei sein. Die SRG wird eine zweite Equipe schicken, weil man sich mit dem Teleclub nicht einigen konnte. Diese groteske Form der Verschwendung von quasi-staatlichen Mitteln muss gestoppt werden, und zwar subito. Walpen ist dazu eindeutig nicht in der Lage. Daher muss sofort gehandelt werden. Die Wahl des neuen Generaldirektors ist sofort an die Hand zu nehmen. Es gilt zu retten, was noch zu retten ist.
(Text: Roger Schawinski)
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