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Die "Neue Zürcher Zeitung" erfindet sich neu. Im 230. Jahrgang ihres Bestehens erfährt das Zürcher Traditionsblatt eine umfassende inhaltliche als auch gestalterische Überarbeitung. Wie die Zeitung am Donnerstag mitteilte, wolle man mit diesem Schritt den Nutzungsgewohnheiten in der Leserschaft, den Veränderungen im Werbemarkt und den Herausforderungen durch neue Informationsträger noch besser entsprechen. Am 23. September plant die Zeitung den Relaunch.
Wie NZZ-Chefredaktor Markus Spillmann im Gespräch mit "persoenlich.com" sagt, führte man vor der Überarbeitung eine Leserschaftsbefragung durch. Daraus sei hervorgegangen, dass die Leser die gedruckte NZZ ungeachtet neuer Medienformen als ein hochwertiges Informationsmedium überdurchschnittlich schätzen. Sie verbinden die inhaltliche Güte aber vermehrt auch mit der Erwartung an eine gepflegte Typografie, Seitengestaltung, Bild- und Grafiksprache, ohne dass die NZZ ihre Einzigartigkeit preisgibt.
Als externer Partner für die Gestaltung konnte die Kölner Designagentur Meiré und Meiré engagiert werden. Bekannt ist die Agentur für ihre Editorial Designs im hochwertigen Magazinbereich ("brandeins", 032c, Arch+, kid’s wear, Mini International) oder Corporate Branding & Architecture (Dornbracht, BMW, Mini, Smart). Wie Markus Spillmann ausführt, habe er sich bewusst für eine internationale Agentur entschieden, die zudem noch wenig Erfahrung im Zeitungsbereich habe. "Der Blick von Aussen ist mir sehr wichtig, damit die kritische Auseinandersetzung gewährleistet bleibt", sagt der "NZZ"-Chefredaktor. Spillmann führt weiter aus, dass die Agentur es hervorragend verstanden habe, die "NZZ" und ihren inhaltlichen Anspruch gestalterisch zu interpretieren. Die "NZZ" bleibe weiterhin eine unverwechselbare Qualitätszeitung für die Schweiz. "Wobei wir uns sicher selbstbewusster am internationalen Umfeld orientieren möchten", so Spillmann.
Mit der Überarbeitung beabsichtigt die "NZZ" künftig vermehrt jüngere Leser anzusprechen. Wie der Chefredaktor sagt, wolle man dies in erster Linie mit der sorgfältigen Auswahl von Bildern und einer verbesserten Leserfreundlichkeit erreichen. Inhaltlich sei kein Kurswechsel vorgesehen, obschon sich auf der Redaktion eine neue Generation von Journalisten breit mache. "Wir werden die Zeitung nicht für Boulevardthemen öffnen", betont Spillmann. Grundsätzlich bleibe die "NZZ" den Erwartungen der Stammleserschaft treu, die im Übrigen nach wie vor die Zeitung den neuen Medien vorziehe.
Die Tradition der klassischen Tageszeitung wolle Spillmann beibehalten, so wie es seine Vorgänger seit über 200 Jahren mit Erfolg taten. Auf "modische Effekthascherei" werde genauso verzichtet wie auf schnelllebige gestalterische Eingriffe. Neue Rubriken, ein aufgewerteter Börsen- und Wirtschaftsteil sowie neue Beilagen sind zusammen mit einer konsequent verfolgten Verknüpfung des Angebots auf NZZ Online elementare Bestandteile der publizistischen Weiterentwicklung. Zudem sagt Spillmann, dass die Zeitung mehr Meinungen und Analysen berücksichtigen wolle. Die starke Chronistenrolle der letzten 20 Jahre sei ein Auslaufmodell.
Nähere Details will Markus Spillmann noch keine verraten. Einblick in das neue Layout gewährt der Verlag in absehbarer Zeit im Rahmen einer "Werkstatt", wo man dann das neue Konzept der Fach- und Publikumspresse näher vorstellen möchte. "Bis zum 23. September wollen wir einen gewissen Überraschungseffekt beibehalten", sagt Spillmann abschliessend. (cl)
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[10.07.2009 - 8.21 Uhr]
oliver hofer
Bravo! Finde ich cool, dass eine urtypische Schweizer Zeitung sein Werbeetat nach Deutschland versendet... Wir Schweizer sind wohl nur gut genug zum Kaufen der Zeitung! |
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[10.07.2009 - 10.33 Uhr]
Isa Roma
@ oliver hofer
oha - seltsame denkweise. vielleicht sollten dann urdeutsche marken (bmw, deutsche telekom etc.) auch ihre etats an deutsche markenagenturen vergeben anstatt an eine schweizer agentur, die diese marken seit jahren sehr erfolgreich betreut.... ? sicher hat die nzz einige agenturen gescreent und sich für die passendste entschieden. und so sollte es ja auch sein. |
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[11.07.2009 - 15.25 Uhr]
Urs Steudler
@ Isa Roma // Welche urdeutschen Marken werden von welchen Schweizer Agenturen betreut? |
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