Das Geheimnis ist nun offiziell gelüftet. Die Berner Werbeagentur Contexta hat für Euro Millions den fiktiven Lottogewinner Edi Manser erfunden. Während Wochen sorgte der nette Edi in den Medien für Aufsehen, weil er sich wegen seiner Südamerika-Reise von all seinen verschiedenen Besitztümer gratis trennen wollte. Nun sprechen die Macher erstmals über das crossmediale Sommerrätsel. Gegenüber "persoenlich.com" wertet die Agentur und der Auftraggeber Swisslos die Kampagne als vollen Erfolg. Der Bericht:
Einen guten Riecher hatte "persoenlich.com" und Blogger Tom Brühwiler Ende August. Damals machten Recherchen publik, dass hinter Lottogewinner Edi Manser Contexta steckt. Inzwischen bestätigt die Berner Werbeagentur gegenüber "persoenlich.com", dass sie sich die ungewöhnliche Swisslotto-Aktion ausgeheckt hat. Um die Marke Euro Millions zu vitalisieren und das Euro Millions Internetportal zu bewerben, kreierte Contexta die gönnerhafter Figur Edi Manser. Mit ihm im Zentrum wurde in Zusammenarbeit mit der zur Contexta Gruppe gehörenden Online-Agentur atfront eine umfassende crossmediale Kampagne lanciert.
Die Geschichte ist schnell erzählt. Weil Glückspilz Edi Manser vor kurzem den Euro Millions Jackpot geknackt hat, erfüllt er sich den lang gehegten Traum einer Südamerika-Reise und trennt sich deshalb gratis von verschiedenen Besitztümern. Um seinen VW Golf, sein geliebtes Rennvelo, seinen Flatscreen-TV und seinen Roller unters Volk zu bringen, schaltet Edi Manser Kleininserate in diversen Tageszeitungen und auf unzähligen Online-Marktplätzen wie Ricardo, Piazza oder scout24. Wer an den Geschenken interessiert sei, soll sich über seine Internetseite bei ihm melden. Auf edimanser.ch wandte sich der Glückspilz in einem Onlinevideo an die Besucher und versicherte: "Das ist kein Witz! Die Sachen werden auf jeden Fall verschenkt!"
Laut Agentur entfaltete die Aktion ein beachtliches virales Potential. In Blogs, Foren, auf Twitter und in Social Networks sorgte Edi Manser für Aufsehen. Innert Tagen war der Lottoglücksritter in der Schweiz ein vieldiskutiertes Thema. Auch über die Frage nach seiner Echtheit wurde gerätselt. Allen voran versuchte Blogger Tom Brühwiler mit allen Mitteln hinter das Geheimnis um Edi Manser zu kommen ("persoenlich.com" berichtete).
Auch das Pendlerblatt "20 Minuten" ging der Kunstfigur nach. Nachdem die Zeitung am 27. August die Frage aufwarf "Wer ist Edi Manser?", war dies der Startschuss für ein breites mediales Interesse. Gleich mehrere Zeitungen berichteten redaktionell über die Aktion. Edi selbst trat immer wieder persönlich in der Öffentlichkeit auf: So verschenkte er Rosen oder Glacé an Passanten in Schweizer Städten, lud die Passagiere im Zug von Bern nach Zürich auf eine Runde "Minibar" ein und verschenkte im Radio Gratis-Tickets.
Der nette Edi verschenkt Emmi-Glacé
Edi will beim weiblichen Geschlecht mit Rosen punkten
Edi zu Gast bei Radio Energy
Edi unterstützt die Nati gegen Griechenland.
Egal ob man sich telefonisch oder per E-Mail auf eines von Mansers Inserate meldete – sämtliche Massnahmen der Kampagne lenkten die Aufmerksamkeit auf die Internetseite edimanser.ch. Die Seite zählte im 3-wöchigen Kampagnenzeitraum rund 52'000 Zugriffe und es gingen über 21’000 Anmeldungen für die Geschenke ein. Die Youtube-Videos von Edi Manser wurden insgesamt über 42’000 mal angeklickt. Derzeit wird die Kampagne auf der Internetseite und in einem E-Mail an alle Teilnehmer aufgelöst. Als Dankeschön erhalten die registrierten Teilnehmer von Edi Manser fünf Franken Spielguthaben für Euromillions geschenkt. Gerade Pünktlich: Am Freitag geht die Ziehung des 150-Millionen-Superjackpots über die Bühne.
"Eine Kampagne in dieser Grössenordnung, die sich hauptsächlich viral verbreitet, ist eine äusserst spannende Aufgabe. Hier konnte die Contexta Gruppe ihre crossmediale Kompetenz voll ausspielen", sagt Nadine Borter, Geschäftsführerin bei Contexta. "Von allen Beteiligten wurde viel Flexibilität gefordert, denn die Reaktionen der Internet-Community und der Medien sind sehr schwer vorhersehbar."
Die Auftraggeberin Swisslos wertet die Aktion als vollen Erfolg. "Wir haben mit dieser interaktiven Kampagne auf das richtige Pferd gesetzt", sagt Markus Fischer, Leiter Produktmanagement Lottos bei Swisslos. "Wir wollten insbesondere eine junge Zielgruppe erreichen. Die Zahlen bestätigen, dass dies gelungen ist", sagt Fischer abschliessend. (cl)
Verantwortlich bei Swisslos: Markus Fischer (Leiter Produktmanagement Lottos); Verantwortlich bei der Contexta Gruppe: Nadine Borter (Gesamtverantwortung), Moritz Staehelin, Jeff Gerber (Creative Direction), Patrick Ryffel (Text), Florian Brand (Art Direction), Michel Sulser (Projektleitung), Dierk Schehrer (Beratungsleitung), Fabian Keller (Beratung atfront), Peter Eisenegger (Geschäftsleitung atfront), Urs Rueb (Geschäftsleitung MediaPlus); Seeding: Xeit Zürich, Simon Künzler; Film: Sodafilm Bern, Dani Rüttimann, Andy Oggier.
Da fragt mann sich, wie es mit der Verantwortlichkeit ist.... Auf der durch die Werbeagentur veranlasste HP wird "beteuert", dass diese nicht mehr gebrauchten Artikel auch wirklich abgegeben werden! Spricht somit für die seriösitat von Contexta und somit generell für Swisslos, die offensichtlich hinter solchen nicht gehaltenen Versprechen steht. Alles etwas peinlich und nun stellt sich die Frage, nachdem "der nette Edi" ja keine Privatperson ist, was wird mit den auf der HP getätigten Daten der 21000 "Anmeldungen". Hier wird wohl noch nach der Lüge mit den Daten gehandelt????? ( Ich hoffe, dar Ton war Sachlich und Fair genug? ) Freundliche Grüsse Alfred Moser BS
[16.09.2009 - 13.57 Uhr] Simon Schmid
"Hier konnte die Contexta ihre Crossmediale Kompetenz voll ausspielen." Buahahaah...wie ich diese selbstherrlichen Sätze liebe. Das ist so eine Werberkrankheit. Das sagen immer alle. So doof. Weiss eigentlcih einer, was das heissen soll? Crossmediale Kompetenz. So n Chabis
[16.09.2009 - 17.35 Uhr] Roland Binz
Einspruch!
Die Kampagne mit Edi Manser wurde zwar geschickt aufgezogen. Sie war indes im Gegensatz zur Darstellung im obigen Werbetext nur sehr beschränkt erfolgreich. Ich habe die Geschichte aufmerksam verfolgt in den letzten drei Wochen. Weder medial noch in der "Blogosphäre" und in anderen Social Medias kam es zu einer weiten Verbreitung. Erst recht nicht gelungen ist es, Edi Manser in den konventionellen Medien zu positionieren. Viel zu schnell wurde der virale Hintergrund durchschaut. Ich bin überzeugt, mit demselben finanziellen und werbetechnischen Aufwand hätte sich wesentlich mehr Publizität über andere Kanäle generieren lassen.
[17.09.2009 - 8.31 Uhr] Laura Meister
Als vollen Erfolg würde ich die Aktion nicht bezeichnen. Ausser wenn man Leute verarschen als Erfolg bezeichnet, dann wars wirklich ein voller Erfolg. Gewinnversprechen machen und nicht halten, tolle Leistung. Ist für mich Irreführung und lässt mich an unlauteren Wettbewerb denken. Dass sich zudem die Garage Auto Worbboden Markus Gasser für so was hergibt (angeblicher Gewinner des VW Golfes.. wie peinlich), ist für mich bedenklich, es wird mich auf alle Fälle davon abhalten, diese Garage je zu berücksichtigen. Vertrauen erschafft sich eine Firma auf diese Weise keines, im Gegenteil.
Sehr seriös doch... meine Gratulation!
[17.09.2009 - 8.55 Uhr] ano nym
Die Contexta muss diese Geschenke nun verteilen - ist meine Meinung.... wer hilft mit bei einer Sammelklage!?
[17.09.2009 - 9.09 Uhr] Hans Meier
Was passiert mit den Daten? Ich finde diese Aktion weder originell, noch gelungen. Das Ganze war keine geschickte Inszenierung, sondern eine simple Lüge, um an Daten von potentiellen Kunden zu kommen.
Die Webseite war zweifellos originell und geschickt gestaltet, aber dass man für die Teilnahme sämtliche Daten angeben musste, finde ich skandalös.
[17.09.2009 - 9.50 Uhr] K. Patt
Ich möchte Sie darauf aufmerksam machen, dass ich nicht einverstanden bin mit etwaiger Reklame sendungen die ich inh Zukunft von Euromillions bekommen werde, denn laut Piazza.ch ist es eindeutig diese Firma die die Kampagne lanciert hat.
Man rechne E. Manser hat 21000 Emails erhalten und sendet nun jedem einen Gutschein von Fr. 5.00 um zu spielen, also ist E. Manser nur ein lockvogel umk zi billigen adressen zu kommen, denn nun werden die Leute wahrscheindlich mit werdemails bombardiert..............schade dass es heute überall so Unehrlich zu und hergeht, denn so zeigt auch Euromillions eine seeeeehr niedrige anstandsgrenzer was den respekt den Leuten gegenüber darlegt.
[17.09.2009 - 10.17 Uhr] Kasimir Klein
Warum gehen Sie denn davon aus, dass die Geschenke NICHT verteilt werden? Das Risiko Preise anzubieten, die es gar nicht zu gewinnen gibt, wäre doch viel zu hoch. Markus Gasser hatte wohl einfach doppelt Glück - er erhält den Wagen und kann ihn in seiner Garage gleich weiterhöckern...
[17.09.2009 - 13.54 Uhr] Mr. Slowly
Die Geschenke werden wohl kaum verteilt, denn im Telefonbuch findet man die Gewinner nicht. Nur beim Auto, das geht an einen Autohändler *stirnrunzel* .....
[17.09.2009 - 14.03 Uhr] Robin F
Also ich kann bestätigen das die Gewinner nicht frei erfunden sind, laut Edi Mansers Seite bin ich der Gewinner des TV’s
Ich hoffe das die Gewinne auch wirklich verteilt werden und dies nciht alles ein schlechter Scherz ist..
Ich hab jetzt mal ein Mail an Contexta geschrieben, da ich von meine Gewinn bis jetzt nur über die Seite erfahren habe und noch nicht kontaktiert wurde.
Ich werde sonst berichten sobald ich eine Antwort bekommen habe.
[17.09.2009 - 14.40 Uhr] Robin F
Ich hatte soeben ein sehr erfreuliches Telefonat mit dem Produktmanager von Swisslos.
Ich kann also bestätigen das die Preise echt sind ich bekomme meinen TV nächsten Monat geliefert!
Die Freude ist gross! :)
[17.09.2009 - 18.07 Uhr] Ken Dorman
Für mich ist das eine Vorspiegelung falscher Tatsachen und daher absolut unangebracht.
[17.09.2009 - 19.53 Uhr] Kasimir Klein
Lieber Herr F.
Da man Sie im Internet nicht findet, existieren sie nicht. Basta.
[19.09.2009 - 12.58 Uhr] Remo Conoci
Ist Euch allen eigentlich bewusst, wie viele "redaktionelle Beiträge" in den Medien bezahlt sind, ohne dass irgendwo steht, dass dem so ist! Hier die Weisswesten zu spielen ist etwas gar übertrieben. Glashaus. Steine. Ihr wisst schon...
[23.09.2009 - 11.32 Uhr] Simon Bachmann
Interessant, dass in einigen Kommentaren eine Empörung betreffend den 'gesammelten' Daten zu lesen ist. Wer nicht mitgemacht hat - so wie ich - muss sich in diesem Fall nicht um 'seine Daten' Sorgen machen.
Weiter finde ich die folgende Aussagen interessant: "Edi Manser ist nicht im Telefonbuch zu finden, also gibt es ihn nicht". Es gibt sehr viele Mitmenschen, welche nur noch ein Mobile-Telefon haben und keinen Festanschluss besitzen. Die wenigsten davon sind im Telefonbuch eingetragen...aber es gibt sie doch.
Ich persönlich habe dies mit einem Schmunzeln verfolgt und muss mich nun auch nicht empören.
Schöne Grüsse