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Herr Schawinski, kaum hat das neue Jahr begonnen, sind Sie als Medienunternehmer wieder in den Schlagzeilen. Hanspeter Lebrument hat Sie in einem Artikel als "bekanntesten Medienspekulanten" bezeichnet, der eine "marode Radio- und Fernsehfirma" verkaufte. Was halten Sie von Lebruments Rundumschlag am letzten Sonntag?
- Mich bedrückt, dass ein Mann wie Lebrument immer mehr durchdreht. Nun ist er vollends auf der Ebene der Verunglimpfungen, Erpressungen und Lügen angelangt. Zur Sicherung seiner Subventions-Millionen überschreitet er laufend neue rote Linien.
Warum ist für Sie die Bezeichnung "Medienspekulant" despektierlich?
- Ich muss meinen beruflichen Weg hier nicht ausbreiten. Es ist wohl genügend bekannt, was ich seit mehr als 40 Jahren in der Medienlandschaft geleistet habe. Seit dreissig Jahren habe ich als Unternehmer alle meine Firmen selbst gegründet. Hingegen ist es immer noch im Dunkeln, wie Lebrument zur Macht über das "Bündner Medienhaus" gekommen ist.
Lebrument liegt im Prinzip mit der Aussage "marode Radio- und Fernsehfirma" nicht ganz falsch. Immerhin stand Ihre Firma damals vor dem Verkauf alles andere als finanziell solide da.
- Grotesk. Eine marode Firma ist überschuldet, so wie es Lebruments Radio- und TV-Firma war. Als sie vor dem Konkurs stand, musste er das ganze Aktienkapital abschreiben und neu aufstocken. Die Belcom hingegen hatte beim Verkauf nicht nur keine Schulden, sondern viele Millionen in der Kasse und wies zudem einen Jahresgewinn von 8 Millionen Franken aus. Darauf basierte auch der Kaufpreis. Allein für diese eine Aussage könnte ich Lebrument verklagen.
Sie könnten juristisch gegen die Äusserungen von Lebrument vorgehen. Werden Sie das tun?
- Nein. Ich habe Wichtigeres mit meiner Lebenszeit vor, als mich laufend mit diesem Lebrument zu beschäftigen. Er hat uns ja letztes Jahr wegen Ehrverletzung eingeklagt und ist damit brutal abgeschifft. Es ist alles so durchsichtig, was er macht.
Sie haben sich zum Fall Lebrument bisher nicht geäussert. Wie darf man Ihr ungewöhnlich erscheinendes Schweigen erklären?
- Wir stehen mitten in einem laufenden Verfahren. Es geht um den Nachweis, dass Lebrument eine marktbeherrschende Stellung hat und sie missbraucht. Diesen Beweis werden wir erbringen. Lebrument liefert mit seiner jüngsten Aktion weitere Fakten, dass er vor gar nichts zurückschreckt, selbst nicht vor Drohungen und Erpressungen gegen staatliche Institutionen. Bisher ist er damit immer durchgekommen, wie er selbst schreibt. So denunziert er in seinem Furor auch noch die Weko, dass sie in einem früheren Verfahren gegen ihn Bilanzen gefälscht habe, um ihm zu helfen.
Der "Tages-Anzeiger" interpretiert es so, dass Sie in Lebruments Zeitungen nicht zitieren werden möchten, um dem Bakom zu demonstrieren, dass Lebrument keine anderen Meinungen zulässt. Liegt der Tagi falsch?
- Ich hatte ja bisher keine Anfrage der Zeitung "Südostschweiz". Dort breitete am letzten Sonntag allein Lebrument auf nicht weniger als zwei ganzen Zeitungsseiten seine wirren Darstellungen aus. Und seit gestern hat er eine Kampagne zur Rettung des "Bündner Tagblatts" gestartet, das er – und niemand sonst - wegen der hängigen Radiosache schliessen will, obwohl es zwischen den beiden Sachen keinen ursächlichen Zusammenhang gibt.
Lebrument will zwei seiner Zeitungen verkaufen. Dies sei ein logischer Entscheid, weil er offenbar zu viele Zeitungen besitze für eine Radiokonzession. Sie sehen das anders. Warum?
- Das Bundesverwaltungsgericht hat mit keinem Wort erwähnt, dass Lebrument zu viele Zeitungen besitzt. Da lügt er faustdick, um auf dieser Basis sein Drohszenario aufzubauen. Es geht nur um die Untersuchungen der Marktmacht und des Missbrauchs. Wenn Lebrument nun mit der Schliessung von zwei seiner kleineren Zeitungen droht, falls er die jährlichen 2 Millionen Splitting-Gebühren für sein Radio nicht erhält, so heisst dies doch bloss, dass er die Radiosubventionen für seine Zeitungen einsetzen will. Das wäre aber absolut verboten! Und seine Drohung ist zudem total unlogisch. Wenn Graubünden nur noch eine Tageszeitung hätte anstelle von drei, wäre seine Monopolposition noch stärker als heute.
Verkauft Lebrument die Zeitungen, verliert die Bündner Zeitungslandschaft ihre Vielfalt. Das muss Ihnen doch als Vollblutjournalist weh tun.
- Wie erwähnt: Da versucht einer mit einer offenen Erpressung und mittels staatlichen Mitteln sein Monopol weiter zu zementieren. Dabei ist Lebrument heute schon der grösste Medien-Subventionsempfänger der Schweiz. Und dann geht er hin und fabuliert als Präsident des Vereins Schweizer Presse vom freien Markt, und dass die Schweiz die beste Medienlandschaft der Welt habe. Das ist alles nur noch erbärmlich.
Sollten Sie die Konzession für Graubünden bekommen, was erhoffen Sie sich?
- Eine Demokratie verlangt zwingend, dass nicht alle relevanten Medien in einem Gebiet in einer Hand sind. Publizistischer und kommerzieller Wettbewerb ist absolut notwendig, und den will auch das Gesetz und das Bundesverwaltungsgericht. Ich habe mein ganzes Leben gegen Monopole gekämpft. Das Monopol von Lebrument ist wahrscheinlich das hässlichste von allen. Und es wird mit jedem Tag hässlicher.
Das Gesuch von Radio Grischa sei aus publizistischer Sicht das Beste gewesen. Werden Sie Ihres überarbeiten?
- Es geht jetzt wie erwähnt nur noch um die Frage der marktbeherrschenden Stellung und ihres Missbrauchs. Wenn das festgestellt wird – und daran zweifle ich überhaupt nicht – fällt das Monopol von Lebrument. Das weiss auch er, wie er in einem Interview mit Radio DRS am letzten Montag klar erklärt hat. Das ist der einzige Grund, weshalb er ohne Rücksicht auf Verluste die Sau rauslässt und dabei das letzte Quentchen Vernunft und Contenance verloren hat.
(Interview: Christian Lüscher)
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[13.01.2010 - 13.22 Uhr]
Medien Mogul
lol :-)
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[14.01.2010 - 7.36 Uhr]
Hans Peter Graf
Der Radiopirat der frühen Jahre wird auf seine alten Tage definitiv zum Mimöschen...schade Rosche, du baust gewaltig ab. |
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[14.01.2010 - 10.11 Uhr]
Ernst Huwyler
Der Bündner Provinzfürst hat sich ja mit seiner Demaskierung selber blamiert. Doch was nützt es Unterländern, die Radiokonzession für Graubünden zu erhalten, wenn sie von den Einheimischen boykottiert werden? |
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[14.01.2010 - 10.44 Uhr]
josi handler
Lieber eine leistungsstarke Mimose (Schawinski), als ein staatlich anerkannter Subventions-Empfänger - der zudem sehr schlecht altert. Gönnen wir Lebrument die AHV - jetzt! SVP-Gönner kann er bleiben - als abschreckendes Beispiel... |
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[14.01.2010 - 11.25 Uhr]
steve jecklin
ach, lasst doch die zwei alten männer streiten. who cares... |
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[14.01.2010 - 16.02 Uhr]
xray sunrise
Wieso sprechen Schawi und sein Churer Kompagnon Stefan Bühler immer wieder von Lebruments Monopol im Bündner Land, wo doch Bühler höchstpersönlich Verleger des Bündner Anzeigers mit eine Auflage von angeblich 80'000 Exemplaren und des Bündner Monatsblatts ist? Das würde ja bedeuten, dass diese Blätter gar niemand zur Kenntnis nimmt, oder nöd? |
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[14.01.2010 - 16.40 Uhr]
Der Papst
Man sollte Konzessionsgebühren sowieso abschaffen oder verfreiwilligen - von der Kirche kann man ja auch austreten. So würden auf natürliche Art und Weise gewisse Blätter und Sender aus der Landschaft verschwinden und die zwei Herren müssten nicht um das Geld streiten. |
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