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"Empört und schockiert" hat die Redaktion der ddp Schweiz auf die am Donnerstag angekündigte Entlassung der Belegschaft reagiert. Die Redaktion habe über den Schritt im Orginaltextservice der Konkurrentin SDA erfahren müssen. Ein Sozialplan bestehe nicht. Erst nach der Herausgabe der Mitteilung im Orginaltextservice habe ddp-Geschäftsführer Franz Maurer die Belegschaft mündlich informiert. Die Kündigungen seien unverständlich, nachdem die neuen Besitzer der ddp Schweiz sich nach der Übernahme der AP "im Dezember noch dezidiert zum Schweizer Dienst bekannt" hätten.
Unverständlich sei, warum die "Aufrechterhaltung eines nationalen Schweizer Dienstes mit nur 15 Personen" plötzlich nicht mehr möglich sein soll. AP Schweiz habe die Medien schliesslich seit bald 30 Jahren erfolgreich mit Nachrichten beliefert. Tief enttäuscht zeigte sich die Redaktion, dass sie im Vorfeld dieser einschneidenden Massnahme nicht konsultiert wurde. Zudem lägen seitens der neuen Besitzer keinerlei Zusicherungen für einen Sozialplan oder irgendwelche Abfindungen vor.
Dass der Schritt "auch im Interesse der Kunden" sein soll, leuchtet der Redaktion ebenfalls nicht ein. Konkurrenz belebe schliesslich auch das Mediengeschäft. Die Mitteilung der Redaktion schliesst: "Die Entlassungen treffen uns umso mehr, als wir uns stets äusserst engagiert für einen guten Agenturdienst eingesetzt haben."
Die Nachrichtenagenturen SDA und ddp (Deutscher Depeschendienst) hatten am Donnerstag ihre Zusammenarbeit im Schweizer Markt bekannt gegeben. Das seit
1981 bestehende AP-Büro (heute ddp Schweiz) wird zum Korrespondentenbüro der ddp. Die SDA übernimmt keinen der bisherigen ddp-Mitarbeiter, da sie selber Arbeitsplätze abbauen muss. Die SDA übernimmt per 1. Februar die deutschen ddp-Textdienste sowie den Ausland-Depeschendienst der ddp (DAPD) für die Verbreitung in der Schweiz. Im Gegenzug erhält die ddp die Lizenz, in ihren Märkten die SDA-Dienste zu verbreiten. Die Zusammenarbeit wurde mit der veränderten Medienlandschaft in der Schweiz und dem damit verbundenen Kostendruck begründet. Die ddp-Gruppe will sich auf ihr Kerngeschäft in Deutschland konzentrieren. (sda)
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[01.02.2010 - 7.56 Uhr]
Dong Chi Urs C. Grassi, Ho chi Minh Stadt VN
Keine Überraschung
Jedes Land hat die Presse, die es verdient. Der redaktionelle Teil ist bei vielen Zeitungen zur Gefälligkeitsschreiberei verkommen. Guter Journalismus ist verpönt und aus Angst vor den Inserenten und Politikern nicht mehr gefragt. Und wird daher auch nicht bezahlt. Zudem hat AP Schweiz nach dem anfänglichen Erfolg mit einer 5-Kopf-Miniredaktion es verpasst, sich mit einem drastisch erhöhten Staff auf 15 + 7 Mitarbeitern als unverzichtbare agile Alternative zu etablieren. Sie war gleich langweilig wie die SDA und somuit entbehrlich geworden. Also war der Weg zum Einheitsbrei vorgegeben. Die Schliessung des Schweizer AP/DDP-Dienstes ist jedoch auch kein fachliches Ruhmesblatt für die neuen DDP-Besitzer. Eine Reduktion des Staffs um die Hälfte und die Besinnung auf einen guten Komplementärdienst mit top Eigenleistungen wäre die sich rechnende Alternative zur Schliessung gewesen. Merke: in der "verpönten" Sowjetunion gab es 2 Agenturen (Tass & Novosti), in der "mustergültigen" Schweiz nur noch einen ermüdenden Einheitsbrei aus der SDA-Küche.
Urs C. Grassi, ehem. teilhabender Gesellschafter DDP und Starter CR von AP Schweiz. Ho Chi Minh Stadt, Vietnam
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