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Am Sonntag, dem 7. Februar dürfte sich Fernsehmoderator Stephan KLAPPROTH überrascht die Augen gerieben haben: Er sei der "König der Kalauer" konnte er dann nämlich in der "NZZ am Sonntag" lesen. Auf einer Drittelseite liess sich der freie Journalist Dominik Imseng darüber aus, dass KLAPPROTH einen schlechten Job mache. Er wurde als "Schwadroneur vor Gott" bezeichnet, dessen Anmoderationen nicht witzig und fast länger seien als die folgenden Beiträge. Ausserdem schoss Imseng – im Alltag Senior Texter bei der Zürcher Agentur Matter & Gretener – gegen KLAPPROTHs Garderobe und dessen optische Erscheinung. Das liess der Moderator nicht auf sich sitzen. In der Ausgabe vom 14. Februar gab er eine scharf gewürzte Replik, in der er Imseng als "König der Klugscheisser" betitelte. "Ich bin sehr erstaunt darüber, dass KLAPPROTH in dieser Form geantwortet hat", sagte Imseng am Montag gegenüber "persoenlich.com". "Ich selbst hätte es an seiner Stelle wohl mit dem Sprichwort gehalten: 'Was kümmert es die Eiche, wenn sich die Sau an ihr reibt'." KLAPPROTH war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.
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Im Wortgefecht: Werber und Journalist Dominik Imseng und "10vor10"-Mann KLAPPROTH.
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"Persoenlich.com" zeigt hier nochmals beide Texte in voller Länge. Wir bitten Sie diese im Anschluss nach Lust und Laune zu kommentieren.
Der König der Kalauer
"10 vor 10" ist eine gute Sendung. Ausser es ist Stephan KLAPPROTH, der moderiert.
Cäsars Männer waren erschöpft, verwundet oder beides, als sie den zahlenmässig weit überlegenen Galliern gegenüberstanden. Der legendäre Feldherr aber führte seine Legionäre trotzdem zum Sieg. "Wenn ihr flieht, seid ihr tot", hatte er ihnen zugerufen: "Greift an – und überlebt!"
Kein Wort zu viel, kein Wort ohne Wirkung – das ist Rhetorik. 2000 Jahre später ist sowohl vom römischen Imperium als auch von der Redekunst nicht mehr viel übrig. Das beweist "10 vor 10", wenn Stephan KLAPPROTH, wie diese Woche wieder, im Studio sitzt: ein Schwadroneur vor Gott, dessen Anmoderationen fast länger sind als die Beiträge selbst.
Zugegeben, es war schon schlimmer. Viel zu weitschweifig ist er weiterhin. Er beginnt ja grundsätzlich bei Adam und Eva. Und dann diese ständigen Kalauer. Sah man eben die Künstlerin Pipilotti Rist ins Wasser springen, kommt von KLAPPROTH natürlich: "Eine Künstlerin, die sich gewaschen hat." KLAPPROTHs Flach- und Plattwitze mögen in der Werbung noch angehen, da auf diese niemand wartet. Auf die News des Tages aber wartet man, Beachtung und Interesse sind bereits gegeben.
Daniela Lager und Susanne Wille – KLAPPROTHs "10 vor 10"-Kolleginnen – wissen das. Und sie wissen auch, dass das Wort Moderator vom lateinischen "moderare" kommt, das nicht nur "steuern" bedeutet, sondern auch "mässigen", auch "sich mässigen", "sich zurücknehmen", bei "10 vor 10" mit dem Ziel, den News des Tages mehr Gewicht zu verleihen. Durch seine Schwatzsucht aber macht sich KLAPPROTH wichtiger als die Beiträge. Und durch seine Kalauer verwandelt er «10 vor 10» in ein Kabarett des 21. Jahrhunderts, in dem sich die Berichte und Reportagen aneinanderreihen wie dereinst die Auftritte von Kraftmenschen oder Revue-Girls.
Dabei hätte echter Humor durchaus eine aufklärerische Funktion. Ja sogar das Wortspiel, sofern brillant und mit Buster-Keaton-Miene vorgetragen, hat seine Berechtigung. Man erinnere sich an den Verbal-Akrobaten Friedrich Küppersbusch ("Wenn Berti Vogts den Mannschaftsbus verpasst, rufen alle: 'Wir haben den Faden verloren!'"). KLAPPROTHs Witzchen aber fügen der Simulation von Information, auf die Nachrichtensendungen im Fernsehen ohnehin stetig hinauszulaufen drohen, noch die Simulation von Humor hinzu.
Warum macht er das nur? Drei Erklärungsversuche. Der erste: Der Luzerner übertreibt es mit seinen Anmoderationen, weil er es grundsätzlich mit allem übertreibt: Er trägt dicke Nadelstreifen, als wäre er Tangotänzer, er lässt zu viel Gesichtshaare stehen, und als er für eine Reportage quer durch die USA fuhr – klar musste er auf ein dreirädriges Motorrad steigen.
Zweite Theorie: KLAPPROTH, der für die Moderation privater Veranstaltungen 5000 Franken und mehr verlangt, meint, als so Hochbezahlter auch bei "10 vor 10" besonders viele Worte in der Minute produzieren zu müssen.
Dritte Theorie: KLAPPROTH, der einen Nebenjob als Dozent für Journalismus an der Uni Freiburg hat, ist im Grunde seines Herzens Lehrer. Und profitiert von einem Publikum, das sich nicht wehren kann. Natürlich: Man könnte bis zur "Tagesschau Nacht" warten, um zu erfahren, wie es der Welt ergangen ist, aber man will ja auch einmal ins Bett. Und so bleiben wir hilflos KLAPPROTH, dem Informations-Zampano, ausgesetzt. Man verzeihe den Kalauer, aber es ist 5 vor 12 für den Mann von "10 vor 10".
(Dominik Imseng)
König der Klugscheisser
Die "NZZ am Sonntag" ist gut. Ausser wenn Dominik Imseng schreibt. Eine Replik.
Ach, werter Kollege Imseng, da haben Sie sich ja so recht Ihr Mütchen gekühlt und vom NZZ-Schreibtisch aus einem Fernsehmann die Fresse poliert. Von Cäsar bis Küppersbusch fahren Sie Ihre bildungsbürgerlichen Reserven gegen mich auf. Da diese trotz des primären Imponiereffekts überschaubar bleiben, hat mich das allerdings nicht umgepustet.
Zumal Sie etwas paradox vorgingen: Weitschweifigkeit werfen Sie mir als schlimmstes Verbrechen am Publikum vor. Der Vorwurf trifft Sie nicht minder: Ihr Fünfspalter liesse sich problemlos auf die cäsarisch knappen fünf Wörter reduzieren: "Ich mag den Kerl nicht." Was Ihr gutes Recht ist.
Leider aber plustern Sie sich auf (sind wir uns – horribile dictu – ähnlicher, als Sie denken?) zum Fernsehrhetorik-Experten, der Sie augenscheinlich nicht sind. Sie irren sich schon im Titel, wo ich als Kalauer-König definiert werde, was Sie später damit belegen, dass ich zum Bild der ins Wasser springenden Pipilotti Rist von einer Künstlerin spreche, die sich gewaschen hat. Kalauer sind definiert als Wortspiele, in denen Wörter mit anderen Wörtern spielen. Vermutlich entging Ihnen, dass das Medium Fernsehen eine Bild-Ebene involviert, mit der ich in meinen Texten Sprachbilder interagieren lasse.
Wir untersuchen die Bild-Text-Wirkungen mit Spezialisten unserer Ausbildungsabteilung seit langem genau und kommen zum Schluss, dass der Effekt alles andere als plump ist. (Wenn Sie, wovon ich bei einem NZZ-Intellektuellen ausgehe, dazulernen wollen, lesen Sie das Referenzbuch "Text und Bild" von Manfred Muckenhaupt.) Ihr zweiter Königsirrtum: In der Werbung möge sprachliches Aufbauschen noch angehen, schreiben Sie, doch bei den News des Tages sei "Aufmerksamkeit bereits gegeben". Dass Sie die moderne Fachliteratur dazu kennen (siehe etwa "Ökonomie der Aufmerksamkeit" von Georg Franck), will ich gar nicht voraussetzen.
Aber: Haben Sie Ihre Horaz-Ausgabe gerade ausgeliehen? Der Vater der römischen Rhetorik erteilt in der berühmten "Prodesse aut delectare"-Passage jedem Kommunikator den ewig gültigen Rat: "Nützen oder unterhalten wollen die Dichter oder zugleich Heiteres und Lebenspraktisches sagen". Bitte verstehen Sie, dass ich Ihre Hinweise zu meinem Outfit und Haar-Styling unrepliziert lasse, kurzes Googeln ergab, dass Sie auch auf diesen Feldern nirgends als Experte erscheinen. So verkneife ich mir auch, Ihren Untertitel persi- flierend zu verkünden: "Die NZZ am Sonntag ist eine gute Zeitung. Ausser wenn Dominik Imseng darin schreibt."
Und Ihr Titel-Stabreimchen (König der Kalauer) mit "König der Klugscheisser" zu parieren, erscheint mir bei zweitem Hinsehen nun plötzlich bei einer Edelfeder wie Ihnen doch etwas rüde. So rufe ich Ihnen versöhnlich auf Ihrer angestrebten geistigen Flughöhe zu: "Si tacuisses, philosophus mansisses" – wenn du geschwiegen hättest, wärest du ein Philosoph geblieben (Boethius, "Trost der Philosophie", natürlich).
(Stephan KLAPPROTH)
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[15.02.2010 - 16.35 Uhr]
Der Verdacht
Sind das nicht zwei Freunde, die einfach mal wieder wollen, dass man über sie spricht? |
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[16.02.2010 - 8.09 Uhr]
Maria-Lisa Klappseng
auch s klatschheftli.ch hatte sich der journifehde angenommen. sehr erheiternd. http://www.klatschheftli.ch/uberwaltigende-nachrichten-moderation-beim-sf/13188 |
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[16.02.2010 - 8.32 Uhr]
Maex Müller
Ich habe mich köstlich amüsiert: Mit seiner Replik hat Klapproth nun das, was Imseng ihm vorwirft (nämlich das endlose schwadronieren - man sagt dazu auch "verbale Inkontinenz" nennen), schriftlich bewiesen. Er hat sich sehr viel Mühe gegeben, elegante Sätze mit hohen Intellekt ausstrahlenden Worten zu formulieren, auch Latein durfte nicht fehlen, aber schlussendlich war es eine Persiflage dessen, was er nachts um 22 Uhr von sich gibt. Herrlich! |
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[16.02.2010 - 8.53 Uhr]
robert geroge kroese
sein ungepflegtes Äussere ist seit Jahren ein Ärgernis. |
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[16.02.2010 - 9.30 Uhr]
Tek Berhe
Manchmal wäre weniger mehr. Wer SK an Tagungen live erlebt hat, weiss, dass er sich ganz sicher Überlegungen gemacht und sicher stundenlang daran gefeilt hat, jedoch das Taguns-Publikum ermüdet. Manchmal, vermutlich als Auflockerung gedacht, haben seine Gleichnisse mit dem Tagungs-Thema wenig zu tun. Da lobe ich mir schon die Wille und die Meier, die sich quasi schon zu Experten (z.B. CRM-Forum) gemausert haben und auch noch wissen was sie in den Vorjahren "en passant" gelernt haben. Sollte die Damen mal eines Tages genug vom Fernsehen haben, hätten sie noch ein Standbein, dass nicht schlecht bezahlt ist. |
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[16.02.2010 - 10.13 Uhr]
Theo Uhlir
Bravo, Dominik Imseng! Was für eine Freude, dass endlich jemand ausgesprochen hat, was viele Schweizer TV-Zuschauer denken. Ich persönlich zappe seit Jahren weg, wenn Klapproth auf der Mattscheibe erscheint. Seine Moderationen sind auf klebrige Weise selbstgefällig, seine Erscheinung muffig, seine Sprüche platt und bemüht.
Man müsste meinen, dass dieses Land noch anderes zu bieten hätte. Aber im Leutschenbach gelten bei der Auswahl der Moderatoren definitiv sehr "eigene" Regeln.
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[16.02.2010 - 11.26 Uhr]
xray sunrise
1:0 für die Bärte. Imsengs Aussage, 'Klapproths Flach- und Plattwitze mögen in der Werbung noch angehen', disqualifiziert ihn als (Möchtegern-?)Werber. Seine Theorie, wie nun Humor genau aufklärerisch sein könnte, sind irgendwie bizarr. Time out, Imseng. |
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[16.02.2010 - 13.04 Uhr]
Everlast 35
...würd sogar erhöhen auf 10:0 für Klapproth. Wer ist Imseng? Einer, der sich auf Kosten des besten 10vor10-Moderators profilieren will. Leider kolossal daneben gegangen! |
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[16.02.2010 - 13.28 Uhr]
Mara Cicevic
Die reinste Zeit- und Energieverschwendung. |
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[16.02.2010 - 14.58 Uhr]
Diego B
Klapproth nervt |
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[16.02.2010 - 15.19 Uhr]
Geronimo di Rosso
Leichter Fotofinish-Sieg für Imseng, hätte aber genauso bös ins Auge gehen können! |
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[16.02.2010 - 16.00 Uhr]
Pedro Ae.
Als seinerzeit der Good-by Kalauer von oberer Instanz abgestellt wurde, war ich guten Mutes, dass ich 10 vor 10 als News Content Sendung auch mit dem Herrn Klapproth wieder unbelastet schauen kann - weit gefehlt. Jetzt baut er uns seine total gesuchten Wortspiele, die weder aufbauend noch erheiternd sind, einfach in die Blöcke ein. Sorry - weniger wäre wie an vielen Orten einfach mehr! |
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[16.02.2010 - 23.21 Uhr]
mic matt
horaz der vater der römischen rhetorik? schwachsinn.
ausserdem bezieht sich dessen aussage auf die kunst der poesie. etwas weit hergeholt also. bei näherem hinsehen ist es mit klapproths bildung auch nicht weit her. ebenso das letzte zitat (die kann man ja heutzutage alle irgendwo im internet zusammentragen) scheint ein wenig reingemurkst zu sein. |
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[17.02.2010 - 0.52 Uhr]
Judith Kölliker
Himmel, so lasst doch mal den Klapproth in Ruhe! Müsst ihr euch eigentlich immer wieder alle an irgendwelchem Gehacke aufgeilen? Der macht doch auch nur seinen Job, ob einem seine Art gefällt, ist logischerweise wie immer Geschmackssache, aber er macht ihn gut und mit bemerkenswerter freude. Wünsche eigentlich allen "Giftlern*, dass auch sie soviel Freude an ihrer Arbeit haben mögen - tönen tut der frustrierte Grundtenor auf jeden Fall nicht so... |
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[17.02.2010 - 1.35 Uhr]
Rolf Bra
Stephan Klapproth ist der beste Moderator.
Dominik Imseng ist wirklich ein Klugscheisser! |
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[22.02.2010 - 12.00 Uhr]
Paul Buchegger
Schlichtungsversuch
Der Disput zwischen Klapproth und Imseng liesse sich m.E. mit einem kurzen lateinischen Diktum schlichten, nämlich: "De gustibus non est disputandum" (Über Geschmack lässt sich nicht streiten). Ist das wohl kurz genug für Herrn Imsengs Geschmack?
Zu Herrn Imseng: Wie man in den Wald hineinruft, so schallt es zurück. Ob Sie es je wagen werden, nochmals eine Verriss-Kolumne à la Mörgeli in die "NZZ am Sonntag" zu schreiben? Bin gespannt. |
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