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Weil sich das Umfeld und das Unternehmen Tamedia grundlegend verändert haben, hat das Verlagshaus das Leitbild aus dem Jahr 2003 überarbeitet. Unter Führung von Pietro Supino, Verwaltungsratspräsident von Tamedia, wurde ein neues erarbeitet. Viele Aspekte wurden aus dem bisherigen übernommen, jedoch neu gewichtet. Beispielsweise steht die kulturelle Vielfalt neu im Mittelpunkt. Dies auch im Zuge des Zusammenschlusses mit Edipresse im letzten Jahr. Zudem bekennt sich das Verlagshaus vor dem Hintergrund des Strukturwandels klar zu den traditionellen Medien. Das neue Leitbild im Überblick:
1. Tamedia ist ein unabhängiges Medienunternehmen mit Wurzeln und Schwerpunkten in der deutschen und französischen Schweiz.
2. Die Herausgabe von Zeitungen und Zeitschriften ist der Ursprung unserer Aktivitäten. Dieses traditionelle Geschäft wollen wir in die Zukunft führen und weiterentwickeln. Gleichzeitig investieren wir in neue Medien. Mit unseren traditionellen wie mit unseren neuen Medien schaffen wir öffentliche Räume und ein vielfältiges Angebot für unterschiedliche Bedürfnisse und Interessen.
3. Wir orientieren uns am Ideal einer freien Gesellschaft und sind einer liberalen Grundhaltung verpflichtet. Dazu gehören Toleranz und Fairness sowie das Bekenntnis zur Demokratie. Im Rahmen dieser Grundhaltung setzen wir uns für die Meinungs- und Kulturvielfalt im Unternehmen, in unseren Medien und in den verschiedenen Landesteilen ein.
4. Als Arbeitgeberin wollen wir zukunftsfähige und attraktive Arbeitsplätze anbieten sowie die Weiterentwicklung unserer Mitarbeitenden fördern. Loyale, motivierte und kompetente Mitarbeitende sind uns wichtig. Mit ihnen streben wir nach hohen professionellen Standards in unserer Arbeit und legen dabei Wert auf einen respektvollen zwischenmenschlichen Umgang.
5. Wir wissen, dass wir unsere Ziele nur durch vertrauensvolle Zusammenarbeit mit unseren Partnern und als verlässliches Unternehmen erreichen können.
6. Nachhaltigkeit ist uns wichtig. Im Unternehmen respektieren und schonen wir die Umwelt.
7. Tamedia ist ein gewinnorientiertes Unternehmen. Nur als solches können wir unsere Unabhängigkeit sichern und auch in Zukunft in unsere Kernkompetenzen investieren. Damit schaffen wir in Zeiten des Wandels und in Fortschreibung unserer Unternehmensgeschichte gute Voraussetzungen für eine weiterhin dynamische Entwicklung.
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[09.03.2010 - 21.32 Uhr]
Thomas Läubli
Von kultureller Vielfalt ist im Tages-Anzeiger nicht viel zu spüren. Während man im Inland-Teil den «Anti-SP-Reflex» und die «Pro-SVP-Propaganda» bedient, ist der Kultur-Bund zur Müllhalde geworden: Statt Vielfalt setzt man vorwiegend auf Pop-Mainstream-Einheitsbrei, TV-Soaps-Kritiken, Mode & Design und seichtes Geplauder. Wenn der Chefredaktor als studierter Ökonom eine Literaturkritik verfassen muss und der Kulturchef die Kürzung von Pro-Helvetia-Geldern fordert, ist die Grenze zur Peinlichkeit überschritten. M.a.W. man setzt genau auf jene Strömungen, die dem Unternehmen das «Geld Verdienen» (Eigenzitat Tamedia und siehe Punkt 7 oben) ermöglichen. Und nicht zuletzt darf die doppelseitige Autoseite im Wirtschaftsteil kräftiges Product Placement betreiben. Schliesslich soll ja die kürzliche Übernahme eines Fahrzeugportals Synergien schaffen. |
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