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Vor etwa einem Jahr nahm News1 seinen Betrieb auf ("persoenlich.com" berichtete). Sieben deutschschweizer Medienhäuser wollten mit ihrem Gemeinschaftsprojekt eine Konkurrenz-Website zu google.news und Newsnetz aufbauen. Doch die Webseite hat sich nicht zur trafficstarken Plattform entwickelt, die man vor Monaten in den Medien vorgestellt hat. Norbert Neiniger, Projektverantwortlicher von News1, bestätigt gegenüber "persoenlich.com" entsprechende Informationen, dass die Onlineredaktion aufgelöst wurde. Das zweiköpfige Team füllte seit April 2009 die Plattform mit eigenen Inhalten und Recherchen. Damit ist nun Schluss.
"Wir haben auf Aggregationsbetrieb umgestellt", sagt Neiniger gegenüber "persoenlich.com". Man wolle weiterhin News anbieten, die Schlagzeilen und thematischen Schwerpunkte auf der Übersichtseite würden jedoch nicht mehr von einer Redaktion bestimmt, sondern automatisch generiert. Ob das reicht, um gegen Google und das Newsnetz bestehen zu können? Neininger: "Derzeit diskutieren alle Partner, inwieweit News1 als reine Aggregationsplattform weiterbetrieben werden kann." Neiniger hält die Zukunft von News1 offen. Er schliesst im Gespräch nicht aus, dass News1 bald verschwinden könnte. Im November 2008 sagte Neininger im Interview mit "persoenlich.com", dass man die Synergien und die in den Unternehmen vorhandenen Talente für die gemeinsame Unternehmung nutzen wolle. Das Vorhaben droht allerdings auch zu scheitern.
Dass dem einst ehrgeizigen Projekt möglicherweise bald der Stecker gezogen wird, machen nämlich nicht nur die aktuellen Entlassungen deutlich. Auch die News1-Gemeinschaft brökelt allmählich. Auf Anfrage von "persoenlich.com" bestätigt die NZZ, dass man sich zusammen mit den Verlagshäusern der NZZ Gruppe im Rahmen einer Neuausrichtung aus dem News1-Verbund zurück ziehe. Der Grund: Die NZZ arbeitet derweil unter Hochdruck an der Lancierung einer neuen Onlineplattform.
Offenbar will NZZ-CEO Albert P. Stähli eine Koalition gegen das starke Newsnetz aufbauen. Auf Anfrage teilt Unternehmenssprecherin Bettina Schibli schriftlich mit: "Die NZZ-Mediengruppe fokussiert sich auf das geplante NZZ Netz, wo NZZ Online den Nukleus für den Inhalt liefert und die Regionalverlage die regionalen Nachrichten unter ihrer jeweiligen URL einbringen. Geplant ist der Launch im Herbst 2010. In einem ersten Schritt werden die Regionalverlage der Gruppe in das NZZ Netz integriert. In einer zweiten Phase steht das NZZ Netz auch weiteren interessierten Regionalverlagen offen." Gut möglich, dass sich die verbliebene News1-Gemeinschaft bald unter dem Dach der NZZ wieder findet.
An News1 beteilgten sich vor einem Jahr die NZZ, die Neue Luzerner Zeitung AG, die St. Galler Tagblatt AG, die AZ Medien AG ("Mittelland Zeitung"), die Meier + Cie AG ("Schaffhauser Nachrichten"), die Südostschweiz Medien AG sowie die Zürich Land Medien AG ("Zürichsee Zeitung", "Zürcher Oberländer", "Zürcher Unterländer").
(Text: Christian Lüscher)
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[09.03.2010 - 5.02 Uhr]
stefan m. seydel/sms ;-)
das passt: "Kein Verleger wu¨rde Ihnen das ins Mikrofon sagen. Aber wenn eine Zeitung ohne Druckerei, Verteilung und ganz ohne Journalisten entstehen könnte, sie wu¨rden es machen." dr. michael maier, berlin, im gespräch: http://blog.rebell.tv/p14256.html (jetzt liegen die vollständigen transkriptionen vom podcast vor!) |
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[09.03.2010 - 10.22 Uhr]
Patrick Stähler
Und wieder ein Projekt der Verleger, was beerdigt wird. Es reicht nicht nur etwas gegen Google aufzubauen und irgendetwas zu aggregieren.
Die grosse Frage, die sich jedes Unternehmen stellen muss, ist: Warum soll ein Kunde bei mir vorbeischauen und, im Fall von Zeitungen, Zeit bei mir verbringen? Was macht mich einmalig, dass Kunden sogar von mir begeistert sind? |
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[09.03.2010 - 15.45 Uhr]
Berhard Schwarz
@Patrick Stähler - genau! Und wenn einer kommt und was uniques neues im Medienmarkt anbietet, wird er von den GROSSEN mittels unfairen - und meist auch frech dahergelogenen Argumenten medial hingerichtet. Noch wird von der Leserschaft alles was im Blatt steht als Wahrheit angenommen.
Es steht dann immer an Anfang die Frage: "Brauchts so ein Produkt?" - Na und wenn denn, der Markt soll entscheiden und nicht die Platzhirsche. |
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