|
Die Qualität von Wikipedia-Einträgen hängt davon ab, wie die Autoren untereinander zusammenarbeiten. Die Kollaborationsmuster haben einen direkten Effekt auf die inhaltliche Qualität eines Artikels. Zu diesem Schluss kommt eine Untersuchung der Universitätsprofessorin Sudha Ram vom Eller College of Management an der University of Arizona in Kooperation mit dem Doktoratsstudenten Jun Liu. Bisher hätten sich Untersuchungen zu Wikipedia hauptsächlich damit beschäftigt, wie gross die Gesamtzahlen von Bearbeitungen sind oder wie viele Autoren an einem Beitrag mitgeschrieben haben, so Ram. "Was gefehlt hat, war eine Erklärung dafür, wieso manche Artikel von hoher Qualität sind und andere nicht."
Wikipedia führt ein eigenes Bewertungssystem die Qualität der Artikel betreffend. An der Spitze stehen Sonderartikel, gefolgt von Einträgen in den Kategorien A, B und C. Ram und Liu untersuchten insgesamt 400 Beiträge - zufällig ausgewählt quer durch alle Kategorien, berichtet EurekAlert. "Wir haben Datenbankanalysen eingesetzt und diverse Muster der Zusammenarbeit auf Basis dessen, wer was zu einem Artikel beiträgt, identifiziert", erläutert Ram.
Insgesamt wurden sieben spezifische Rollen von Wikipedia-Autoren definiert. Die "Beginner" etwa sind demnach jene, die einzelne Sätze verfassen, aber ansonsten nicht viel mehr beitragen. Die "Inhalte-Rechtfertiger" schreiben ebenfalls Sätze dazu, belegen diese aber noch mit Quellen und Links. Dann gibt es wiederum eine Gruppe, die sich hauptsächlich darauf beschränken, vorhandene Sätze zu modifizieren. Einzelne Nutzer übernehmen aber auch mehrere Aufgaben auf einmal, diese kategorisiert Ram als "Allrounder".
Laut Ram zeigte sich bei den Vergleichen und Auswertungen, dass die Allrounder an Artikeln mit der höchsten Qualität am häufigsten beteiligt sind. Um wirklich gute Artikel zu generieren, müssen aber viele Autoren der verschiedenen Typen zusammenarbeiten. (pte)
|