07.11.2017

KS/CS Kommunikation Schweiz

Dachverband lehnt No-Billag-Initiative ab

Die Vorlage sei wirtschaftsschädigend und verhindere auf unschweizerische Art einen konstruktiven Dialog über den Service public.
KS/CS Kommunikation Schweiz: Dachverband lehnt No-Billag-Initiative ab
Sein Verband sagt Nein zu «No Billag»: Kommunikation-Schweiz-Präsident Filippo Lombardi. (Bild: Kestone/Benedetto Galli)

Im Interesse der Kommunikationsbranche und vieler Wirtschafts­sektoren, die für ihren Markterfolg auf Werbung angewiesen sind, lehnt der Dach­­verband der kommerziellen Kommunikation, KS/CS Kommunikation Schweiz, die wirtschaftsschädigende Volks­initiative «Ja zur Abschaffung der Radio- und Fernsehgebühren» ab.

KS/CS Kommunikation Schweiz erachte eine vielfältige und lebendige Medien­landschaft als eine zentrale Voraussetzung für eine prosperierende Kommunikations- und Volkswirt­schaft in der Schweiz, heisst es in einer Mitteilung. Vor diesem Hintergrund messe der Dachverband der kommerziellen Kommunikation neben den privaten Anbietern auch dem Service public vitale Be­deu­tung zu. Gleichzeitig begrüsst er eine Grundsatz­diskussion über die künftigen Möglichkeiten und Grenzen des öffentlichen Dienstes in der Medienwelt und insbesondere der SRG.

Die No-Billag-Initiative sei da­gegen ein Kahlschlag, der bei Weitem nicht nur die SRG treffe. Direkt betroffen wären auch die Mitarbeitenden von 21 privaten Lokalradios (kommerzielle und komplemen­täre) und 13 Regionalfernseh­sendern mit Gebührenanteilen. Die Initiative ver­hindert laut dem Verband auf unschweizerische Art einen konstruktiven Dialog über den Service public der SRG und der konzessionierten Privaten. Aufgrund der zumindest kurzfristig massiven Beschnei­dung des Werbe­platzangebots wür­den auch Werbeauftraggeber und Agenturen stark be­nachteiligt.

KS/CS Kommu­ni­kation Schweiz erinnert daran, dass bereits ein zehnprozenti­ger Rückgang allein in der Kommunikationswirtschaft rund 2200 Arbeitsplätze vernichten und Steuer­ausfälle in der Höhe von 15,5 Millionen Franken pro Jahr bewirken würden. Ein solcher Rückgang hätte zudem überpro­por­tiona­le Auswirkun­gen auf viele anderen Wirtschaftssektoren, die für ihr Wachstum auf Werbung angewiesen sind. Der Dach­verband der kommerziellen Kom­mu­nikation lehnt des­halb die No-Billag-Initiative klar ab, wie er schreibt. (pd/wid)



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Kommentare

  • erich heini, 07.11.2017 11:52 Uhr
    Den konstruktiven Dialog haben Parlamentarier wie Lombardi beharrlich verhindert.
  • Roald Hofmann, 07.11.2017 11:58 Uhr
    Ich bin nicht bereit, mit zwangsweise erhobenen Gebühren auf Halde produzierte Akademiker (Ethno, Psycho u Soziologen) zu finanzieren, die im normalen Erwerbsleben nicht beschäftigt würden. Zudem ist klarzustellen, dass "service public" nicht darin bestehen kann, das durch das Wachstum der Bevölkerung von 7 auf 9 Mio Einwohner um rund 25 % angewachsene Gebührenvolumen in zusätzlichen Kanälen und Mediengefässen zu verbrauchen; beim Wasseranschluss zuhause (ebenfalls service public) bekomme ich nur kaltes Wasser geliefert, wärmen muss ich es selber, und es hat auch keinen Hahn für Citor- und Orangenlimonade, sondern nur einen, für das Basisbedürfnis nach fliessendem Wasser. Deshalb: JA zu "no-BILLAG" = JA zu einer entmonopolisierten Medienlandschaft.

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