20.10.2017

KKL Luzern

«Das gesamte KKL-Team ist Markenbotschafter»

Die Mitarbeitenden machen den entscheidenen Unterschied: Davon ist Philipp Keller überzeugt. Gegenüber persoenlich.om erklärt der CEO des KKL Luzern die Hintergründe des aufgefrischten Markenauftritts und das Konzept der sechs «KKL-Herzmenschen».
KKL Luzern: «Das gesamte KKL-Team ist Markenbotschafter»
Er war vorher Mitglied der Geschäftsleitung der Privatklinikgruppe Hirslanden: Philipp Keller. (Bild: zVg.)
von Edith Hollenstein

Herr Keller, Sie sind seit 1. April im Amt. Ist diese Markenrepositionierung sozusagen Ihr erster grosser Streich als CEO?
Die Vorarbeiten dafür haben schon viel früher, vor rund zwei Jahren begonnen. Seit meiner Ernennung zum neuen CEO vor rund einem Jahr wurde ich ins Projekt miteinbezogen. So konnte ich in die Strategie- und Designphase mitgestalten. Unser Rebranding ist aber keine persönliche Sache, sondern das Ergebnis einer gelungenen Team-Arbeit zwischen unserer Trägerstiftung, dem Verwaltungsrat, der Geschäftsleitung und dem Marketing-Team.

Das KKL Luzern erwirtschaftet jährlich einen Umsatz von rund 31 Millionen Franken. Welcher Bereich bringt die meisten Erträge?
Im Veranstaltungsbereich erwirtschaften wir jährlich rund 10 Millionen mit der Vermietung unserer Räume und Dienstleistungen. Weitere 14 Millionen erzielt unsere Event-Gastronomie sowie die Bars und Restaurants im KKL Luzern. Der dritte Pfeiler ist unser Ticketing mit rund 7 Millionen Umsatz.

Es heisst, Kultur habe in diesen Zeiten einen schweren Stand. Sehen Sie das auch so?
Die Kundenbedürfnisse wandeln sich stetig und eine Organisation sollte genügend agil sein, um fortlaufend auf diese Veränderungen einzugehen. Dies gilt für alle Branchen; nicht nur für die Kultur. Im KKL Luzern etablieren wir eine Unternehmenskultur, die mutige und rasche Entscheide der Mitarbeitenden möglich macht und fördert. Auch nehmen wir Kundenfeedbacks sehr ernst und versuchen, uns entlang der «Customer Journey» zu verbessern.

Was für eine Strategie haben Sie sich zurechtgelegt?
Unsere Ambition ist, dass wir so professionelle und charmante Gastgeber sind, dass man unbedingt ins KKL kommen möchte. Dies soll für Gäste, Künstler, Veranstalter oder potentielle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gleichermassen gelten. Um dieses Ziel zu erreichen, sehe ich unsere Mitarbeitenden im Zentrum. Sie können durch ihre Arbeit den entscheidenden Unterschied ausmachen. Wir können heute sämtliche Dienstleistungen, von Gastronomie über Technik bis zu Ticketing selber anbieten und damit die Erlebniskette vom Erstkontakt bis zur Verabschiedung selber gestalten. Es liegt also an uns selbst, der beste Player auf dem Markt zu sein.

Dabei ist auch der Markenauftritt wichtig.
Ein moderner Markenauftritt, der multimedial und zielgruppengerecht eingesetzt werden kann, ist zentral. Diese «Toolbox» konnten wir mit unserem neuen Corporate Design in Zusammenarbeit mit unserer Lead-Agentur Process Group erstellen. Ebenso wichtig ist für mich die Verankerung gegen innen. Ein schönes Design nützt uns wenig, wenn das KKL-Team die Markenwerte nicht täglich lebt. Wir sehen das gesamte KKL-Team als Markenbotschafter und haben verschiedene Aktionen zur internen Verankerung unser neuen Werte lanciert. Zum Beispiel haben wir sechs «KKL-Herzmenschen» gewählt, die als Delegierte aller Markenbotschafter nun weitere Massnahmen umsetzen werden. Auf Kaderstufe arbeiten wir in einem «Culture Board» an Themen der Unternehmenskultur und der Führung.

Die neuen vier Markenwerte sind «Erlebnis-Partner», «Perfekter Gastgeber», «Kreative Pioniere» und «Weltklasse-Luzerner». Wie konkret lassen sich «Kreative Pioniere» am KKL festmachen?
Das ist unser hoher Anspruch an uns selbst. Bei diesem Markenwert geht es darum, immer wieder neue Lösungsansätze anzustreben und im Umgang mit Kundenanliegen offen und kreativ zu sein. Ebenso möchten wir neue Event-Formate akquirieren und diese nach Luzern bringen.

… und «Weltklasse-Luzerner»?
Wir sind ein Haus mit sehr hohem architektonischen Anspruch, das stark in Luzern verankert und stolz auf seinen Ursprung ist. Zugleich möchten wir aus Luzern heraus Weltklasse-Angebote bieten, die wiederum der Stadt und der Region zu Gute kommen. Hier vergleichen wir uns mit unseren Mitbewerbern aus Sydney, London und Hamburg. Wir möchten weltweit zu den Besten gehören. Diese Zielsetzungen führten zum Markenwert «Weltklasse-Luzerner».

Wo wird das Keyvisual, die «Inspirationswelle» (siehe Video oben), eingesetzt?
Die Welle steht für das, was im KKL in der Luft liegt: Die Aura, der Klang, das persönliche, emotionale Erlebnis. Jeder Gast nimmt die Welle anders war und verknüpft sie mit seinem persönlichen KKL-Moment. Die Inspirationswelle dient als sinnlicher, roter Faden in zahlreichen Kommunikationsmitteln.

Sie wohnen in Luzern und haben eine Familie mit drei Kindern. Was ist für Sie persönlich «Inspiration», respektive wovon lassen Sie sich inspirieren für Ihre Arbeit?
Wir sind erst im August nach Luzern gezogen und ich geniesse zum Beispiel die morgendliche kurze Fahrt mit dem Velo ins KKL. Und wenn dann wie heute die Sonne grad über den Bergen aufgeht, wird mir bewusst wie gross mein Privileg ist, hier an diesem wundervollen Ort arbeiten und leben zu dürfen. Oder ich sitze einfach auf ‹meiner› Parkbank vor dem Konservatorium mit dem Vierwaldstättersee im Breitbildformat vor mir und hänge meinen Gedanken nach. Dies ist für mich gleichzeitig erholsam und lässt im Kopf Neues entstehen.


Philipp Keller hat die Fragen schriftlich beantwortet.



Kommentar wird gesendet...

Kommentare

Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:

Anzeige
Zum Seitenanfang