11.03.2018

Studie zu Beruf und Familie

Schweiz ist fast so schlecht wie die Türkei

Tief sind die Werte bei der Schulbildung der Frauen, Lohngleichheit, Kinderbetreuung und dem Mutterschaftsurlaub.
Studie zu Beruf und Familie: Schweiz ist fast so schlecht wie die Türkei

Südkorea, Japan, Türkei: Nur in diesen Mitgliedsländern der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) seien Frauen auf dem Arbeitsmarkt noch schlechter gestellt als in der Schweiz. Das schreibt die «SonntagsZeitung», gestützt auf den diesjährigen Glass Ceiling Index des britischen Wirtschaftsmagazins «The Economist». Die Schweiz belegt Platz 26 von 29 OECD-Ländern. Die besten Bedingungen haben Frauen, die in Schweden, Norwegen, Island oder Finnland arbeiten. Die nordischen Länder zementieren also ihren Vorsprung, wenn es um Gleichstellung geht.

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Der Index erfasst, wie gut oder eben schlecht Frauen in den Arbeitsmarkt eines Landes integriert sind. Er macht das an Merkmalen wie Gehalt, Mutter- und Vaterschaftsurlaub, Schulbildung, Kosten für Kinderbetreuung und Frauenanteil in Geschäftsleitungen fest. Besonders schlecht schnitt die Schweiz in vier Kategorien ab: der Schulbildung der Frauen (letzter Platz), der Lohngleichheit (Platz 21), der Kinderbetreuung (zweitletzter Platz) und dem Mutterschaftsurlaub (drittletzter Platz). Der Index zeige vor allem, dass die Schweiz bei der Vereinbarkeit von Beruf und Familie im Rückstand sei, lässt sich Nicole Schwab, Co-Gründerin der Organisation Edge, die Firmen für die Gleichstellung der Geschlechter zertifiziert, in der «Sonntagszeitung» zitieren.

Letzte Woche wurde pünktlich zum internationalen Tag der Frauen in Zürich der Schilling-Report veröffentlicht. Dieser zeigt, dass die Gleichstellungsziele wieder weiter in die Ferne gerückt sind. Der Frauenanteil in den Geschäftsleitungen der grössten Schweizer Arbeitgeber ist gesunken. Auch in der Kommunikationsbranche sind die Zahlen tief: Bei der SRG, Tamedia, Ringier und APG sind von insgesamt 27 GL-Mitgliedern nur gerade 3 weiblich (persoenlich.com berichtete). (pd/eh)

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Kommentare

  • Burgstaller Julia, 12.03.2018 15:03 Uhr
    Schön, dass Offensichtliches auch mit Statistik unterlegt wird. ÄNDERN wird sich hier so schnell wohl nichts.
  • Lucas Gerig, 12.03.2018 23:26 Uhr
    Unschön, dass eine Statistik reicht, und schon glaubt mancher, dass es bei der Schulbildung der Frauen in der Schweiz nur auf den letzten Platz unter den aufgezählten Ländern gereicht habe... Was sind die Kriterien? Fragen wir zum Beispiel, wie viel Analphabetinnen wir hier in der Schweiz haben: 5 % , wie Schweden, Norwegen, etc. Und wieviel % wären es wohl, wenn wir nur die Frauen zählen,die hier aufgewachsen sind? Ich schätze, nicht mehr als 0,5-1 % . Die Türkei hat 19 %, Portugal 15 %, Spanien 5 %, um willkürlich drei OECD Länder aufzuzählen. Wo ist nun die Schulbildung besser? Bei den anderen Kriterien, na ja, da haben wir wohl mehr Aufholbedarf. Aber das wissen wir auch ohne OECD-Statistik
  • Bernhard Rosenberg, 13.03.2018 00:57 Uhr
    Na ja, in dieser Frage die Tuerkei mit Japan oder Suedkorea zu vergleichen, und die Schweiz auf dieselbe Stufe mit der Tuerkei zu stellen, deklassiert die Studie fuer die Tonne. Ich habe sehr viel in Japan zu tun, und kann aus eigener Anschauung sagen, dass die Frauen dort sehr gebildet sind, und vielen Europäern in ihren ureigenen Kulturfeldern (Klassische Musik, Literatur, Kunst,... ) jede Menge an Wissen und Bildung voraus haben. Mittlerweile ist die Europäische Klassik in Japan, Südkorea und China mehr zu Hause als bei uns in Europa. Es sei denn man versteht unter Bildung den Umgang mit Handys (aber auch da sind uns die aus Fernost haushoch überlegen) oder das Wissen um HipHop, Rap, etc. Wir in Europa sind mittlerweile überall abgehängt, und kümmern uns lieber um vollkommen überflüssiges, wie Genderfragen, oder Quotenfragen.

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