15.11.2000

Advico Young & Rubicam für die Stadt Zürich

"Nur eine weltoffene Stadt ist eine Weltstadt" – eine Kampagne gegen Fremdenfeindlichkeit, mitgetragen von privaten Partnern.

Was der Zürcher Stadtrat bereits Anfang September angekündigt hat, wird jetzt Tatsache: Der Gemeinderat hat am 1. November grünes Licht für eine gross angelegte Öffentlichkeitskampagne gegeben. Die von der Werbeagentur Advico Young & Rubicam entwickelte Kampagne richtet sich an alle Menschen, die in Zürich leben und arbeiten. Ohne zu belehren und ohne zu moralisieren, lädt sie ein, darüber nachzudenken, wie es sich in Zürich ohne Ausländer leben würde.

Weshalb eine Öffentlichkeitskampagne?

Nicht erst seit der abgelehnten 18 Prozent-Initiative wird immer wieder auf die Notwendigkeit einer besseren Integration der Ausländer in der Schweiz hingewiesen. Zürich will diese Forderung in die Tat umsetzen. Denn eine Kultur-, Wirtschafts- und Wissensstadt, die mit dem Ausland auf verschiedenste Weise verbunden ist, kann sich kein fremdenfeindliches Klima leisten. Deshalb enthält der Bericht zur Integrationspolitik der Stadt Zürich ein breites Massnahmenpaket für ein besseres Zusammenleben in der Stadt. Die vorliegende Kampagne ist eine dieser Massnahmen. Sie zeigt auf einfache Art und Weise, welchen Beitrag die ausländische Wohnbevölkerung in dieser Stadt und für diese Stadt leistet. Und sie erinnert daran, dass Integration das beste Mittel gegen Fremdenfeindlichkeit ist.

Die Leute dort erreichen, wo ihre Interessen sind

Auf einem Plakat vor dem Opernhaus steht: "Stellen Sie sich vor, im Opernhaus würden nur Zürcherinnen und Zürcher singen." Beim Hallenstadion lesen wir: "Stellen Sie sich vor, bei den ZSC Lions würden nur Zürcher spielen." Und auf dem Tischset im Restaurant: "Stellen Sie sich vor, in Zürichs Beizen gäbe es nur Züri-Gschnätzlets." Dies sind drei von insgesamt vierzehn Aussagen, jeweils ergänzt mit dem Kernsatz: "Nur eine weltoffene Stadt ist eine Weltstadt." Mit jeder Aussage sollen verschiedene Menschen mit verschiedenen Interessen erreicht werden. Wobei die Texte bei den Lesern individuelle Bilder auslösen und sie individuelle Schlüsse ziehen lassen. So wird es einem ZSC-Lions-Fan unter Umständen gleichgültig sein, wer im Opernhaus singt, nicht aber, wer in seiner Lieblingsmannschaft spielt und die Tore schiesst. Gleiches gilt wohl auch für Opernliebhaber (Wobei nicht auszuschliessen ist, dass Opernhausbesucher nicht auch ZSC- Lions-Fans sein können und umgekehrt!).

Zum Beispiel Richard Schuppisser und Mary Wamaitha

Ergänzt wird die Printkampagne durch zwei TV- und Kinospots, produziert von der jungen Zürcher Firma Chocolate. Sie zeigen auf verblüffende Art, dass viele Bewohnerinnen und Bewohner Zürichs mit ausländischen Wurzeln schon längst waschechte Zürcherinnen und Zürcher sind. So erzählt der ZSC-Lions-Junior Richard Schuppisser von seinem Hobby. Und wir merken erst am Schluss, dass Richard ursprünglich aus Jamaika stammt. Und die Kenyanerin Mary Wamaitha, zurzeit einzige schwarze Flight Attendant bei der Swissair, stellt fest, dass sie immer wieder gerne nach Hause, nach Zürich, kommt.

Die vierzehn Textsujets erscheinen ab 16. November als Plakate in der ganzen Stadt Zürich, als Inserate in Tageszeitungen und in den Programmheften des Opernhauses, des Schauspielhauses, der ZSZ Lions sowie in verschiedenen Veranstaltungskalendern. Der TV-Spot ist ab dem 16. November auf Tele Züri und die Kinofilme sind ab Dezember in den städtischen Kinos zu sehen.

Die Wirtschaft steht dahinter

Mehrere namhafte Partner aus der Privatwirtschaft unterstützen die Öffentlichkeitskampagne entweder durch finanzielle Zuwendungen oder durch Verzicht auf Honorarforderungen. Die Wirtschaft steht aber auch in politischer und moralischer Hinsicht hinter der Kampagne und setzt damit ein starkes Signal für "Zürich, die weltoffene Stadt". Auch diverse Medien haben Werberaum gratis oder zu stark reduzierten Tarifen zur Verfügung gestellt, genauso wie die beteiligten Agenturen und Produktionsfirmen, die zu einem stark reduzierten Preis gearbeitet haben.

Verantwortlich bei der Präsidialdepartement der Stadt Zürich, Fachstelle für Stadtentwicklung: Brigit Wehrli-Schindler; bei Advico Young & Rubicam, Zürich-Gockhausen: Peter Felser (Gesamtverantwortung), Hansjörg Zürcher (CD), Jürg Brechbühl (Text), Valentina Herrmann (AD), Petra Hiltenbrand (Beratung); Chololate Films, Zürich: Nadia Rosasco (Produzentin), Benjamin Kempf (Regie)



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