08.01.2015

Der Kampf gegen die Schere im eigenen Kopf

Noch ist es zu früh, um die weitreichenden Folgen des Terrorangriffs auf die Redaktion der Satirezeitschrift "Charlie Hebdo" abzusehen, noch steht die endgültige Anzahl der Opfer nicht fest. Die Anzeichen aber verdichten sich, dass es sich um einen islamistischen Terrorakt handelt: Augenzeugen berichteten schon am Nachmittag, dass die kaltblütig operierenden Mörder bei ihrem Angriff in der Redaktion "Allah Akbar!" (Gott ist gross) gerufen haben, und "Charlie Hebdo" hatte den Hass vieler Muslime durch die Veröffentlichung von Mohammed-Karikaturen und satirischen Texten über den Propheten auf sich gezogen.
von Norbert Neininger

 

Noch ist es zu früh, um die weitreichenden Folgen des Terrorangriffs auf die Redaktion der Satirezeitschrift "Charlie Hebdo" abzusehen, noch steht die endgültige Anzahl der Opfer nicht fest. Die Anzeichen aber verdichten sich, dass es sich um einen islamistischen Terrorakt handelt: Augenzeugen berichteten schon am Nachmittag, dass die kaltblütig operierenden Mörder bei ihrem Angriff in der Redaktion "Allah Akbar!" (Gott ist gross) gerufen haben, und "Charlie Hebdo" hatte den Hass vieler Muslime durch die Veröffentlichung von Mohammed-Karikaturen und satirischen Texten über den Propheten auf sich gezogen. Spätabends gestern dann Hinweise darauf, dass die Täter identifiziert sind.

Dieses Massaker erschüttert eine Gesellschaft, die sich nicht erst seit dem Attentat auf drei jüdische Kinder und ihren Religionslehrer vor drei Jahren mit dem Extremismus beschäftigen muss. Auch wenn nur eine Minderheit der Muslime Fundamentalisten sind, wächst der Antisemitismus seit Jahren. Und als Reaktion gewinnt Marine Le Pens Front National Stimmenanteile. Nun stehen Frankreichs Flaggen auf halbmast, und die Nation scheint in Trauer und Entsetzen vereint. Zahlreiche Regierungsvertreter von Ländern der freien Welt verurteilten den Terrorakt gegen die Freiheit, im Besonderen gegen die Pressefreiheit, auf das Schärfste und betonen, man dürfe sich dadurch nicht einschüchtern lassen. Im Gegenteil: Es gelte jetzt erst recht, das Recht auf freie Meinungsäusserung zu verteidigen.

Das können wir alle tun, indem wir den Kampf gegen die Schere im eigenen Kopf aufnehmen. Denn nicht nur die Radikalisierung der französischen Gesellschaft ist das Ziel solcher Terroristen, sondern auch die Einschüchterung – und damit die Selbstzensur – von uns allen.



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