15.12.2015

Studie

Schweizer informieren sich hauptsächlich über das Internet

Als glaubwürdig bewertet werden Inhalte der SRG, von Kaufzeitungen und Behörden.
Studie: Schweizer informieren sich hauptsächlich über das Internet
von Redaktion persoenlich.com

Nur noch sieben von 100 Schweizern haben gar keinen Internet-Zugang, 88 nutzen das Internet selber – immer länger und bedeutend häufiger auch unterwegs –, weitere fünf bitten andere, etwas für sie im Internet zu machen. Das Internet ist heute gemäss einer Erhebung von der Universität Zürich die wichtigste Informationsquelle und viele Anwendungen sind tägliche Routine.

Das Internet ist erstmals die wichtigste Informationsquelle der Schweizer Bevölkerung. Printmedien, Radio und Fernsehen liegen deutlich zurück. Knapp zwei Drittel der Bevölkerung halten die Hälfte der Internetinhalte für glaubwürdig, vor allem jene der SRG, von Kaufzeitungen und Behörden.

Service-Public bleibt wichtig

Inhalte sozialer Online-Netzwerke geniessen vor allem bei Jüngeren nur geringes Vertrauen. Alle Informationsquellen, auch Webseiten, verzeichnen im Jahresvergleich einen Glaubwürdigkeitsverlust.

Zwei Drittel der Schweizer Bevölkerung stimmen der Aussage zu, dass ein Service-Public-Auftrag auch in Zeiten des Internet wichtig sei. 38 Prozent stimmen dieser Aussage sogar stark zu. Im Tessin, bei höherem Alter, Einkommen und Bildungsgrad sowie bei Männern ist die Wertschätzung des Service Public höher.

Immer länger im Netz

Seit 2011 hat sich die durchschnittliche Nutzungsdauer auf 22 Stunden pro Woche mehr als verdoppelt. Und auf 63 Prozent der Befragten gar verdreifacht hat sich – dank der Verbreitung von Smartphones – die mobile Internetnutzung.

Nach einem Rückgang zwischen 2011 und 2013 sind die geschlechtsspezifischen Unterschiede wieder grösser geworden. Während immer mehr Männer das Internet nutzen, ist laut Mitteilung der Anteil der Frauen nicht gewachsen. Sie nutzen das Internet auch weniger lange und weniger häufig: 22 von 100 Frauen – doppelt so viele wie Männer – begnügen sich mit maximal 5 Stunden pro Woche.

Frauen schätzen zudem ihre eigenen Internet-Kenntnisse kleiner ein als Männer. Dies sei problematisch, heisst es in der Mitteilung: Schlechte Internet-Fähigkeiten brächten es mit sich, dass sich die Betreffenden weniger als Teil der Informationsgesellschaft empfinden und sich auch weniger gut um aktiven Datenschutz kümmern.

Sorgen um Datenschutz

Die politische Informationssuche im Netz steigt seit 2011 stärker als die Diskussionsbeteiligung oder digitale Protestaktivitäten. Politische Debatten werden hingegen nach wie vor lieber ausschliesslich offline (67 Prozent) als online (7 Prozent) geführt.

Um 15 Prozentpunkte auf 63 Prozent angestiegen ist der Anteil der Befragten, die es sicherer finden, im Internet nicht alles zu sagen, was man über Politik denkt. Dass die Regierung den Datenschutz verletzen könnte, befürchten immerhin 40 von 100 Befragten. Dagegen macht sich jede und jeder zweite Sorgen, dass Unternehmen ihre Privatsphäre online verletzen. (pd/sda)


Die Umfrage wurde im Rahmen der vergleichenden Langzeitstudie "World Internet Project" (WIP) von einem Team um Michael Latzer vom Institut für Publizistikwissenschaft und Medienforschung der Universität Zürich durchgeführt. Sie basiert auf einer repräsentativen Umfrage des Link-Instituts bei 1121 Personen zwischen 14 und 84 Jahren.

Bild: Keystone, Grafiken: WIP 2015



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