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07.03.2016

Crowdfunding

«Bier statt Bomben»

Studentenverbindungen trinken gerne und viel – nun auch für den guten Zweck und das Rote Kreuz.
«Bier statt Bomben»

Die Studentenverbindung Glanzenburger aus Zürich hat am 29. Februar ihr Crowdfunding Projekt «Saufen für den Frieden» gestartet. Während 100 Tagen kann man den Studenten Bier spenden, das sie dann an einem Abend im Juli trinken müssen.

Kommen auf diese Weise über 10'000 Franken zusammen, geht der gesamte Betrag an das Rote Kreuz. Wird die 10'000 Franken-Grenze nicht erreicht, fliessen die Beträge an die jeweiligen Spender zurück. Dass es dazu kommen wird, scheint aber unwahrscheinlich: Innerhalb von weniger als einer Woche sind über die Crowdfundingplattform 100-Days bereits 4'492 Franken eingegangen.

Die Zürcher Studenten rechnen mit Spenden aus verschiedenen Beweggründen: «Während die einen etwas Gutes für Menschen in Not tun wollen, werden andere nur spenden um der Verbindung einen ordentlichen Brummschädel zu verpassen», schreiben die Glanzenburger in einer Pressemitteilung.

Etwas riskant an der Aktion scheint, dass die Verbindung für ihre Sammelaktion keine Obergrenze gesetzt hat. Auf die Gefahr eines Grosserfolges angesprochen meint der Projektinitiator Martin Fussen, dass man tatsächlich noch nicht genau wisse, wie man mit mehreren 100 Litern Bier umgehen wolle: «Wir rechnen mit 50 bis 70 Trinkern. Sollte ein weitaus grösserer Betrag gespendet werden, überlegen wir uns, aus der Aktion ein öffentliches Fest zu machen», sagt Fussen gegenüber persoenlich.com.

«Die Idee kam uns, weil wir seit Jahren versuchen gegen das Klischee der saufenden Studentenverbindung anzukommen. Nun machen wir es halt anders: wir nehmen das Klischee bewusst und selbstironisch auf.»

Die Kritik vom «Blauen Kreuz», eine solche Aktion würde Alkohol verharmlosen (20min.ch berichtete) verstehe er durchaus, sagt Fussen, schliesslich sei die Aktion provokant. Aber: «In einer Studentenverbindung wird traditionell Bier getrunken, wir verknüpfen das jetzt einfach mit einer gemeinnützigen Tat.» Und das Fest werde in einem vernünftigen Rahmen stattfinden, versichert er. (lcv)

Bild: zVg


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