30.10.2000

Hans Ulrich Schweizer und Hans Tanner – Das Interview

Mehr als dreissig Jahre ist die Wirz Werbung von Hans Ulrich Schweizer geprägt worden. Im nächsten Jahr soll nun die offizielle Stabsübergabe an Hans Tanner erfolgen. In der neuen Ausgabe von "persönlich", die am Donnerstag erscheint, gibt das Duo Auskunft darüber, was der Generationenwechsel bewirkt und wie sich die Beteiligungsverhältnisse bei Wirz ändern könnten. Heute lesen Sie auf "persoenlich.com" einen kleinen Auszug.
Hans Ulrich Schweizer und Hans Tanner – Das Interview

Herr Schweizer, wird sich das Bild, das man von aussen von Wirz hat, nach dem Generationenwechsel ändern?

Der Name Wirz stand nie für spektakuläre Kampagnen im Sinn von Raketen oder von Nonnenfürzen. Der Name stand und steht für das Bemühen, einen guten Job zu machen mit überdurchschnittlicher Qualität. Meistens ist uns das auch gelungen. Hinter der Marke Wirz erwartet man überdurchschnittliche Qualität in hoher Konstanz. Ich würde meinen, die Brillanz wäre das, was man gerne erreichen möchte.

Wenn Sie, Herr Schweizer, Brillanz erreichen möchten, so haben Sie sie noch nicht erreicht?

Ich spreche von Brillanz im Sinn von Glitzern, im Sinn von "Show-off". Vom Wesen her betreibt Wirz eher Understatement. Die Selbstzelebrierung war nicht unsere Sache. Wir hätten viel mehr Facetten zumindest publizistisch besser ausleuchten können. Nur zum Beweis: Kürzlich veröffentlichten Bilanz und Cash Ratings der Geschäftsberichte. Wer hat es geschafft, in beiden Ratings je vier Geschäftsberichte unter die ersten zehn zu bringen? Das war Wirz. Und wer hat es geschafft, bei beiden Ratings die Nummer eins zu stellen mit dem Roche-Geschäftsbericht? Wirz!

Herr Tanner, Sie kamen Anfang dieses Jahres von der WHS zu Wirz. Was nahmen Sie mit von dort, das Sie jetzt positiv anwenden können?

Der Glaube an die Sache, der Instinkt, das Bekenntnis zur Qualität. Alles, was man macht, muss Qualität haben, und Qualität entsteht nur im Zusammenspiel von Personen. Bei WHS habe ich gelernt, wie im Zusammenspiel der richtigen Leute Qualität entsteht. Das Geheimnis also, oder wie immer man das nennen will, warum in gewissen Agenturen Superarbeit geleistet wird, in anderen Agenturen hingegen weniger Gutes.

Worin liegt dieses Geheimnis?

In einem gewissen Feu sacré, im Engagement, in der Art, wie man die Leute motiviert, wie man das Spiel der Kräfte, das durch das Zusammengehen der richtigen Leute entsteht, nicht bremst, sondern im Gegenteil aktiv fördert.

Herr Schweizer, fällt es Ihnen schwer, das Ruder abzugeben?

Das glaube ich nicht. Und zwar nicht deswegen, weil ich mich darauf freuen würde, endlich fischen gehen oder Golf spielen zu können. Ich fische nicht, und ich spiele auch nicht Golf. Ich bin aber auch kein Mensch, der Befriedigung findet beim Nichtstun. Ich will aktiv bleiben, solange es die Gesundheit zulässt. Ich bin froh, dass jetzt Hans Tanner da ist und mir gewisse Dinge abnimmt, die ich als pflichtbewusster Mensch zwar immer erledigt habe, die mir aber gar nicht so wahnsinnig Spass gemacht oder mich nicht sehr interessiert haben. Dinge etwa im operativen Bereich, im "Day to Day"-Kampf an der Front. Ich ziehe mich also von der Front zurück und bringe mein Know-how in das Amt des VR-Präsidenten der Werbeagentur und der Wirz Identity ein.



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