03.10.2000

pro juventute fordert Werbeverbot für Suchtmittel

In einem ersten Schritt soll Tabakwerbung, die auf Jugendliche abzielt, per sofort verboten werden.

pro juventute begrüsst die vom Bundesamt für Gesundheit entworfenen Ziele zur Tabakprävention und fordert ein sofortiges Verbot von Tabakwerbung, die sich an Kinder und Jugendliche richtet. Weiter verlangt sie ein Verkaufsverbot von Tabakwaren an unter 16-Jährige, eine Preiserhöhung der Tabakwaren sowie ein Rauchverbot in öffentlichen Gebäuden. Dies schreibt die Stiftung in einer Mitteilung vom Dienstag.

Die Zahl der jugendlichen Rauchenden habe in den vergangenen Jahren stark zugenommen: 1997 rauchten bei den 15- bis 19-Jährigen 42 Prozent der Männer und 38 Prozent der Frauen. Im Vergleich zu 1992 bedeute dies eine Zunahme von 42 Prozent bei den Männern und 110 Prozent bei den Frauen. Jedes Jahr würden 8000 bis 10'000 Menschen in der Schweiz an den Folgen des Tabakkonsums sterben. Weil eine früh begonnene Rauchkarriere zu einem stärkeren und länger dauernden Konsum führt, unterstütze pro juventute alle Massnahmen, welche den Einstieg von Kindern und Jugendlichen in den Tabakkonsum verhindern oder zumindest hinaus schieben würden.

Angesichts der bescheidenen finanziellen Ressourcen schlage pro juventute vor, sich auf die Massnahmen zu beschränken, die den Einstieg verhindern und vor Passivrauchen schützen sollen. pro juventute fordert daher im Rahmen der politischen Massnahmen ein sofortiges Verbot von Tabakwerbung, die sich an Kinder und Jugendliche richtet (Kinowerbung, Plakatkampagnen). pro juventute fordert weiter, dass Tabakwaren nicht mehr an unter 16jährige verkauft werden dürfen und die Tabakbesteuerung auf das EU-Maximum angehoben wird (was eine Verteuerung des Zigarettenpäckchens von heute 4.50 auf 5.20 Franken zur Folge hätte). Zudem solle – ähnlich wie in den USA – ein generelles Rauchverbot in öffentlichen Gebäuden eingeführt werden. Mittelfristig macht sich die Stiftung für ein generelles Werbeverbot aller Suchtmittel stark.


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