06.10.2019

LSA-Ranking

Prominente Kritik an der Agentur-Rangliste

Das Ranking der Leading Swiss Agencies wirft Fragen auf. Warum werden Einzelagenturen und Netzwerke vermischt? Und können die ausgewiesenen Bruttoerträge überhaupt stimmen? Der LSA nimmt Stellung zu Kommentaren in der persoenlich.com-Leserspalte.
LSA-Ranking: Prominente Kritik an der Agentur-Rangliste
Sind am Donnerstag erschienen: Die LSA-Rankings zu den Kommunikationsagenturen und den LSA-Medienagenturen. (Bild: persoenlich.com)
von Christian Beck

Publicis Zürich ist auf Platz 1 im Ranking der Kommunikationsagenturen, Dentsu Aegis Network neu auf Platz 1 der Mediaagenturen. Noch während nach der Neuigkeit vom Donnerstagmorgen bei den Siegern die Korken knallen, gehen bei persoenlich.com kritische Leserkommentare ein.

So schreibt Manfred Strobel, CEO von Mediaschneider, nur sieben Minuten nach Erscheinen des persoenlich.com-Artikels: «Darf ich darauf hinweisen, dass hier Einzelagenturen und Agenturgruppen vermischt werden. Es kann doch nicht angehen, dass Dentsu Aegis hier als Network gelistet wird und darunter die Einzelagenturen?» Mediaschneider landet im LSA-Ranking auf Platz 4 – hinter Dentsu Aegis, MediaCom und Publicis Media Switzerland. Wie das zustande kommt, erklärt der LSA: «Um Transparenz über die Besitzverhältnisse zu schaffen, werden seit 2014 im LSA-Ranking Unternehmen als Gruppe zusammengefasst, die unter der gleichen Marke im Markt auftreten oder Tochtergesellschaften besitzen, die ebenfalls LSA-Mitglieder sind», so Catherine Purgly, Geschäftsführerin der Leading Swiss Agencies (LSA), am Freitag auf Anfrage.

Märchenhafte Profitabilität?

Auch Frank Bodin, Präsident des ADC Switzerland und früherer LSA-Präsident, meldet sich via Leserkommentar zu Wort. Er habe damals das Ranking gegen einige Widerstände wiedereingeführt – «nicht als Wettbewerb, sondern um Orientierung und Transparenz in der Branche und gegenüber den Auftraggebern zu schaffen». Nun hat Bodin aber einige Fragezeichen: «Man muss kein Ökonom sein, um auf einen Blick zu erkennen, dass ziemlich viele dieser Zahlen abenteuerlich sind; insbesondere wenn man die Mitarbeiterzahl dem Income gegenüber stellt, weisen einige Agenturen eine Profitabilität aus, die märchenhaft ist.» Ist das LSA-Ranking also gleichzusetzen mit Märchen wie Hänsel und Gretel, Rotkäppchen oder Aschenputtel? «Die Angaben der Agenturen werden durch die entsprechende Treuhandstelle bestätigt», so Purgly. Und weiter: «Agenturen sind verpflichtet, alle Angaben für das Ranking wahrheitsgetreu zu melden.»


Für das LSA-Ranking deklarieren die Agenturen den Bruttobetriebsertrag des letzten Jahres. Darin enthalten sind an Kunden verrechnete Eigenleistungen der Agentur, inklusive Freelancer, wie Honorare aus Beratung aller Art, Entschädigungen für textliche, grafische und andere Arbeiten gemäss Gewinn- und Verlustrechnung (ohne Mehrwertsteuer und ohne Durchlaufpositionen oder artfremde Erträge). Dazu braucht es einen Attest einer Treuhandstelle. Gelistet werden die Agenturen innerhalb der jeweiligen Kategorie nach effektiv erzieltem Bruttobetriebsertrag.



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