14.10.2020

Agenturjubiläum

Zwölf Anekdoten zum Publicis-Geburtstag

Fredy Collioud, Maurice Levy, Désirée Strassmann oder Jean-Marc Grand erzählen von ihrer ersten Begegnung mit der Agentur.
von Matthias Ackeret

«persönlich» wollte von Publicis-Exponenten, Kunden und ehemaligen Mitarbeitern wissen, was Publicis auszeichnet und wann sie die erste Begegnung mit der Agentur hatten.

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Fredy Collioud

Honorary Chairman Publicis Switzerland
CEO, VRP und Mitinhaber 1986 – 2014

Es war nie ein Geheimnis, dass wir mit Leidenschaft, Engagement und Kreativität langfristig tragfähige, eigenständige Ideen mit unseren Kunden «erarbeiteten» und diese über Jahre, ja Jahrzehnte weiterentwickelten – und pflegten. Nescafé beispielsweise mit der ikonischen «La Colegiala»-Musik und der Anden-Dampfbahn. Oder PostFinance mit dem omnipräsenten gelben Fussgängerstreifen. Die Schadenskizzen von Mobiliar oder die weltweiten Kampagnen «You and Us» für UBS und «Because change happenz» für die Zürich. Publicis verstand sich immer auch als strategisch und unternehmerisch denken-der Partner seiner Kunden. Letztlich war der Erfolg unserer Kunden auch derjenige der Agentur. Gerne erinnere ich mich an diese Zeiten zurück. Was mich jedoch noch viel mehr freut und beeindruckt, ist, dass Publicis heute mit Thomas Wildberger und seinen «Löwen» hervorragende Arbeit leistet und die Erfolgsgeschichte mit «Power of One» weitergeschrieben wird.


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Jost Wirz

Ehrenpräsident der Wirz Gruppe

Den Namen Publicis verbinde ich natürlich automatisch mit dem Gründer des Unternehmens, mit Dr. Rudolf Farner. «Fänsch», wie ihn alle nannten, war ein Tausendsassa: Geschäftsmann, Netzwerker, Lobbyist, Oberst im Generalstab, Autor, Geschichtenerzähler, Hochschuldozent, IAA Weltpräsident, Verbandsheini, Ehemann, Vater – und vieles mehr. Er war erst der Gründer der gleichnamigen und schweizweit bekannten PR-Agentur, welche jahrelang für das Militärdepartement und die Rüstungsindustrie gearbeitet hatte. Aus dem Büro Farner entstand etwas später die Werbeagentur, welche, wie Wirz, eine der ersten sogenannten Vollservice-Agenturen war. Mit Stammkunden aus dem Hause Nestlé (inklusive L’Oréal) wurde Farner rasch gross und erfolgreich. Nach dem Verkauf an die Franzosen und dem Namenswechsel, entwickelte sich das Geschäft weiter prächtig, weil die Grossmandate auch Publicis-Kunden waren. Im Gegensatz zu meinem Vater hatte ich zu Fänsch ein gutes Verhältnis. Dieses Vertrauensverhältnis erlaubte mir auch, ihn mehrmals zu bitten, seinen bekannten Spruch «Mit einer Million Schweizer Franken mache ich aus jedem Kartoffelsack einen Bundesrat» offiziell zurückzunehmen, denn die ominöse Behauptung schadete dem Ruf unserer Branche (sie tut es heute noch), ist eine masslose Überschätzung der Möglichkeiten der Kommunikation – und ist zudem eine Beleidigung der Bürgerinnen und Bürger. Fänsch kam diesem Ansinnen natürlich nie nach. Durch seine Ehefrau, welche Musikerin war und Freundin meiner Mutter, wusste ich, dass Fänsch einen grossen Groll meinem Vater gegenüber hatte. Der Grund war, dass Adolf Wirz aufgedeckt hatte, dass sich Rudolf Farner als Autor mit fremden Federn geschmückt hatte. Dieses Vergehen kostete die Agentur damals die Mitgliedschaft im Verband, dem damaligen BSR, später BSW, heute LSA. (vgl. dazu «Das Verhör des Harry Wind» von Walter Matthias Diggelmann.) Das Erfolgsgeheimnis von Publicis beruht wohl heute noch auf den Grundwerten von Dr. Rudolf Farner: Leidenschaft und Mut.


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Jürg Bucher

Stv. CEO und CEO PostFinance 1998 – 2011

«Wenn Sie für Ihr Guthaben schwarzsehen: Unser Konto ist gelb.» Dieser Werbeslogan aus dem Jahr 1990 könnte heute mancher auch nicht gelben Bank gut anstehen. Vor 30 Jahren begann die mehr als 25 Jahre dauernde Zusammenarbeit von PostFinance mit Publicis Schweiz. Die integrierte Kommunikation aus einer Hand war der Schlüssel für eine in der Kommunikationsbranche ungewöhnlich lange Partnerschaft. Doch es waren Menschen, die sich vertrauten und den Erfolg ermöglichten. Allen voran der damalige CEO Fredy Collioud. Er und sein Team haben die Vorwärtsstrategie von PostFinance verstanden und mit cleverer Kommunikation im ganzen Land verbreitet. Mit der Idee, die Kundinnen und Kunden auf gelben Fussgängerstreifen besser zu begleiten, gelang die Einführung einer neuen Marke im Schweizer Bankenmarkt. Vielen Dank den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern von der Stadelhoferstrasse und herzliche Gratulation zum Jubiläum.


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Maurice Levy

Chairman of the Supervisory Board Publicis Groupe

Lorsque nous avons racheté le réseau Farner mon premier contact fut avec le Fondateur. Il a su créer un environnement favorable à la créativité en s’appuyant sur une réflexion stratégique rigoureuse. Les résultats étaient excellents. Nous avons toujours maintenu cet état d’esprit en respectant scrupuleusement les particularités de la Suisse et nous nous sommes « fondus » dans sa diversité multiculturelle. Nous sommes ainsi devenus le partenaire de grands clients, grandes institutions mais aussi d’entreprises moyennes qui sont l’essence du tissu économique. Notre succès tient sans doute au fait que nous sommes devenus un peu suisses considérant qu’aucune réussite n’est définitivement acquise, et nous forçant à nous dépasser pour apporter à nos clients les services les plus créatifs et les plus innovants en nous appuyant sur les meilleurs talents.


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Yves Bollag

Co-Founder und Executive Producer stories AG

Meinen ersten Kontakt mit Publicis hatte ich als Fahrer bei der Spielfilmproduktion «Mein Name ist Eugen». Publicis hat für ihren Kunden Mobiliar TVCs konzipiert, die am «Mein Name ist Eugen»-Set spielten und mit Eugen und seinen Freunden realisiert wurden. Smarte Idee. Später hatten wir dann das Vergnügen, mit Jean Etienne Aebi unter der Regie von Christian Aeby Filme für Emmentaler Käse zu produzieren. Innovativ und kreativ für Marken zu kommunizieren, das gehört zur DNA von Publicis. Damals wie heute. Thomas und sein Team zeigen uns dies mit den aktuellen Kampagnen für Mercedes und Sunrise. Wir freuen uns auf weitere kreative Skripte aus dem Hause Publicis und wünschen der Crew zum 70-Jahr-Jubiläum alles Gute und viel Erfolg.


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Désirée Strassmann

Leiterin Dachkommunikation Migros MGB

Das Erfolgsgeheimnis von Publicis sind definitiv die Menschen. Bei Publicis findet man eine geballte Ladung an Herz, Hirn und Kreativität und eine offene Austauschkultur. Eine Agentur in der von Hypes und Zyklen geprägten Werbelandschaft über so viele Jahre ganz oben zu halten, ist eine Leistung, die Anerkennung verdient und die beweist, dass sich Publicis immer wieder neu erfindet.

Süsse Momente beschert mir die Agentur schon seit 2009, als wir zusammen eine Chocolat-Frey-Kampagne entwickelten. Es gab aber auch Zeiten, als wir uns Saures gegeben haben. Im Auge behalte ich die Agentur nämlich schon seit 2002. Ich war damals in der Migros-Lead-Agentur Exxtra tätig, und Publicis betreute die Migros-Dachetats «M ist an der Expo» und «so oder so». Damals war es ein gesunder Konkurrenzkampf, der uns getrennt zu Höchstleistungen angetrieben hat. Heute machen wir das zum Glück gemeinsam.


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Beat Krebs

Managing Director Switzerland
OMD, Präsident LSA

Das Erfolgsgeheimnis von Publicis? Das ist ganz einfach; das ist ihr Standort. Spass beiseite, sie haben es über lange Jahre geschafft, immer eine der kreativsten Agenturen der Schweiz zu sein, und haben in den letzten siebzig Jahren mit einigen Kampagnen Massstäbe gesetzt und mit dem Gewinn des Grand Effie für die Frauenzentrale, der in diesem Jahr zum ersten Mal vergeben wurde, bewiesen, dass sie nichts verlernt haben. An meinen ersten Kontakt mit Publicis kann ich mich nicht genau erinnern, es war aber wohl ein Zusammentreffen mit Fredy Collioud. An die jüngere Zeit erinnere ich mich aber noch gut und gerne. Ich gratuliere den Löwen von der Stadelhoferstrasse ganz herzlich zu ihrem Feiertag und wünsche ihnen auch für die Zukunft viel Erfolg.


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Bernhard Christen

Head of Marketing Swiss

Warum wurde YB in diesem Jahr Meister und nicht St. Gallen? Warum die Bayern und nicht Dortmund? Ganz einfach: wegen der Qualität des ganzen Kaders. Ähnlich verhält es sich bei Publicis. Dank des breit aufgestellten Teams ist Publicis manchmal überragend, immer mindestens gut, aber niemals wirklich schlecht. Hinzu kommt, dass das Team die Konfrontation mit mir als Kunden nicht scheut, wenn es darum geht, gute, kreative Ideen kompromisslos umzusetzen. Meinen ersten Kontakt hatte ich als Junior Product Manager bei Rivella vor über zwanzig Jahren. Ich durfte ganz hinten im damals noch rauchgeschwängerten Meetingraum bei der Präsentation einer neuen Kampagne für Rivella International zuschauen.


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Jean-Marc Grand

Geschäftsführung gfm Schweizerische Gesellschaft für Marketing

Publicis ist seit 1951 gfm-Firmenmitglied, und seit fast zwanzig Jahren habe ich persönlich enge Kontakte zu den Mitarbeitenden von Publicis in der Schweiz. Als Teil des französischen Kommunikationskonzerns Publicis Groupe und mit langjährigen Beziehungen zu Grosskunden ist die Publicis seit Jahren eine der führenden Agenturen der Schweiz. Mit der «Power of One»-Strategie ist es Publicis gelungen, den Kunden Zugriff auf ein umfassendes Leistungsportfolio (Kreation, Media, Technologie) zu geben.


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Frank Bodin

Präsident ADC Switzerland und Inhaber bodin.consulting

Publicis kocht seit je her mit französischer Raffinesse und Eleganz auf höchstem Niveau. Ein hervorragender Koch war Fredy Collioud, der die Erfolgsgeschichte von Publicis in der Schweiz massgeblich prägte. Mit neuen Kommunikationsrezepten und exzellenten Kreationen führt Thomas Wildberger dieses Erbe nun erfolgreich zu neuen Höhen. Als ehemaliger Verantwortlicher der anderen grossen französischen Werbeholding, empfand ich die Rivalität immer als befruchtend. Neidisch bin ich bis heute auf das Publicis-Logo, den Löwen mit der Sonnenstrahlenmähne, der bekanntlich auch eine der begehrtesten Auszeichnungen unserer Branche ist. Aux 70 prochaines années du rugissement du Lion!


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Jules Kyburz

Ehemaliger Präsident der Generaldirektion MGB

Die Migros ist mit Publicis sicher fast von Anfang an in Kontakt. Der letzte «Boss» von Publicis, Fredy Collioud, der beste Werbemann in meiner Karriere, war von 1982 bis 1986 Chef der Werbeabteilung der Migros. 1986 wechselte er zu Publicis, ab dann verstärkte sich die Zusammenarbeit.

Das Erfolgsgeheimnis von Publicis ist deren Ideenreichtum. Nicht nullachtfünfzehn, sondern immer etwas Überraschendes, mit Nachhaltigkeit, Witz und zu Herzen gehend. So wurden zum Beispiel etwa fünfzig Spots mit der berühmten Migros-Melodie gedreht. Wenn man sie hörte, kam sofort die Verbindung zur Migros. Dann kam Max, der die Herzen der Menschen eroberte.

Ich danke Fredy Collioud für die langjährige und erfolgreiche Zusammenarbeit und wünsche Publicis weiterhin viele Ideen und viel Erfolg.


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Markus Ruf

Mitinhaber und Creative Director Ruf Lanz, Zürich
1988 – 1994 Texter / Konzepter bei Farner Publicis

Ich kam 1988 als Jungspund von Advico zu Farner Publicis, wie die Agentur damals hiess. CD Claude Martin fragte mich beim Vorstellungsgespräch als Erstes: «Welchen Dienstgrad bekleiden Sie im Militär?» Als er mein entgeistertes Gesicht sah, lachte er entwaffnend: «Vor nicht allzu langer Zeit war dies hier ein entscheidendes Aufnahmekriterium.» Ich erfuhr, dass Farner Publicis aus der Werbeagentur von Dr. Rudolf Farner hervorgegangen war, einer visionären Saftwurzel mit stramm bürgerlicher Gesinnung. Oberst im Generalstab statt Mitglied im ADC. Dass daraus eine der kreativsten Agenturen wurde, war genialen Sprengköpfen wie Claude Martin, Fredy Collioud, Johannes Jost und vielen anderen zu verdanken. Ich bekam den Job (obwohl dienstuntauglich) und durfte gleich an so tolle Kunden ran wie Swatch, «Blick» oder Migros. Das war typisch Farner Publicis: Wer wollte, der konnte viel bewegen. Die Wege waren kurz, die Hierarchien flach, und nichts schien unmöglich. Was heute das Erfolgsgeheimnis von Publicis ist, kann ich nicht beurteilen. Aber ich wünsche der aktuellen Crew weiterhin nur das Beste. Und so viel Spass, wie wir damals hatten.



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