26.02.2015

Dillysocks

Für mehr Farbe im Alltag

Vier junge Zürcher machen bunte Socken. Mitgründer Claudio Lumbiarres über Social Media als Marketingtool.
Dillysocks: Für mehr Farbe im Alltag

Herr Lumbiarres, wie seid ihr vier auf die Idee gekommen, Socken zu verkaufen?
Wir sind vier gute Freunde, die zusammen in der Stadt Zürich aufgewachsen sind und alle in unterschiedlichen Branchen arbeiten – vom Kreativbereich über digitales Marketing/Medien, Personalwesen bis hin zur Textilbranche. Von dieser Vielfältigkeit profitiert letztlich auch DillySocks. Unser Wissen erstreckt sich über unterschiedliche Themen, genau so wie unser Netzwerk. Was wir teilen, sind Kreativität, die Freude an Farben und die Liebe zum Detail. Den Trend zu bunten Socken haben wir im Ausland entdeckt. Schnell war uns klar, dass gerade die oft so graue Schweiz ein bisschen Farbe ebenfalls ganz gut gebrauchen könnte. Uns gefiel der Gedanke der kunterbunten Alltagsoptimierungen und so kreierten wir in kürzester Zeit einen einfachen Webshop und vertrieben vorerst ausländische Sockenbrands. Ohne grosse Investitionen und Aufwände kam der Shop ins Rollen. Also begannen wir, den Gedanken weiter zu spinnen – und unsere eigenen Vorstellungen und Ideen verschiedener Designs, Styles und Materialien zu kreieren. Schliesslich erstellten wir einen Businessplan und machten uns auf die Suche nach Investoren sowie passenden Produzenten

Ein Start-Up zu gründen ist kein einfaches Unterfangen. Wie seid ihr vorgegangen, wie finanziert ihr euch, wo holt ihr euch Rat?
Neben unserem eigenen Geld haben wir Private Business Angels an Board, die uns unterstützen. Die Gründung des Start Ups ist nicht einfach, das stimmt. Aber es ist toll, wenn man mit Freunden etwas aufbauen kann.

Was war bis jetzt euer grösstes Erfolgserlebnis, was die grösste Niederlage?
Wir hatten einige Erfolgserlebnisse in letzter Zeit. Im Januar wurden wir zur internationalen Fashionmesse in Berlin als Young Talent eingeladen und konnten viele Anfragen für neue Märkte ausserhalb der Schweiz einholen. Ein weiterer Höhepunkt war unser Viralspot, der letztes Jahr auf Youtube über 125’000 Views generierte. Das grösste Learning war wohl jenes ganz zu Beginn der DillySocks-Zeit mit unserem allerersten Produzenten aus der Türkei. Mit ihm erstellten wir die ersten Designs, doch die Zusammenarbeit entpuppte sich bald schon als schwierig. Die Qualität war nicht das, was wir uns erhofft hatten und der Produzent ging Konkurs. Zum Glück fanden wir durch bestehende Kontakte schnell jemanden in Portugal, mit dem wir nun sehr zufrieden sind. Aber ganz allgemein war die Produzentensuche wohl der schwierigste Prozess von allen. Vor allem weil wir aus ökonomischen aber auch ökologischen Gründen unbedingt innerhalb von Europa produzieren wollten.

DillySocks sind mit einem Hashtag versehen, mit dem die Sockenträger ihr Bild über Instagram in euren Webshop posten können. Was steckt hinter der Idee?
Tatsächlich ist dies, europaweit einzigartig. Wir sind selbst sehr aktive Instagram-User und erkannten schon relativ früh die Vielfalt der Möglichkeiten dieser Social-Media-Plattform. Dank dem Fokus aufs Visuelle ist Instagram vor allem für die Mode-Branche optimal. Durch unseren automatisierten Instagram-Feed haben alle DillySocks-Träger die Möglichkeit unseren Webshop spielerisch mitzugestalten. Und dies, ganz ohne dass wir die Fotos zuerst prüfen und bestätigen wollen. Die Bilder zeigen neuen Kunden wie die Socken von anderen angewendet und kombiniert werden und generiert für uns zusätzliches Bildmaterial, mit dem unser Shop ständig in Bewegung bleibt.

Was sind eure ersten Erfahrungen mit der Verbindung von Social Media, Kundenbindung und Marketing? Ersetzt das Werbung?
Wir nutzen die Sozialen Medien vor allem um mit den Kunden einen Dialog zu führen. Diese wissen schliesslich, was man noch optimieren könnte oder was gut ankommt. Die meisten Feedbacks und Anregungen erhalten wir denn auch über die Sozialen Netzwerke. Neben den sozialen Medien fokussieren wir uns hauptsächlich auf weitere –Aktivitäten im digitalen Bereich. Wir kommen aus diesem Bereich und glauben zu wissen, wie man diese Mittel richtig einsetzt. Trotzdem lernen wir natürlich immer dazu.

Was sagt die Wahl der Socke über ihren Träger aus?
Die Geschmäcker sind sehr unterschiedlich und gehen bekanntlich auseinander – auch bei den Socken. Klassische und einfache Muster, wie gepunktete und gestreifte Socken funktionieren sehr gut und kommen auch bei «Schwarzträgern» an. Wir haben gemerkt, dass es viele Sockenliebhaber gibt, die seit Jahren auf Farbe setzen und die auf der Suche nach einzigartigen Mustern sind. Natürlich finden die unser Angebot toll, denn unser Sortiment ist ziemlich breit und wir arbeiten fortwährend an neuen Designs. Immer wieder gehen wir deshalb Kooperationen mit Künstlern oder Brands ein. Kürzlich arbeiteten wir zum Beispiel mit dem Zürcher Innenarchitekten Duo Dyer-Smith Frey zusammen.

Interview: Lucienne Vaudan, Bild: zVg



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