02.03.2017

SRF

Beanstandungswelle zur «Arena» flaut nicht ab

Nach der letzten «Arena» sind bei der SRG-Ombudsstelle zahlreiche Beschwerden eingegangen. Mittlerweile sind es 160. Es ist gut möglich, dass der Beanstandungsrekord von 2014 gebrochen wird.
SRF: Beanstandungswelle zur «Arena» flaut nicht ab
In der «Arena» vom Freitag: Daniele Ganser fühlt sich von Moderator Jonas Projer unfair behandelt. (Bild: Screenshot srf.ch)
von Edith Hollenstein

Anfang Woche waren es noch 30 Beschwerden, nun hat sich die Zahl mehr als verfünffacht. «Bis jetzt sind 160 Beanstandungen eingegangen», sagt Roger Blum am Donnerstagnachmittag auf Anfrage von persoenlich.com. Laut dem SRG-Ombudsmann stammen sie aus der ganzen Schweiz, aber auch aus Deutschland, Österreich und Luxemburg.

Damit nähert sich die Zahl den Rekord-Beanstandungen von 2014 zur Sendung «Schawinski» mit 185 Einsendungen (persoenlich.com berichtete). Es ist gut möglich, dass die «Arena» diesen Spitzenwert bricht. Denn die Frist läuft noch bis am 16. März 2017, wie Ombudsmann Blum sagt. Er will bis spätestens am 6. April Stellung nehmen. Doch wann genau dies geschehen kann, hänge davon ab, «wann die Welle abflaut und wann die Stellungnahme der Redaktion eingeht».

In der Sendung vom letzten Freitag, die sich mit dem angeblichen Misstrauen den Medien gegenüber befasste, war es zu einem Streit gekommen zwischen Moderator Jonas Projer und Gast Daniele Ganser (persoenlich.com berichtete). Auslöser war eine gekürzte E-Mail von Ganser, in der er Kritik an der «Einstein»-Sendung über Verschwörungstheorien übte.

SRF will sich laut Sprecher Stefan Wyss derzeit nicht weiter zum Thema äussern, sondern die Beurteilung durch die Ombudsstelle abwarten.



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Kommentare

  • Rainer Habel, 03.03.2017 09:39 Uhr
    Kann man denn nicht wenigstens von einem Medienportal erwarten dass ordentlich recherchiert wird und wahrheitsgemäss berichtet wird? Die Kritik äusserte Herr Dr. Ganser in einem Twitter Beitrag - in der Mail hingegen bezeichnete er die Einstein Sendung als gut und fair... Diesen Widerspruch wollte Herr Projer zeigen. Der Streit entstand dadurch, dass die Mail gekürzt gezeigt wurde.
  • Anton Herbert Honegger, 04.03.2017 21:03 Uhr
    Ja Herr Habel, richtig, aber die Diffamierungskonstruktion startete bereits mit dem Aufspann zur Sendung, wo von der Sprecherin alle Gäste korrekt wie vorpubliziert mit Namen und Tätigkeit vorgestellt wurden, nur nicht Daniele Ganser, dort hörte man: "Daniele Ganser, umstrittener Publizist" statt "Daniele Ganser, Publizist", so wie es vor der Sendung zu lesen war. Dass dann Ganser in der Sendung in die Ecke "Verschwörungstheoretiker" gedrängt wurde, er selber im Vergleich zu Schawinski weit weniger Zeit für die Äusserung seiner Gedanken bekam, das war sehr offensichtlich. Das Thema war der Glaubensverlust in die Medien. Trumps Krieg war ein Aufmacher, der Arena-Macher, Trumps über Twitter verbreiteten Aussagen schaden eher ihm als den Medien. Lügen- oder Lückenmedien, Mainstream- und gleichgeschaltete Medien, dieses Thema bewegt nachdenkende Gemüter schon seit Generationen. Projers vermeintlicher Widerspruch Gansers zu sezieren, das war von ihm als Gastgeber stillos, und hätte ohne einstudiertes Szenario kürzer und diplomatischer ausfallen können. Einstudiert, ja, ich kann mir vorstellen was Sie denken Herr Habel und Sie haben recht, aber Projer agierte in dieser Sendung anders. Er war für mich mehr ein konziliante Mediator als ein gut gebriefter Moderator. Doch diese Sendung roch nach Einfluss und Methode Schawinskis. Ganz abgesehen davon: das SRF hätte Ganser weit kompetentere Gäste gegenüberstellen können.

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