17.10.2017

NZZ-Gruppe

Christine Brand verlässt die «NZZ am Sonntag»

Um den Schritt in die Selbständigkeit als Krimi-Autorin zu wagen, ist die 44-Jährige in ein WG-Zimmer gezogen.
NZZ-Gruppe: Christine Brand verlässt die «NZZ am Sonntag»
Insgesamt arbeitet sie 24 Jahre im Journalismus, nun wird sie Schriftstellerin: Christine Brand. (Bild: zVg.)

Christine Brand verlässt per Ende Jahr die «NZZ am Sonntag», um sich als Schriftstellerin selbständig zu machen: Wie sie auf Anfrage von persoenlich.com sagt, hat sie für ihren neuesten Kriminalroman, der voraussichtlich im Herbst 2018 erscheinen wird, einen vorteilhaften Vertrag mit dem Blanvalet-Verlag der Deutschen Random House Group unterzeichnet.

Der Vertrag beinhalte, dass ihr Roman als Spitzentitel vermarktet werden wird. «Der Vorschuss, den ich vom Blanvalet-Verlag erhalte, ermöglicht mir, mein Hobby zum Beruf zu machen – und meinen Beruf zum Hobby», sagt Brand. «Künftig werde ich mich vor allem auf meine Arbeit als Schriftstellerin konzentrieren. Weil ich aber den Journalismus nicht ganz aufgeben möchte, werde ich hin und wieder als freie Autorin für die «NZZ am Sonntag» und andere Publikationen schreiben.» Bis anhin war es umgekehrt: Christine Brand arbeitete während insgesamt 24 Jahren als Journalistin und hat in ihrer Freizeit bislang sechs Bücher, davon vier Krimis, geschrieben.

Um den Schritt in die Selbständigkeit zu wagen und weil sie vermehrt im Ausland leben und schreiben will, hat  Brand über die Hälfte ihres Besitzes verschenkt, ihre Wohnung aufgegeben und ist in ein WG-Zimmer gezogen. «Mir ist klar geworden: Der Anruf, den ich von meinem Agenten erhalten habe, ist genau jener Anruf, auf den jeder Buchautor hofft – und den nur die wenigsten erhalten. Ich musste die Chance packen und mein Leben ändern – wann, wenn nicht jetzt, habe ich mir gesagt.»

Mehrere Auszeichnungen

Brand arbeitet seit fast zehn Jahren, seit 2008, im Ressort Hintergrund der «NZZ am Sonntag». Als ehemalige Gerichtsreporterin legte sie auch hier ihren Schwerpunkt auf juristische und kriminalistische Themen. 2013 wurde sie für eine Gerichtsreportage mit dem Medienpreis des Schweizerischen Anwaltsverbandes ausgezeichnet.

Zuvor war sie während vier Jahren für die Sendung «Rundschau» des Schweizer Fernsehens als Reporterin im Einsatz. Für eine Reportage über Familienmorde erhielt sie den Medienpreis SRG SRR Idée Suisse. Von 2003 bis 2004 bediente Christine Brand als Bern-Korrespondentin einen Zeitungspool bestehend aus «Basler Zeitung», «St.Galler-Tagblatt», «Die Südostschweiz» und «Aargauer Zeitung». Zuvor schrieb sie fast zehn Jahre lang für die Berner Tageszeitung «Der Bund». Ihr Einstieg in den Journalismus war 1993 eine Lokalstelle bei der «Berner Zeitung».

Neben ihrer journalistischen Arbeit hat sie ein Buch über wahre Kriminalfälle (Stämpfli-Verlag), vier Kriminalromane (Landverlag) sowie zahlreiche Kurzgeschichten für Anthologien verfasst. Brands letzter Kriminalroman heisst «Stiller Hass»; die TV-Reporterin Milla deckt darin die schmutzigen Geschäfte ranghoher Politiker im Bundeshaus auf. Ihr neustes Buch «Mond – Geschichten aus aller Welt» erschien 2016 im Unionsverlag. Sie unterrichtet als Dozentin im Journalismus-Lehrgang an der Erwachsenen Bildung Zürich «Storytelling» und «Reportage». (eh)

 



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