31.05.2012

"P.S."

Linke Zürcher Zeitung vorläufig gerettet

95'000 Franken Spenden nach Hilferuf erhalten.

Die linke Zürcher Zeitung "P.S." ist bis auf Weiteres gerettet. Nach einem ganzseitigen Hilferuf im eigenen Blatt von Anfang Mai gingen bei der Redaktion fast 95'000 Franken an Spenden ein. Es war nicht die erste Rettung mit Spendengeldern. In der Ausgabe vom Donnerstag druckte das Politik- und Kulturblatt den bisherigen Spendenstand ab: 94'628 Franken erhielt die Redaktion, die gleichzeitig Eigentümerin ist, von Abonnenten und Sympathisanten geschenkt. Damit stehe fest, dass es mit "P.S." weitergehe, schrieb die Redaktion dazu.

Anfang Mai kündigte das Blatt in einem Spendenaufruf den drohenden Untergang an. Wenn nicht schnell 100'000 Franken gespendet würden, überstehe die Zeitung den Sommer nicht. Weiteres Sparpotenzial gebe es nicht und man schliesse lieber statt "noch ein paar Monate weiterzumachen und dann unbezahlte Rechnungen zu hinterlassen". Die Zeitung, die in erster Linie von Sympathisanten und Mitgliedern der SP und der Grünen gelesen wird, schreibt seit Jahren rote Zahlen. Das jährliche Defizit ist mit 50'000 Franken zwar nicht gross, konnte aber nie langfristig gedeckt werden.

Spendenaufrufe scheinen sich beim "P.S." zu einem festen Geschäftsmodell zu entwickeln. Vor dem aktuellen Hilferuf entschied sich Herausgeber Koni Loepfe, ehemaliger Stadtzürcher SP-Präsident, bereits mehrere Male zu dieser Massnahme. Im Jahr 2004 beispielsweise erschien der Spendenaufruf unter dem Titel "Dörfs es bitzeli meh si?". Damals kamen innerhalb von wenigen Wochen 50'000 Franken zusammen. (sda)



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