01.07.2025

Radio

Nationalratskommission will UKW verlängern

Radiosender in der Schweiz sollen ihre Programme auch über das Jahr 2026 hinaus via UKW-Sender verbreiten können. Dies fordert die zuständige Nationalratskommission. Sie hat dazu eine Motion verabschiedet.
Radio: Nationalratskommission will UKW verlängern
Die Einstellung des UKW-Rundfunks ist derzeit für den 31. Dezember 2026 geplant. (Bild: Keystone/Michael Buholzer)

Der Entscheid für den Vorstoss fiel äusserst knapp, wie die Parlamentsdienste am Dienstag mitteilten. Zehn Mitglieder der Kommission für Verkehr und Fernmeldewesen des Nationalrats (KVF-N) stimmten dafür, zehn dagegen, vier enthielten sich. Den Ausschlag gab der Stichentscheid von Kommissionspräsident Philipp Kutter (Mitte/ZH).

Die Einstellung des UKW-Rundfunks ist derzeit für den 31. Dezember 2026 geplant. Die Motion verlangt vom Bundesrat, darauf zu verzichten und stattdessen die aktuellen UKW-Funkkonzessionen zu verlängern. Alternativ soll die Landesregierung ein neues Ausschreibungsverfahren für die Zuteilung der UKW-Funkkonzessionen ab Anfang 2027 durchführen.

Gegen die Motion stellt sich eine starke Minderheit der Kommission. Sie sieht keinen Handlungsbedarf.

Die Frage des UKW-Endes betrifft namentlich die Lokalradios. Die SRG hat die Verbreitung ihrer Radioprogramme via UKW bereits Anfang des laufenden Jahres eingestellt.

Die Kommissionsmehrheit argumentiert denn auch, die Einstellung des UKW-Rundfunks würde die privaten Radiosender gefährden und die Schweizer Hörerschaft dazu veranlassen, auf ausländische Sender auszuweichen.

Die SRG habe aufgrund der Einstellung des UKW-Rundfunks rund 25 Prozent ihrer Hörerschaft verloren, heisst es in der Begründung der Kommissionsmotion. Ein Rückgang dieser Grössenordnung wäre für die privaten Radiosender, die von Werbeeinnahmen abhängig seien, verheerend, geben die Befürworter der Motion zu bedenken.

Die Zahlen zum Rückgang der Hörerschaft beziehen sich auf das erste Quartal. Laut Angaben der SRG vom April verloren deren Radios nach der UKW-Abschaltung sechs Prozent Marktanteile. Mit 53 Prozent blieben sie jedoch Marktführer. Die SRG geht nach eigener Aussage davon aus, dass sich die Nutzungszahlen mit der fortschreitenden Digitalisierung erholen werden. (sda/spo)


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KOMMENTARE

Silvana Oprandi
04.07.2025 00:14 Uhr
Die "geniale Idee" den Zuhörern UKW abzustellen und sie auf DAB zu Zwängen ist total in die Hose gegangen. Es darf bezweifelt werden, dass der Politik die Fakten korrekt aufgezeigt wurden und somit ist es auch richtig diesen absurden Entscheid, welchen keines unserer Nachbarländer verfolgt, zu überdenken. Letztendlich zeigen die Zuhörerzahlen, was das Volk will!
Raphael Weber
03.07.2025 20:10 Uhr
Der einzige Vorteil den UKW hatte (TMC - Traffic Message Control) mit dem die Navis gefüttert wurden, hatte die SRG mit abgeschaltet, die Privaten machen’s nicht und in DAB+ gibt es dies nicht... Damit ist der Drops gelutscht...
Beat Sieber
02.07.2025 12:31 Uhr
Wieso soll die UKW-Verbreitung verboten werden? In Deutschland haben die Landesmedienanstalten die UKW-Lizenzen für Privatradios verlängert bis ca. 2031 mit Option bis 2035. Die Abschaltungen betreffen meist kleine UKW-Füllsender. Die DAB-Verbreitung rechnet sich für die Privatradios kaum. Warum soll man klassische Radiohörer vergraulen, indem man deren UKW abstellt? Die meisten wandern in diesem Falle in den Onlinebereich ab.
Roland Allenbach
02.07.2025 09:51 Uhr
Und in Deutschland schalten nach unach Radiosender die UKW verbreitung ab!!!!!
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