08.09.2014

Medienqualität

Neue Stiftung soll Schweizer Medien bewerten

Hinter dem Stifterverein stehen u.a. Sylvia Egli von Matt und Andreas Durisch.
Medienqualität: Neue Stiftung soll Schweizer Medien bewerten

Die 50 reichweitenstärksten überregionalen Schweizer Pressetitel, Newssites und TV- sowie Radioformate sollen künftig von unabhängiger Seite regelmässig bewertet werden. Dies ist das Ziel des "Stiftervereins Medienqualität Schweiz". Damit soll die Qualitätskultur in der Medienbranche gefördert werden.

Der Stifterverein will gemäss einem Communiqué vom Montag eine Stiftung errichten, welche ab dem nächsten Jahr die Qualität der Schweizer Medien neutral, fair und unabhängig bewerten soll. Im Frühjahr 2016 sollen die ersten Resultate vorliegen.
 
Das Rating wird nach wissenschaftlich relevanten Qualitätsaspekten aufgestellt. Analysiert, verglichen und bewertet werden sollen Medien in der deutsch-, französisch- und italienischsprachigen Schweiz. Konkret wird die Qualitätssicherung der Medienhäuser, die Berichterstattungsqualität sowie die Qualitätswahrnehmung beim Publikum untersucht.
 
Das Rating richtet sich insbesondere auch an die Medienschaffenden selbst und soll diesen als Orientierungshilfe dienen.
 
Hinter dem Stifterverein stehen die ehemalige MAZ-Direktorin Sylvia Egli von Matt, Swiss-Verwaltungsratspräsident Bruno Gehrig sowie Andreas Durisch, ehemaliger Chefredaktor der "SonntagsZeitung". Als Präsident amtet der ehemalige Zürcher Regierungsrat Markus Notter.
 
Kommission empfiehlt gezieltere Medienförderung
In einem nächsten Schritt will der Stifterverein bis Ende Jahr 30 bis 40 Mitglieder für das Vorhaben gewinnen. Die Stiftung Medienqualität Schweiz soll mit rund 2 Millionen Franken das Projekt vorerst für drei Jahre finanzieren.
 
Obwohl die Stiftung unabhängig ist, kommt sie indirekt einer Forderung nach, die vergangene Woche die vom Bundesrat eingesetzte Medienkommission (EMEK) gestellt hatte. Diese schlug die Gründung einer staatsunabhängigen Stiftung vor, die den Strukturwandel in der Medienbranche begleiten soll. (sda)
 
Bild: Keystone, Eddy Risch


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