08.03.2015

Frauenquote

Offener Brief an Res Strehle

Tagi-Chefredaktor Res Strehle hat viele verärgert. Nun haben über hundert Journalistinnen und Journalisten verschiedener Verlage aus Protest gegen seine Aussagen zur Frauenförderung einen offenen Brief verfasst. Heute Montag werden sie diesen Strehle und den Verlegern zuschicken. persoenlich.com liegt der Brief exklusiv vor.
Frauenquote: Offener Brief an Res Strehle

Die Ausführungen von Res Strehle über seine Erfahrungen mit der "Stauffacher-Deklaration" haben in der Branche Unverständnis und Ärger ausgelöst (vgl. z. B. Tweets unten). Dass der "Tages-Anzeiger"-Chefredaktor den Frauenmangel in den Redaktionen der "fehlenden Erfahrung der Frauen" zuschreibt und über Schwierigkeiten klagt, geeignete Frauen zu finden, sorgte für heisse Köpfe. Unter anderen bewog das persoenlich.com-Interview Andrea Bleicher zu einem flammenden Kommentar übers "Brechreiz-Thema Frauenquote". "Machts doch einfach; stellt mehr Frauen an", forderte die stellvertretende Chefredaktorin der "SonntagsZeitung" auf tagesanzeiger.ch.

Unterstützung aus verschiedenen Redaktionen
 
Ähnlich der Tenor in einem offenen Brief (vgl. Pdf unten), der sich an Res Strehle und die Verleger richtet. Journalistinnen könnten und wollten. Man müsse ihnen nur eine Chance geben, heisst es. Bis am Montagabend hatten über hundert Journalistinnen und Journalisten unterschiedlicher Redaktionen das Schreiben unterzeichnet, welches persoenlich.com vorliegt.  "Wenn man sich für Gleichberechtigung einsetzt, eine Deklaration unterschreibt und mindestens 30 Prozent Frauenanteil auf einer Redaktion haben will, dann muss man auch etwas dafür tun", heisst es darin. "Es reicht nicht, zu warten, bis sich die Frauen in die Redaktion verirren. Man muss die guten Frauen erkennen, ansprechen, anstellen, fördern und befördern".

Appell an Res Strehle und die Verleger

Nicht nur beim Tagi, sondern auch bei anderen Redaktionen und Verlagshäusern gebe es ein Frauen-Problem. Daher der Appell an die Verleger und Chefredaktoren: "Im Jahr 2015 hat eine Chefredaktorin noch immer Seltenheitswert und Ressortleiterinnen sitzen ohne weibliche Verbündete an den Sitzungstischen. Das muss sich ändern und zwar bald." 



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