15.12.2013

GAV

Westschweizer Medienschaffende stimmen "ohne Freude" zu

Mindestlöhne sind nicht mehr enthalten, dafür fünf Tage Vaterschaftsurlaub.

Die Westschweizer Medienschaffende haben ab 2014 wieder einen Gesamtarbeitsvertrag (GAV). Die Delegierten des Berufsverbandes Impressum billigten an einer ausserordentlichen Generalversammlung in Freiburg den von den Verlegern bereits angenommenen Vertrag.
 

Lebhafte Debatte
Die Westschweizer Delegierten der Mediengewerkschaft impressum hiessen den Gesamtarbeitsvertrag mit 16 zu 7 Stimmen zu. Der Entscheid fiel "ohne Freude und nach einer lebhaften Debatte", wie Dominique Diserens, Zentralsekretärin des Berufsverbandes, der Nachrichtenagentur sda sagte. Die Delegierten hätten zahlreiche Punkte des Abkommens kritisiert. Die Sektion Waadt habe seine Opposition gegen den Gesamtarbeitsvertrag nicht verborgen.
 
Die Wiedereinsetzung der paritätischen Kommission und damit der Sozialpartnerschaft mit den Verlegern habe das Zünglein an der Waage gespielt, hielt Diserens fest. Darüber hinaus sei ein Gesamtarbeitsvertrag einem vertragslosen Zustand, wie er in der Deutschschweiz herrsche, vorzuziehen.
 
Keine Mindestlöhne mehr

Die Verleger hatten den bisherigen GAV im Dezember 2012 gekündigt. Als Grund hatten sie vor allem angegeben, dass sie keine Bestimmungen für Mindestlöhne mehr wollen. Diese sind im neuen Gesamtarbeitsvertrag nicht mehr enthalten, als minimaler Einstiegslohn wurden aber 5'842 Franken pro Monat und ein 13. Monatslohn festgelegt.
 
Die Lohnskalen sollen durch individuelle Lohnsysteme ersetzt werden. Mindestens alle zwei Jahre soll es ein Gespräch geben, in dem auch die Löhne festgelegt werden. Neben dem Dienstalter sollen Arbeitsqualität und Berufserfahrung berücksichtigt werden.
 
Fünf Tage Vaterschaftsurlaub
Neu enthält der GV auch einen Vaterschaftsurlaub. Nach der Geburt eines Kindes sind für den Vater fünf Freitage vorgesehen. Zudem soll die paritätische Kommission reaktiviert werden. Die im Frühling aufgenommenen Verhandlungen wurden als "lang und schwierig" bezeichnet. Immerhin gab es in der Romandie bis im Dezember 2012 noch einen 
Gesamtarbeitsvertrag. In der Deutschschweiz herrscht bereits seit 2004 ein vertragsloser Zustand. (sda)



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