von René Hildbrand
Die No-Billag-Befürworter werden sich ein paar Tage vor der Abstimmung bestätigt fühlen. Die am Montag gestartete SRF-Serie «Seitentriebe» ist einmal mehr eine (sackschwache) Geschichte, auf die kein Mensch gewartet hat. Die so kein anderer gebührenfinanzierter Sender produzieren würde. Privatsender schon gar nicht, die brauchen den Erfolg. Immerhin: Schon nach wenigen Sendeminuten verspürte ich einen Trieb. Es war der Drang, den Fernseher ausschalten. «Seitentriebe»: Schade um das Geld.
Eine Sitcom kriegt das Schweizer Fernsehen trotz fettem Budget seit vielen Jahren nicht mehr hin. Stattdessen gibt es in den nächsten Wochen diese Serie, die sich laut SRF «auf humorvolle Weise mit dem Liebesleben in Langzeitbeziehungen beschäftigt» (persoenlich.com berichtete). Keine Liebe ohne Leid, hier leiden die Zuschauer. Die Reihe ist so witzig wie ein Kabelbrand im Herzschrittmacher. Und stinklangweilig dazu.
Frau sagt: «Ich möchte im Bett nicht die dargebotene Hand. Ich möchte eine Wildsau, die mich auffrisst.» Mann sagt: «Sorry, dass ich dir keine Abenteuer und Aufregungen geben kann.» Was wollen uns die «Künstler» damit sagen? Diese unsägliche, seit Wochen auf den besten Sendeplätzen endlos getrailerte Reihe, wird nicht einmal in einer Alternativen-WG in Schwamendingen für Furore sorgen.
Da darf man auf die Quoten gespannt sein. Am Montag liefen die ersten beiden 25-Minuten-Folgen auf SRF 2. Auch bei dieser Kürze mit Werbeunterbrechung. Wo, ausser bei den Privaten, gibt es denn sowas?
Vergesst das neueste SRF-Fiasko. Und seid nett aufeinander.