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Fischlin-Sendung für Kranke und Knastis

Wer nicht im Krankenbett liegen, im Pflegeheim leben oder im Gefängnis sitzen muss, wirft an einem Sommerabend wohl lieber selber den Grill an, statt sich im Fernsehen eine Sendung wie «Talk am Grill» anzuschauen. Zumal der Rost dabei nur eine winzige Rolle spielt. Die erste Folge hatte es (direkt nach dem gelungenen Format «Ärzte VS Internet») tatsächlich geschafft, Zuschauerzahl und Marktanteil zur besten Sendezeit zu halbieren. Gerade mal knapp 120’000 Getreue blieben dran.

TV-Langeweile funktioniert im Sommer besonders gut. Auftragsgriller Franz Fischlin moderierte die zweite Ausgabe des Brätel-Talks. Er lud dazu die Bloggerin Andrea Jansen, die Sprinterin Mujinga Kambundji und den Werber Peter Brönnimann (Publicis) ein. Alle Berner wie Fischlin. Alle einnehmend. Und lammfromm. Auch darum war die Sendung so langweilig wie eine ruhende Schafherde.

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Fischlins Gäste sassen auf einer Wiese unterhalb des Bundeshauses, nippten an Eistee und erzählten ein wenig aus ihrem Berufs- und ein bisschen aus ihrem Privatleben. Peter Brönnimann («Werbung ist harte Arbeit») schwärmte von Roger Federer, mit dem er kürzlich gedreht hatte. Mujinga Kambundji, der immer noch der grosse Wurf fehlt, sprach von Training, Sieg und Niederlagen. Die frühere SRF-Moderatorin Andrea Jansen redete offen darüber, dass sie früher oft unter depressiven Verstimmungen litt. Heute ist sie glückliche Mutter und plant, mit ihrer Familie für ein Jahr nach Hawaii zu ziehen. Sie will das Aloha-Lebensgefühl spüren. Fischlins Studienfreund Peter Brönnimann kam am wenigsten zu Wort.

In «Talk am Grill» qualmte und brutzelte es keine Sekunde. Vom Sendekonzept her gibt es keine Chance für einen knisternden Abend. Es ging auch diesmal nicht um die Wurst. Es war erneut ein kleines kühles Picknick mit ungewürzten Gesprächen statt eine heisse Grillade mit Pfeffer und scharfem Senf.

Erst gegen Schluss der Sendung legte Franz Fischlin vier Spiesschen auf den neben der Aare gelegenen Grill. Stäbchen mit sehr viel Peperoni und zwei kleinen Stückchen Fleisch. Entzückend. Mit seinem mitgebrachten Gemüsekorb und zwei Salatschüsseln hat es einer meiner Bekannten geschafft, nicht mehr zum Grillen eingeladen zu werden.


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