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TeleZüri berichtet besser als SRF

Lange Jahre war SRF – wegen enormem technischem und personellem Aufwand – immer etwas besser, wenn es um die Bundesratswahlen ging. Diesmal hat TeleZüri mehr geboten: Mit einer grösseren Anzahl von Stimmen, Meinungen und Kurzanalysen aus der Wandelhalle. Reaktionen am laufenden Band. Top-Service auch diesmal: Wenn im Ratsaal Französisch oder Italienisch gesprochen wurde, gab es tadellose Simultan-Übersetzungen.

Nicht so bei SRF. Kommentator Fritz Reimann hatte es sich etwas gar leicht gemacht. Sein inzwischen pensionierter Vorgänger Hanspeter Trütsch war in dieser Funktion viel überzeugender. Wo befand sich eigentlich Christoph Nufer, Leiter der SRF-Bundeshausredaktion? Bei Wahlen im Ausland sind immer auch die Chefs der Bundesstadt-Studios auf dem Bildschirm präsent.

TeleZüri war diesmal für ein sehr grosses Publikum erreichbar: Neben seinen Sender-Töchtern Tele M1 und TeleBärn hatten sich – wegen den Kandidaturen von Karin Keller-Sutter (SG) und Hans Wicki (NW) – auch Tele Ostschweiz und das Zentralschweizer Tele 1 angeschlossen.

Markus Gilli blühte und glühte. Andreas Ladner, auch diesmal der Politologe an seiner Seite, gewann wie gewohnt mit starken Analysen. Das gilt auch für Adrian Vatter, der bei SRF wiederum die gewohnt souveräne Susanne Wille unterstützte. Ladner und Vatter – zwei Professoren, denen man gerne zuhört.

Auf die Expertin Esther Girsberger musste Gilli für einmal verzichten. Und das im letzten Moment: Die Publizistin ist auf dem Rückflug von einer Afrikareise in Holland «gestrandet». Für sie eingesprungen ist TeleZüri-Bundeshausredaktor Matthias Steimer – diesmal mit Krawatte.

Die unterlegene Heidi Z’graggen zeigte sich im Interview mit TeleZüri als faire Verliererin. Für Gespräche mit den neuen, glanzvoll gewählten Bundesrätinnen reichte es den Regionalsendern in ihrer Hauptsendung nicht mehr. Viola Amherd, gewählt mit 148 Stimmen, und Karin Keller-Sutter, die 154 Stimmen erzielte, waren bei Susanne Wille zu Besuch.

Wir sahen keinen Wahlkrimi, aber anregend und unterhaltend war dieser Mittwochmorgen allemal. Für die ersten grossen Lacher im Ratsaal und vor den Bildschirmen sorgte Nationalpräsidentin Marina Carobbio, als sie über Doris Leuthard sagte: «Sie wurde nie emotional.» Johann Schneider-Ammann hielt eine brillante und witzige Abschiedsrede. Er begann diese so: «Ein Rednerpult käme mir auf die Frage nach meinem Lieblingsmöbel bestimmt nicht in den Sinn.» Er erntete Lachen und verdienten Applaus.

 


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