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«Rundschau»-Neuling hat bestanden

Bislang kannten wir nur seine unaufgeregte Stimme von Radio SRF (seit 2008). Jetzt wissen wir auch, wie Dominik Meier (40) im Fernsehen wirkt. Der Nachfolger von Sandro Brotz hatte am Mittwoch seine Premiere als «Rundschau»-Moderator. Weil auch das neue Schuljahr eben gerade begonnen hat, bewerten wir wieder einmal mit einer Note. Für sein Debüt gebe ich dem Solothurner eine 4,5. Er muss aber noch pauken.

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Besonders in seiner kurzen Vorschau am Schluss der «Tagesschau» war Meiers «Prüfungsangst» deutlich zu spüren. No problem. Der schwerste Schritt ist der über die Schwelle. In diesem Fall der vor die Live-Kamera. «Ich bin der Neue» – nachdem die Sendung gestartet war, löste sich die Anspannung des sympathischen und glaubwürdigen Journalisten merklich. Auch wenn er mal die falsche Kamera erwischte. En passant: Gesichtsbehaarung scheint bei SRF inzwischen befohlen zu sein.

Es geht mehr. Ab der zweiten Sendung nächste Woche erhoffen wir vom Neuen einen lockereren Auftritt. Und gesteigerte Hartnäckigkeit bei Interviews. Als Bundeshauskorrespondent und Chef der vielgehörten «Samstagsrundschau» hatte Dominik Meier bewiesen, dass er das kann.

Honorarkonsul Toni Locher forderte im Studiogespräch allen Ernstes 25’000 bis 50’000 Franken für jeden Asylbewerber, der freiwillig nach Eritrea zurückkehrt. Starker Tobak. Da hat der Zuschauer Biss und harte Fragen des Moderators erwartet. Solche blieben aus. Stark war der Beitrag vor dem Gespräch. Die «Rundschau» hat herausgefunden, dass Eritreas Aussenminister im Sommer in der Schweiz war und an einer Propaganda-Veranstaltung in der Markthalle von Burgdorf feierte. Offenbar hatte die eritreische Seite kurz davor Bundesrat Ignazio Cassis informiert und ein Treffen vorgeschlagen. Cassis war in den Ferien. Und wartet weiter auf ein Treffen. Das Asyldossier bleibt blockiert. Diese Geschichte wird noch zu reden geben. Die langlebige «Rundschau» (seit 1968) hat in den letzten Jahren unter der Leitung von Mario Poletti kräftig zugelegt.

Heiter gestimmt hat mich der «Rundschau»-Beitrag über Schwingerinnen, die im Sägemehl den Männern gleichgestellt werden wollen. Reporterin: «Finden Sie, Schwingen ist auch ein Sport für Frauen?» Jörg Abderhalden: «Natürlich ist es schön, wenn Frauen zuschauen.» Der dreifache Eidgenössische Schwingerkönig und «Samschtig-Jass»-Schiedsrichter lachte schallend und ergänzte: «Ich vergleiche es immer mit Synchronschwimmen für Männer.» Der Vergleich gefällt mir. Immerhin wünscht sich Bundespräsident Ueli Maurer mehr Schwingerinnen.

Der neue TV-Moderator beendete die Sendung mit einem «Ade». So verabschiede ich mich in der Regel von Leuten, die ich länger nicht mehr sehen werde – oder lieber nicht mehr sehen will. Auf Wiedersehen, Dominik Meier.


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