«Sie schlottern und stottern», hatte einst Kurt Felix über die Wetter-Erklärerinnen auf dem TV-Dach am Leutschenbach geschrieben. Das war einmal. Heute frösteln sie höchstens noch ab und zu. Am Mittwoch gab die Neue im «Meteo»-Team von Thomas Bucheli ihr Debüt. Die 29-jährige Nicole Glaus ist die Nachfolgerin von Thomas Kleiber, der vor zwei Monaten zu seinem Liebsten nach Kanada gezogen ist (persoenlich.com berichtete).
Wir können gut Wetter machen: Glaus hat ihre Feuerprobe bestanden. Sie bewältigte ihre Aufgabe ganz ordentlich. Bei ihrem ersten Auftritt nach der 18-Uhr-«Tagesschau» wirkte sie noch ziemlich nervös, um 20 Uhr ging es schon etwas leichter. Die Spätschicht («Meteo» nach «10vor10») hatte ihr Coach Christoph Siegrist übernommen.
An ihrer Sprache muss Nicole Glaus noch arbeiten. Und sich vor allem ein Mödeli abgewöhnen: Sie sagt viel zu häufig «Ja»: «Ja, mittlerweile hat es heute überall irgendwo in der Schweiz geregnet.» – «Ja, wenn es so bewölkt und regnerisch ist, nehmen die Temperaturen auch nicht allzu gross zu.» – «Ja, und von dieser Front bleiben am Morgen noch ein paar Wolken zurück.» – «Ja, es ist denn auch die Westwindströmung, die das Wetter in den nächsten Tagen bestimmt.» Und so weiter. Wir sind grosszügig so kurz vor Weihnachten: Insgesamt sorgte die sympathische Klimawissenschaftlerin am Mittwochabend für etwas sonnige Stimmung nach einem bewölkten Tag. Sie darf wieder in die Stube schneien.
Stellenwert und Bekanntheitsgrad von TV-Wetterfröschen mögen immer wieder erstaunen. «Meteo» ist halt die meistgesehene Struktursendung des Schweizer Fernsehens. Nach der Hauptausgabe der «Tagesschau» erreichen Bucheli & Co. kurz vor acht mitunter über 800’000 Zuschauer. Das Wetter beschäftigt die Menschen. Es betrifft jeden. Und jeder kann etwas dazu sagen. Vor allem ist das unverfängliche Thema ein Eisbrecher für eine Konversation.
Es darf wieder einmal gesagt werden: Die SRF-Meteorologen erreichen für den nächsten Tag eine Trefferquote von über 90 Prozent. Und: Mit ihren Leistungen für Externe finanziert sich die Abteilung von Thomas Bucheli zu einem gewichtigen Teil selber.
