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Donald Trump als «Gotteskrieger»

Marcus Knill

Nachdem Donald Trump zuerst den schrecklichen Chemiewaffeneinsatz schildert, macht er Assad für den brutalen Einsatz mit Nervengas verantwortlich. «Kein Kind Gottes sollte so einen Horror erleben».

Trump rechtfertigt in der Rede seinen militärischen Schlag gegen den Luftwaffenstützpunkt in Syrien mit folgenden Argumenten:

  • Der Angriff basiert auf grundlegenden nationalen Sicherheitsinteressen der Vereinigten Staaten, die Verbreitung von Chemiewaffen zu verhindern.
  • Es besteht kein Zweifel, dass Syrien die verbotenen Chemiewaffen eingesetzt hat.
  • Syrien hat die Chemiewaffenkonvention und die Forderung des UN-Sicherheitsrates bewusst ignoriert.
  • Die jahrelangen Versuche, Assads Verhalten zu ändern, sind gescheitert.
  • Die Region wurde immer instabiler, was eine Bedrohung der Alliierten bedeutet.


Im Schlussappell erwähnt Trump zwei Mal «Gott»: «Wir bitten um Gottes Weisheit, während wir vor der Herausforderung unserer sehr aufgewühlten Welt stehen. Wir beten für das Leben der Verwundeten und für die Seelen der Verstorbenen. Und wir hoffen, dass, solange Amerika für Gerechtigkeit steht, sich am Ende Frieden und Harmonie durchsetzen werden. Gute Nacht, und Gott segne Amerika und die ganze Welt. Danke.»

Vor, während und nach der Wahl wurde ersichtlich: Trump ist unberechenbar. Das kann gefährlich werden bei einem Politiker mit so viel Kompetenzen. Der amerikanische Präsident könnte nämlich weiterhin eigenmächtig international militärisch intervenieren. Der Heilige Krieg im Islam stösst zwar im Abendland auf breite Ablehnung. Wenn nun Trump im Namen der Gerechtigkeit militärische Aktionen befiehlt, wird die Diskussion über den sinnvollen Einsatz von Waffen, über legale Militärschläge, über Waffeneinsätze für die Freiheit oder Strafaktionen sich neu entfachen. Gibt es einen gerechten Krieg?

Es ist erstaunlich, dass Trumps überraschender Schlag gegen Assad nachträglich von verschiedensten Seiten doch akzeptiert wird. Der militärische Schlag macht uns bewusst, dass Trump nicht nur drohen kann. Die Öffentlichkeit hat erkannt, dass der US-Präsident gewillt ist, Fakten zu schaffen. Trump muss ernst genommen werden.

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