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Was wir von Bill Gates lernen können

Marcus Knill

Bill Gates, der steinreiche «Mr Microsoft» (73 Milliarden Dollar) – der übrigens ein grosses Herz für wohltätige Zwecke hat, verriet laut 20 Minuten in einem Interview mit der der britischen Zeitung «Daily Mail», dass er auch verzichten kann, wenn es um die eigene Familie geht. Mit seiner Ehefrau Melinda, die er kennenlernte, als sie als Productmanagerin für Microsoft arbeitete, hat er seinen Kids ganz klare Regeln vorgegeben:

Jennifer (heute 20), Rory (17) und Phoebe (14) hatten sogar Handyverbot bis sie 14 waren. «Die drei bekamen erst welche, als sie sich beschwerten, dass andere Kinder längst welche hatten», erzählt Gates.

Abends durften die Kinder nicht fernsehen. «Wir haben eine Zeit festgesetzt, ab der sie nicht mehr vor den Bildschirm durften. Das half ihnen, zu einer vernünftigen Zeit einzuschlafen». Und was seit jeher in der Familie durchgesetzt wurde: Handyverbot bei Tisch.

Medienpädagogen wissen, dass Jugendliche schrittweise lernen müssen, neue Medien zu nutzen. Kinder müssen praktisch lernen, die Medien situationsgerecht zu nutzen. Der sinnvolle Umgang wird nicht automatisch erworben. Vernünftige Spielregeln sind dabei hilfreich.

Doch müssen diese Regeln auch durchgesetzt und kontrolliert werden können.

Wer bei seinen Kindern im Umgang mit den neuen Medien klare Spielregeln einführt, ist nicht von gestern. Im Gegenteil – dank gezielter, dosierter Nutzung – fördern wir die Medienkompetenz. Unsere Kinder lernen die Vor- und Nachteile der neuen Medien erkennen und werden befähigt, später selbständig auf gewisse Reize zu verzichten. Wer die Nutzung stufengerecht erlernt, unterliegt auch weniger der Gefahr, süchtig und abhängig zu werden.

Bill Gates kennt die digitale Welt bestens und hat bedacht gehandelt, als er seine Kinder schrittweise in die Welt der neuen Medien eingeführt hat. Übrigens bestätigt eine Umfrage beim Publikum (auf der Online-Plattform von «20 Minuten»), dass es die Mehrheit als sinnvoll erachtet, den Kindern erst mit 14 Jahren ein iPhone auszuhändigen.

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Kommentare

  • Bernadette Schwizer, 25.04.2017 14:38 Uhr
    Als mein Sohn im August 2015 im Alter von 12 Jahren in die erste Sek eintrat, beklagte er sich, dass er in seiner Klasse, der einzige ohne Smartphone sei. Ich habe ihm nicht geglaubt und dann die Lehrerin gebeten, bei der Klasse nachzufragen, wer ein Smartphone hat. Das Resultat. Von 23 Kindern hatten 22 ein Smartphone. Dies bestätigt wiederum, dass entweder das Publikum bei Umfragen falsche Angaben gibt oder was vermutlich eher der Fall ist (Wunschangaben machen). Es ist immer leicht als Eltern etwas zu wünschen was man tun sollte, als es dann auch zu tun.

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