26.11.2017

Kryptowährung

Swisscom und SRG mit heiklem Deal

Die deutsche Fernsehgruppe Welt der Wunder TV realisiert eine Blockchain-Lösung für den internationalen Handel von Medienlizenzen. Partner sind Swisscom und SwissTXT.
Kryptowährung: Swisscom und SRG mit heiklem Deal
Wenn Medienlizenzen gehandelt werden, erschweren komplizierte Verträge den Prozess. (Bild: Video-Still)

Der steile Wertanstieg von Bitcoin ruft immer neue Erfinder von Digitalwährungen auf den Plan. Jetzt steigt auch die Swisscom auf den fahrenden Zug. Der grösste Schweizer Telefoniekonzern verleiht der deutschen Fernsehgruppe Welt der Wunder TV quasi ein Gütesiegel für eine Geldbeschaffungsaktion mittels einer neuen Kryptowährung namens Milc. Als Partner der TV-Wunderwelt tritt die jüngst geschaffene Tochter Swisscom Blockchain in Zürich auf. Zusammen mit Swiss TXT, einer Tochter der SRG, die ebenfalls als Partner der Deutschen figuriert, wie die «SonntagsZeitung» berichtet (Artikel online nicht verfügbar). Auch die «NZZ» griff am Samstag dieses Thema auf.

Die zwei staatsnahen Betriebe suchen neue Einnahmequellen und wollen dabei vom Hype rund um Bitcoin und andere Digitalwährungen profitieren. Wer früh einsteige, könne das grosse Geld machen, suggeriert eine Verkaufsorganisation, die im Auftrag von Swisscom Blockchain aktiv ist: 1320 Prozent Gewinn hätten Investoren laut einer Studie im Schnitt gemacht, wenn sie Kryptowährungen wie Bitcoin während der Lancierung gekauft hätten.

Auf das grosse Geld mit einem sogenannten ICO, das am Freitag startet, hofft auch Welt der Wunder, wie es in der «SonntagsZeitung» weiter heisst. Ein ICO ist eine Art digitaler Börsengang: Anstatt Aktien kaufen Anleger digitale Münzen mit dem Namen Milc, die im Netz handelbar sind. Milcs gewährten jedoch weder ein Recht auf Rückzahlung, noch sind sie eine Beteiligung an der Firma oder am Gewinn. Die Finanzmarktaufsicht der EU warnt, solche ICOs seien «sehr riskant und hoch spekulativ». (pd/cbe)

 

 



Kommentar wird gesendet...

Kommentare

Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:

Anzeige
Zum Seitenanfang