14.11.2017

Europa Forum Luzern

Wie die Wirtschaft zur Digitalisierung steht

An der Digitalisierung führe kein Weg vorbei, machte Bundespräsidentin Doris Leuthard vor den über 500 anwesenden Unternehmensvertretern klar.
Europa Forum Luzern: Wie die Wirtschaft zur Digitalisierung steht
Doris Leuthard forderte die Anwesenden des Europa Forums Luzern dazu auf, den Mut zu haben, Projekte zu starten und auszuprobieren. (Bild: Keystone/Alexandra Wey)

Die Digitalisierung sei eine Chance, die allen in vielen Bereichen Nutzen bringe, sagte Doris Leuthard am Symposium der Wirtschaft des 33. internationalen Europa Forum Luzern. Sowohl in Europa wie in der Schweiz müsste jedoch noch manches optimiert werden. Zum Beispiel der elektronische Datenaustausch zwischen dem Bund und den Gemeinden: Es gebe 3000 verschiedene Plattformen – und alle arbeiten separat. Zum Schluss warb Leuthard noch für den nationalen Digitaltag vom 21. November mit Aktionen in der ganzen Schweiz.

Wirtschaft ist zuversichtlich

Die industrielle Revolution durch die Digitalisierung betreffe alle Bereiche und Branchen, meinte Ueli Spiesshofer, CEO der ABB Group Worldwide. Das führe von der automatisierten zur autonomen Industrie. Nicht die Muskelkraft werde durch Roboter ersetzt, sondern ganze Prozesse. Letztendlich sei dies ein Zusammenspiel von künstlicher Intelligenz und sinnvoller Arbeit.

Ein Plädoyer für die digitalisierte Wirtschaft, die sich an den Menschen und den Bedürfnissen der Gesellschaft orientiere, hielt Rolf Dörig, VR-Präsident Swiss Life Holding. Keine Patentrezepte, wie die Veränderungen in Unternehmen aufgefangen werden könnte, bot Patrick Naef an, CIO Emirates Group. Er empfahl die analytischen Erkenntnisse wieder vermehrt mit dem Bauchgefühl zu kombinieren. Wie das Pharma-Unternehmen Roche die Digitalisierung vorantreibt, erläuterte VR-Präsident Christoph Franz. Es gehe darum, die Qualität der Daten zu verbessern und somit schneller Ursache/Wirkung zu erkennen. Zu reden gab auch der digitale Binnenmarkt Europas. Neue Regulierungen ab 2018 werden auch die Schweiz betreffen, wie es in einer Mitteilung zum Anlass heisst.

Gute Ideen und Apps sind nicht genug

Am öffentlichen Abend begrüsste der Luzerner Stadtpräsident Beat Züsli die rund 1000 interessierten Teilnehmenden mit Zuversicht: «Der reale Austausch unter realen Menschen hat andere Qualitäten.» Und er meinte weiter, dass die digitale Revolution eine Herausforderung sei, die weit über die technischen und ökonomischen Herausforderungen gehe.

Dies bestätigte auch der CEO der UBS, Sergio P. Ermotti: «Wir stehen an einem Wendepunkt in der Bankenwelt. Die letzten zehn Jahre waren durch Regulierung geprägt. Die nächsten zehn Jahre werden durch die Digitalisierung geprägt.» Gewinner würden die Banken sein, die diese Herausforderung als Chance sehen. «Gute Ideen und Apps sind nicht genug. Dank der Digitalisierung mit den bestehenden Plattformen kann die UBS noch effizienter werden.» Das Potential der Digitalisierung habe aber auch Folgen. Ermotti erwartet, dass die UBS in den nächsten zehn Jahren rund 30 Prozent weniger Personal benötige.

Bilder vom Anlass finden Sie hier. (pd/cbe)

 



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