09.01.2018

No Billag

Befürworter präsentieren «Plan B» für die SRG

Die Befürworter von «No Billag» präsentieren in Bern ihren «Plan B», der auf Abonnemente, Werbung und Fördergelder vom Bund setzt. Das Komitee setzt auf den Slogan «Ja SRG: No Billag Ja».
No Billag: Befürworter präsentieren «Plan B» für die SRG
Die Plakatsujets werden am Dienstagnachmittag in Bern präsentiert. (Bilder: persoenlich.com)

Die Befürworter der No-Billag-Initiative zeigen sich überzeugt, dass die SRG auch ohne Gebührengelder existieren könnte. Am Dienstagnachmittag präsentieren sie an einer Medienkonferenz in Bern ihren «Plan B», der auf Abonnemente und Werbung setzt.

Das Komitee setzt sich mit dem Slogan «Ja SRG: No Billag Ja» für eine Abschaffung der Radio- und Fernsehgebühren ein, also für ein Ja zur Initiative in der Abstimmung vom 4. März. Es argumentiert, die SRG sei beim Publikum und im Werbemarkt hervorragend positioniert. Der Service public könne somit grösstenteils über Einnahmen aus dem Markt finanziert werden.

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Sendungen, die sich nicht im Markt finanzieren liessen, könnten auch künftig gefördert werden, schreiben die Befürworter in ihrer Mitteilung. Für sprachliche Minderheiten oder Randregionen wäre eine solche Förderung weitgehend unbestritten.

Werbung am Radio

Zwar gingen die Einnahmen zurück, wenn die Gebühren wegfielen, da nicht alle Abonnemente lösen würden. Dafür seien höhere Einnahmen aus der Werbung über TV, Radio und Online zu erwarten. Heute dürfe die SRG weder online noch am Radio Werbung verkaufen. Hier bestehe ein Potenzial.

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Die Befürworter legen Szenarien vor, mit welchen die SRG immer noch auf über eine Milliarde Franken käme. Eine der Berechnungen beinhaltet neben Abonnemente- und Werbeeinnahmen auch Fördergelder. Der Bund würde 250 Millionen beisteuern, die Kantone 50 und Private 30 Millionen Franken. Hinzu käme eine Distributionsverbilligung im Umfang von 80 Millionen Franken.

Chance statt Ende

Die SRG male vor der Abstimmung aus taktischen Gründen schwarz und spreche von einem Lichterlöschen und einer Liquidation bei einer Annahme der Initiative, kritisieren die Befürworter. Sogar Medienministerin Doris Leuthard habe sich dieser «Angstkampagne» angeschlossen.

Aus Sicht der Befürworter ist «No Billag» nicht das Ende der SRG, sondern eine Chance für eine neue und unabhängige SRG. (sda/maw/eh)



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Kommentare

  • Urs Gugger, 09.01.2018 13:50 Uhr
    NO GEWERBEVERBAND wäre viel wichtiger. Wir werden von diesem Verband mit seinen unerschöpflichen Kampagnen-Millionen regiert. Ist das Demokratie?
  • Melanie Berner, 09.01.2018 13:51 Uhr
    Wie unabhängig kann ein Medienhaus denn sein, wenn es gezwungen ist, sich mehrheitlich über Gelder von Werbekunden zu finanzieren? Ich will weiterhin eine Vielzahl von Sendern, die das Geschehen beobachten, einordnen und in Bild und Ton einem breiten Publikum zugänglich machen. Darum ganz klar Nein zu dieser Abschaffungsinitiative am 04. März 2018!
  • Robert Tobler, 09.01.2018 13:59 Uhr
    Das hätte man klarer formulieren können: No Billag: Ja zur SRG.
  • Boris Macek, 09.01.2018 14:32 Uhr
    Wie soll der Bund 250 Mio. Fördergelder beisteuern, wenn ihm das laut Initiativtext unmissverständlich verboten ist. Haben die Initianten ihre Initiative überhaupt mal gelesen?
  • Oliver Brunner, 09.01.2018 14:56 Uhr
    Die Gebühren-finanzierten Stimmungsmacher haben es uns doch deutlich gesagt: Der Plan B gibt es nicht, darf nicht sein. Billag oder die Demokratie geht unter und die Berge werden zu Ebenen.
  • Max Weter, 09.01.2018 15:38 Uhr
    Wie schrieb Rainer Stadler, der Medien Experte der NZZ so trefflich: "Es verwundert auch, dass einige Exponenten weiterhin behaupten, eine private SRG könne sich künftig als Abonnementssender behaupten. Wer solches sagt, ist unredlich, oder er hat keine Ahnung von medienökonomischen Zusammenhängen."
  • Tom Briner, 09.01.2018 15:49 Uhr
    Für die SRG-Radiosender soll ich also ein Abo lösen und dafür sendet dieses Abo-Radio dann auch Werbung. Wirklich, ein toller Vorschlag!
  • Toni J. Krein, 09.01.2018 15:49 Uhr
    Die Sendung der Befürworter der No Billag Initiative heisst SANDMÄNNCHEN! Sie hoffen dem Schweizer Stimmvolk mit ihren unrealistischen Aussagen genügend Sand in die Augen zu streuen, dass dieses blind wird und die wahre Strategie hinter der Attacke übersieht. Lasst Euch nicht täuschen, daher am 4. März ein klares NEIN zur No Billag Initiative!
  • Luki Frieden, 09.01.2018 16:03 Uhr
    Verdrehte Slogans. Nicht serh sympathisch. Ja, sogar zynisch all den MitarbeiterInnen der SRG gegenüber. Herr Bigler will uns für ziemlich dumm verkaufen. Nice try. No Billag Initiative: NEIN.
  • Pascal Fluri, 09.01.2018 16:28 Uhr
    Und wo bleiben die 34 Privaten Radio- und Fernsehstationen? Für diese ist der Regionale Werbemarkt zu klein, insbesondere Berg- und Rsndregionen.
  • Patricia Diermeier, 09.01.2018 16:34 Uhr
    Die Initianten lesen offenbar ihre eigene Initiative zu wenig genau. Dort steht unter Art. 93 Abs. 4: (Der Bund) ... " subventioniert keine Radio- und Fernsehstationen. Er kann Zahlungen zur Ausstrahlung von dringlichen amtlichen Mitteilungen tätigen." Und jetzt sprechen sie plötzlich davon, dass der Bund künftig 250 Mio. für eine "neue SRG" beisteuern soll? Frage 1: Wie soll das rechtlich möglich sein? Frage 2: Woher soll der Bund das Geld nehmen? Völliger Blödsinn also...
  • Karin Niederhauser, 09.01.2018 16:37 Uhr
    Ein toller Plan B, von denen, die uns das Geld aus der Tasche ziehen möchten, ausgeheckt. - Unsere SRG stellt für ein 4-sprachiges Land viele interessante Beiträge zu den Themen Sport, Kultur, Politik, Unterhaltung und informative Dokumentation für ein breites Publikum bereit - auch Menschen mit Behinderungen (starke Sehbehinderung, starke Hörprobleme) möchten mit unterstützenden Möglichkeiten am kulturellen Medienleben teilhaben. Ausserdem soll die SRG ihr Programm auch noch ins hinterste Bergtal ausstrahlen. Denn die SRG soll ja für die ganze Bevölkerung da sein. Das gewisse Parteien diese no billag voll unterstützen ist mir völlig klar. Dahinter stecken in erster Linie rein wirtschaftliche Interessen von privaten Anbietern. Liebes Schweizer Volk, Du, wo du doch immer so heuchlerisch in den Abstimmungshimmel gehoben wirst, wenn man dir den schönen Mammon aus der Tasche ziehen will, für dich wird es aber dann bei einer Annahme der "no billag" echt teuer. Denn wenn ihr nur noch Sendungen abonnieren oder kaufen könnt, dann könnt ihr gleich schon mal einen ziemlich höheren Betrag einsetzen im Haushaltsbudget. Denn wir leben ja in der Schweiz, nicht in der EU. Ihr werdet Euch noch zurücksehnen nach dem Fr. 1.-/Tag, den ihr ab dem 01.01.2019 aufbringen müsstet. Die SRG bietet viele interessante Sendungen an, auch wenn da und dort noch qualitative Verbesserungsmöglichkeiten wären. Also überlegt Euch gut, was Ihr abstimmt!!!
  • Martin Lustenberger, 09.01.2018 16:45 Uhr
    Zwei Faktoren werden bewusst ausser Acht gelassen: Zum Einen müssten die verbleibenden privaten Zahler den Teil, welche heute die Unternehmen beisteuern, auch bezahlen. Zum Anderen spricht niemand von den 34 weiteren Medienunternehmen, die heute auch Gebührengelder beziehen. Wenn ein Teil von diesen Unternehmen schliessen müssen ist es sehr vermessen von einer "grösseren Medienvielfalt" zu sprechen.
  • Regina Hubschmied, 09.01.2018 16:50 Uhr
    Diese Kampagne ist irreführend. Wer ja stimmt schafft Fördergelder ab und begräbt die SRG.
  • Markus Huber, 09.01.2018 17:07 Uhr
    Initiativtext lesen! Darin steht, dass der Bund keine Unterstützung leisten darf. Also: NEIN zur falschen Billag-Initiative.
  • Felix Aeberli, 09.01.2018 17:22 Uhr
    Also noch mehr Werbung, und bezahlen soll ich trotzdem...! Wer von diesem "Komitee" ist eigentlich noch bei Sinnen? NEIN zu no Billag!
  • Nico Herger, 09.01.2018 19:07 Uhr
    Wer behauptet, nur die SRG könne Unabhängigkeit und Qualität bieten, muss sich Arroganz und eine ans Totalitäre grenzende Staatsgläubigkeit vorwerfen lassen. Die logische Schlussfolgerung wäre nämlich, dass es auch SRG-Zeitungen geben müsste.
  • Hans Koller, 09.01.2018 21:22 Uhr
    Da die SRG selber die Gebührenpflicht abschaffen will, gemäss Blick von heute kann man getrost Ja stimmen. Die Zeiten der Zwangsgebühren sind vorbei.
  • Ueli Custer, 12.01.2018 14:28 Uhr
    Der Plan B ist wirklich genial: Wer die SRG-Programme nutzen will, soll zahlen. Das ist ja beim TV technisch möglich. Für das Radio würde das aber heissen, dass ich die Programme nur noch über das Internet empfangen kann. Und dass ich mich jedes Mal zuerst mit Passwort einloggen müsste. Das macht doch kein Mensch! Und so sollen dann genügend Einnahmen zusammenkommen, um das heutige Angebot zu finanzieren? Wenns nicht zum Weinen wäre, wäre es zum Lachen. Ausserdem soll die SRG die Einnahmen aus der TV-Werbung um 50% steigern obwohl die Reichweite massiv zusammenbrechen würde. Wer so argumentiert, tut dies entweder wider besseres Wissen oder hat von Tuten und Blasen nicht den Hochschein einer Ahnung. Eine Annahme dieser Radikal-Initiative würde unser einheimisches TV- und Radioangebot jedenfalls dem Erdboden gleichmachen.

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