18.09.2017

Project R

Daniel Binswanger wechselt zur «Republik»

Prominenter Zugang: Der langjährige «Magazin»-Redaktor Daniel Binswanger gehört ab 2018 zur Startcrew des Medien-Start-ups.
Project R: Daniel Binswanger wechselt zur «Republik»
Schreibt seit 2007 fürs «Magazin»: Daniel Binswanger. (Bild: Project R)
von Tim Frei

Per Anfang Dezember hat Daniel Binswanger seine Stelle beim «Magazin» gekündigt. Wie er gegenüber persoenlich.com bestätigt, wird er danach bei der «Republik» anfangen. Eine entsprechende Information über diesen prominenten Wechsel machte Ende der letzten Woche auf Twitter die Runde.


«Es ist extrem reizvoll ein digitales Magazin mitaufzubauen, von dem ich überzeugt bin, dass es die Zukunft des Zeitungswesens repräsentiert», begründet Binswanger seinen Wechsel auf Anfrage. Eine Zukunft, die sich gemäss Binswanger stark verändern wird: «Der Strukturwandel im Mediensystem lässt keinen Stein auf dem anderen und wird sich noch einmal massiv beschleunigen». Er fügt an: «Der Qualitätsjournalismus von morgen wird meiner Überzeugung nach von kleineren, wendigeren Strukturen betrieben werden, die sich zwar am Markt behaupten müssen aber nicht primär renditeorientiert sind und die eine andere Art der Glaubwürdigkeit und Leserbindung aufbauen. Von Redaktionen also, die absolut unabhängig sind, sich in keiner Weise auf politische Interessenbindungen einlassen, sich ausschliesslich über Abonnemente finanzieren und jeden Rappen, den sie haben, in Qualität investieren». Die «Republik» sei eine solche Redaktion.

Rolle bei der «Repubik» noch offen

Seine bekannte «Magazin»-Kolumne werde er «gegebenenfalls bis Ende Jahr fortführen», sagt Binswanger. Welche Funktion der Autor und Kolumnist ab 2018 bei der «Republik» haben wird, ist noch unklar: «Für die genaue Festlegung meiner Rolle sind noch mehrere Optionen offen».

Binswanger studierte Philosophie und Komparatistik in Berlin und Paris. Seine journalistische Laufbahn startete er als freier Journalist für das «Magazin», die «Weltwoche» und «Les Inrockuptibles» in Paris. Von 2005 bis 2007 war er Paris-Korrespondent der «Weltwoche». Seit 2007 ist er Redaktor beim «Magazin», bis 2013 mit Standort Paris. Seit 2008 schreibt er eine wöchentliche Kolumne für das «Magazin».

Mit der Verpflichtung von Binswanger hat die «Republik», gegründet von Constantin Seibt und Christof Moser, bereits sieben Journalisten unter Vertrag. Anfang August verkündete das Online-Magazin die ersten Journalisten-Zugänge. Darunter sind der Reporter Carlos Hanimann (bisher Woz), die ehemalige Bildchefin der NZZ, Brigitte Meyer, und Adrienne Fichter, welche bei der NZZ das Social-Media-Team leitete (persoenlich.com berichtete). «Wir freuen uns sehr, 2018 mit dem profilierten Autor und Kolumnisten Daniel Binswanger an Bord ins erste Jahr der ‹Republik› zu starten», sagt Co-Gründer Moser gegenüber persoenlich.com.

 

 



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Kommentare

  • Robert Frauchiger, 18.09.2017 16:46 Uhr
    Schön für die "Republik". Schade für das Tagi-Magi!!!
  • Erich Giger, 18.09.2017 18:44 Uhr
    das ist sehr sehr schade - das Tagi Magi verliert!
  • Robert Weingart, 18.09.2017 22:29 Uhr
    Hm. Nach Seibt die nächste "Edelfeder" bei Republik. Binswangers Output beim Magazin war überschaubar, da sollte schon mehr kommen. Mit etwas Besserwisserei alleine füllt er das Onlinemagazin jedenfalls nicht.
  • Christian Hofstetter, 19.09.2017 08:30 Uhr
    Binswanger ist gut für die Republik und einen Journalismus, der sich nicht an Hofberichterstattung orientiert.
  • Nico Herger, 19.09.2017 12:04 Uhr
    Wer sich den urbanen Linken zugehörig fühlt, ist bei der "Republik" (was für ein anmassender Name, passt aber bestens zum abgehobenen Binswanger) gut aufgehoben.
  • Marianne Sieber, 19.09.2017 12:53 Uhr
    Binswanger pflegt einen geschraubten Stil, seine Kolumnen kommen professoral (und selbstverliebt) daher. Zerschlägt man das Aufgeschwurbelte, bleiben wenig überraschende sozialdemokratische Statements übrig. Ich hoffe, dass die Republik ihm andere Aufgaben gibt.
  • Oliver Brunner, 19.09.2017 15:55 Uhr
    Bis jetzt sind vor allem Tisch-Rechercheure bei der Republik, die nie einen Telefon-Hörer zur Hand nehmen. Die 500 Analyse zur "bösen" Globalisierung, zu den Ursachen der Finanzkrise etc. Der Herr Binswanger, der alles sehr links und sehr "ceteris paribus" sieht, passt da hervorragend.
  • Elias Truttmann, 21.09.2017 00:03 Uhr
    Die Republik gefällt mir immer besser. Sie sammeln die auffälligsten linken Dauerjammeris von verschiedenen Redaktionen ein und steigern so die Qualität dieser Publikationen. Die "Edelfedern" können danach in ihrer linksurbanen Filterblase gemeinsam pleitegehen, womit mal wieder bewiesen wäre, wie böse doch dieser Kapitalismus ist. Happy end!
  • Walter Holdener, 22.09.2017 10:58 Uhr
    Ich habe mich jeden Samstag gefreut, die Magazin-Kolumne von Herrn Binswanger zu lesen. Für mich sind sie gehaltvoll und eröffnet mir Perspektiven auf Themen, die ich sonst in den Mainstream-Medien nicht lesen kann. Ich lasse mich (weiterhin) gerne von Geistvollem belehren.
  • Nico Herger, 22.09.2017 14:52 Uhr
    Interessant oder, je nach Standpunkt, amüsant ist die Aufsplitterung des linken Medienspektrums. Waren bis vor kurzem bloss Tagi und WOZ Pflichtlektüre für die Links"liberalen", kommt nun nach der Tageswoche und Watson noch die Republik. Da wird dem einen oder der andern bald der Schnauf ausgehen, sowohl auf Leser- wie auf Anbieterseite.

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