Tages-Anzeiger - "Die Männer sind in den letzten Jahren massiv bevorteilt worden."

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08.07.2013

"Die Männer sind in den letzten Jahren massiv bevorteilt worden."

Die SRG-Spitze prüft derzeit die Einführung einer Frauenquote, beim "Tages-Anzeiger" ist es faktisch schon so weit. "Ladies first" heisst es dort nämlich, seit im April eine Frauendelegation rund um Simone Meier aktiv ist. Das Ziel der Truppe: Bis Mitte 2016 soll der Frauenanteil bei 30 Prozent liegen, möglichst ausgeglichen auf allen Ebenen. Wie das erreicht werden soll und was die Chefredaktion in der zu diesem Zweck ausgearbeiteten "Stauffacher-Deklaration" verspricht, erzählt die Frauenbeauftragte im Interview mit persoenlich.com. Zudem verrät die langjährige Kulturjournalistin, wie es in den "Tagi-Testosteron-Territorien" zu und her geht und sie nennt Gründe, warum sich in den letzten Jahren auf freie Stellen nur 25 Prozent Frauen beworben haben.

Frau Meier, seit April gibt es beim "Tages-Anzeiger" eine Frauendelegation, Sie sind deren Kopf. Haben Sie sich schon immer mit Themen der Gleichberechtigung befasst?
Ich habe mit 26 Jahren bei der "Wochenzeitung" angefangen. Dort war das Verhältnis zwischen Männern und Frauen immer 50 zu 50, es gehört bis heute zum Konzept. Ich fand das sehr angenehm. Das war kein grosser Unterschied zu meiner Zeit an der Uni, wo ich fast ausschliesslich mit Frauen zusammengearbeitet hatte, eine Weile lang auch als studentische Frauenbeauftragte der Uni Basel.

Sie sind seit 15 Jahren bei Tamedia. Ärgern Sie sich also schon so lange über die Untervertretung der Frauen in der "Tagi"-Redaktion?
Nein. Als ich damals zum "Tagi“ kam, war gerade Esther Girsberger Chefredaktorin, und ich dachte: Das geht jetzt immer so weiter. Auch unter Peter Hartmeier gab es mehr Frauen, mehr Ressortleiterinnen. Ihm war bewusst, dass Frauen in Führungspositionen auch imagepolititsch wichtig sind. Ohne dass ich der aktuellen Chefredaktion bösen Willen unterstellen möchte, hat es sich danach halt so eingeschlichen, dass fast alle Neueinstellungen Männer waren. Plötzlich war das Desaster da, und alle fragten sich: Warum eigentlich?

Was gab schliesslich den Anstoss, eine Frauendelegation zu gründen?
Es spielten verschiedene Faktoren eine Rolle. Im letzten November machte der "Schweizer Journalist“ ein Ranking. Hier schafften wir es gerade mal auf den 22. von 24 Plätzen. Hinter uns findet sich nur noch Blochers "Baz“ und die "Weltwoche“, dieses furchtbar frauenfeindliche Blatt.

Ranking über den Frauenanteil in Redaktionen. (Quelle: Schweizer Journalist)

Ich persönlich war schon zuvor etwas irritiert, als sich uns die neue konvergente Chefredaktion vorstellte: Da sassen fünf Herren, die ich im einzelnen sehr schätze, aber so einem reinen Männergremium war ich in meinem Berufsleben bis dahin noch nie begegnet. Übriggeblieben von den fünfen sind jetzt ja noch drei: Res Strehle, Arthur Rutishauser und Michael Marti. Etwas später besuchte uns ein Chefredaktionsmitglied der "Süddeutschen Zeitung“. Wie er uns erzählte, stellen Sie dort seit eineinhalb Jahren fast nur noch Frauen ein. Sie haben zwar keine Quotenvorgabe, aber sie tun es einfach. Aktuell hat man zum Beispiel als Mann so gut wie keine Chance, eine Korrespondentenstelle bei der "Süddeutschen“ zu bekommen.

Wer sind die Frauen der Frauendelegation?
Simone Rau vom Recherche-Team, Susanne Anderegg vom "Blauen Bund“, Barbara Reye vom "Wissen“ und Claudia Blumer vom "Inland“. In absehbarer Zeit wird sich auch Michèle Binswanger einschalten. Geplant ist, dass Michèle und ich uns abwechseln in den Rollen der Frauenbeauftragten und deren Stellvertretung.

Was ist seit der Gründung der Delegation geschehen?
Wir suchten zuerst das Gespräch mit der Chefredaktion. Und stiessen dort auf total offene Türen. Die Herren hatten sich parallel bereits Gedanken gemacht und es gab eigentlich gar keine Diskussion, ob es eine Frauenbeauftragte braucht oder nicht. Innerhalb kürzester Zeit hat die Chefredaktion von sich aus eine Deklaration ausgearbeitet: Die "Stauffacher-Deklaration“.

"Stauffacher-Deklaration“? Was steht da drin?
Es ist ein Dreijahresplan. Bis Mitte 2016 strebt die Chefredaktion einen Frauenanteil von 30 Prozent an, möglichst ausgeglichen auf allen Ebenen.

Bis hinauf zu den Führungspositionen also?
Die höchste erfasste Stufe ist die Tagesleitung.

Ist es nicht unbefriedigend, wenn Sie auf die wirklich entscheidenden Funktionen keinen Einfluss haben?
Die Tagesleiter stehen bei uns im direkten Tagesgeschäft über den Ressortleitern. Deshalb ist es ganz und gar nicht unbefriedigend. Auf die Chefredaktion können wir von innerhalb der TA-Redaktion keinen Einfluss nehmen, das ist ein Entscheid, der von sehr viel weiter oben gefällt wird.

Wie soll das Ziel gemäss Deklaration erreicht werden?
Insgesamt sind acht Punkte aufgeführt. Unter anderem werden bei gleichwertigen Kandidaturen Frauen bevorzugt. Entscheidet sich die Chefredaktion für einen Mann, so kann die Frauendelegierte – also ich derzeit – verlangen, dass die Chefredaktion ihre Gründe darlegt und eine Gegenkandidatin vorschlagen. Weiter sollen zum Beispiel auch mit potentiellen Kandidatinnen für einen Führungsposten die Eckpunkte einer mittelfristigen Karriereplanung entworfen werden.

Stauffacher-Deklaration.pdf

Was ist, wenn der beste Bewerber immer männlich ist?
Wenn sich jetzt der weltbeste Journalist – eine Mischung etwa aus Julian Assange, dem "Guardian“- und dem "New York Times“-Chefredaktor – bei uns bewirbt, bin ich die letzte, die ihn nicht einstellen würde. Aber natürlich hoffe ich auf eine Julia Assange… Und ein bevorzugter männlicher Bewerber muss für mich schon sehr viel können, ich würde von ihm nichts weniger erwarten als ein kleines Weltwunder.

Von Quoten-Gegnern hört man oft das Argument, dass eine Frauenquote diskriminierend gegenüber Männern ist.
Ja, aber das ist mir egal. Die Männer sind in den letzten Jahren beim "Tagi“ massiv bevorteilt worden. Es gibt reine Testosteron-Territorien, unsere Chefredaktion, die Tagesleitung, weite Teile der Online-Redaktion.

In Ihrer Funktion exponieren Sie sich.
Ja, einige werden mich hassen lernen. Es ist meine Aufgabe, mich einzumischen. Vor zehn Jahren hätte mir das vielleicht etwas ausgemacht, inzwischen bin ich hart im Nehmen.

Weshalb braucht eine Redaktion eigentlich mehr Frauen bzw. warum ist eine Redaktion besser, wenn mindestens gleich viele Männer wie Frauen da arbeiten?
Nur schon das Arbeitsklima ist anders. In einer männerlastigen Umgebung ist alles automatisch sportlicher, militärischer, aggressiver. Ich wundere mich immer über den Reibungsverlust, der da dauernd entsteht: Da wird riesig viel Druck aufgebaut und Dampf abgelassen, alle messen sich dauernd an irgendwas – was für ein Stress und was für eine Energieverschwendung!

Ist also die Verbesserung des Arbeitsklimas Ihre Hauptmotivation, mehr Frauen an Bord zu holen?
Nein. Es geht vor allem ums Prinzip, um einen demokratischen Prozess, um Chancengleichheit. Frauen müssen sich im "Tagi“ repräsentiert fühlen. Frauen sollen aber auch im "Tagi" die Welt erklären. Und zwar hardcore. Ganz toll fände ich es zum Beispiel, wenn es uns gelingen würde, so eine richtig wichtige Polit-Kommentatorin zu haben, quasi einen weiblichen Daniel Binswanger. Sowas wie Arianna Huffington halt, auf die immer alle hören würden. Frauen dürfen bei uns nicht einfach als hübsches Gesicht stattfinden, das man auf der Frontseite dekorativ als Bild in eine Skybox packen kann, was leider ziemlich oft der Fall ist. Ich habe mal einen sehr bekannten Kollegen gefragt, wie oft er in den siebzehn Jahren, in denen wir uns kennen, über eine Frau geschrieben habe. Seine Antwort: "Scheisse, nie.“ Das ist typisch. 

Ändert sich denn eine Zeitung tatsächlich, wenn mehr Frauen in den Redaktionen sitzen?
Der Herr von der "Süddeutschen“ hat dies zumindest bestätigt. Themensetzung und Diskussionskultur hätten sich im letzten Jahr stark verändert. Ich bin sehr gespannt, wie sich das bei uns einmal auswirken wird.

Im aktuellen "persönlich“ sagt Peter Wälty im Interview, dass die Frauenquote bei den Bewerbungen in den letzten fünf Jahren höchstens bei 25 Prozent lag. Sind die Frauen also selber Schuld?
In gewisser Weise ja. Wir sind vielleicht manchmal zu bequem. Weiterkommen zu wollen bedeutet viel Aufwand, viel Zeit. Und wir sind zu skeptisch. Fragen uns, ob wir einer Aufgabe tatsächlich gewachsen sind oder die Voraussetzungen wirklich erfüllen. Für eine Frau ist Rückzug auch eine Art Kampf. Ein Mann will gewinnen.

Was unternehmen Sie dagegen?
Wenn wir von der Frauengruppe das Gefühl haben, dass eine Journalistin genau auf ein Stellenprofil passt, machen wir sie auf die Stelle aufmerksam und fordern sie auf, ihre Bewerbung einzureichen. Und wenn wir ein Stelleninserat auf Twitter oder Facebook weitervertreiben, schreiben wir gross "Ladies first“ oder so dazu.

Das Tamedia-Magazin "Annabelle“ hat im vergangenen Herbst eine Kampagne für die Frauenquote lanciert, die Pietro Supino nicht sehr schätzte. Kurz darauf hat Chefredaktorin Lisa Feldmann ihren Abgang vermeldet. Ihre Gruppe kümmert sich um den "Tagi“. Was passiert mit dem Rest der Tamedia?
Diese Geschichte hat sich sehr schnell rumgesprochen, und es hagelte von Basel bis Hamburg Kritik auf die Tamedia. Seit Lisa Feldmann gegangen ist, geistert das Thema Frauenförderung im Haus herum. Es wird jetzt zwar kein offizielles Frauenförderprogramm ins Leben gerufen - das würde ja Geld kosten. Aber es soll künftig vom ganzen Betrieb das Ziel verfolgt werden, dass Frauen innerhalb der Tamedia mehr Profil und Präsenz erhalten. 

Interview: Corinne Bauer

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Kommentare

Mark O. Vischer

"Frauen sollen aber auch im Tagi die Welt erklären. Und zwar hardcore." Zum Beispiel die neuesten Sex-Eskapaden von Martina Hingis, über die Frau Meier gern berichtet. Toll.

Thomas Meyer

Der TA ist ja jetzt schon ein feministisches Kampfblatt (Binswanger, Weber & Co.). Viel Glück, nur weiter so, ins Abseits. Nicht schade um die tägliche linksgrüne Gehirnwäsche von der Werdstrasse.

Lukas Beyer

Puah, ist diese Frau borniert...

André Schmid

"Frauen sind in Führungspositionen imagepolitisch wichtig", und ich dachte immer, das Ziel sei, die bestmögliche Person, unabhängig vom Geschlecht, sei entscheidend. Sehr weltfremd und überheblich, passt leider zur neuen Werdstrassen-Kultur, schade.

Barbara Federer

Super! Es wird dem Blatt gut tun, weil Frauen andere Themen und Blickwinkel reinbringen. Auch, dass die Chefredaktion offene Ohren für das Anliegen hat, spricht einmal mehr für den Tagi.

Nadia Fischer

Genau. Lean In!!

Christian Klein

Endlich tut sich auch mal was in den Redaktionen. Man kann härteres Durchgreifen nur begrüßen.

Buchner, Kathrin

Faktencheck Süddeutsche Zeitung übrigens: Zuletzt folgte auf Christiane Kohl als Korrespondetin für den Osten Deutschland Cornelius Pollmer - von wegen, man hat als Mann keine Chance mehr bei der Süddeutschen Zeitung !http://meedia.de/print/cornelius-pollmer-wird-sz-korrespondent/2013/06/1...

Felix Schweizer

Frau Federer, die meisten Tagifrauen mögen an anderen Themen interessiert sein als der Durchschnittstagimann, aber leider schreiben sie immer über nur über das eine Thema. Das - und schrieben sie gut - ist langweilig. "Schrieben" ist doch Konjunktiv? Ja.

Leonora Amrein

Frauen sollen eben nicht NUR über Frauenthemen schreiben. >50% der Menschheit sind weiblich - wieso soll ich in allen Medien nur immer Männern zuhören, die über Männer berichten?! Simone Meier ist nicht borniert, sie hat Recht!! Und alle hier winselnden Männer sollten sich mal ernsthaft fragen, wieso sie sich eigentlich von einer angemessenen Mitarbeit der Frauen sofort bedroht fühlen.

Joe Sticher

Ladies first? Ist ja mal was ganz Neues. Frau kann eben wie ehedem auf die Handreichungen bis hin zur Selbstaufgabe der Männer rechnen. Klar Honey, machen wir für dich. Hier komm her setz dich, mach es dir bequem. Halbtags? Kein Problem.
Immer schön in bestehende, von Männern geschaffene Strukturen reinquoten. Selber `ne Hütte zimmern wäre ja so was wie Augenhöhe.
Infolge dessen kann eine Hanna Rosin freilich auch "Das Ende der Männer" feiern, denn Männer gehören schließlich auf den Boden, damit Frau auch weiterhin (dr)aufsteigen kann.

Heiko Schmid

Wer sprechen darf, hat die Macht. So ist es. Und bisher waren das zu 75 Prozent Männer- nicht nur beim Tagi. Gut, dass jetzt 50-50 angestrebt wird. Auch wenn sich gleich wieder einige beschweren, es ist gut, Gleichheit zwischen den Geschlechtern zu fordern.

Alfredo Briccola

Von der Schreiberin langweiliger Kolumnen über die Kulturjournalistin zur Frauenbeauftragten. Ein steiler Aufstieg, momoll. Da les ich doch lieber Max Küng, der braucht sich auch nicht politisch mit Kampfparolen zu exponieren und hat wirklich Humor.

Joe Nuzzola

Haha.. Joe ihr Kommentar ist der Hammer. Ich gehe mit Ihnen einig: wenn Gleichberechtigung, dann bitte Gleichberechtigung. Auf Augenhöhe soll es dann sein, in der Kneibe mit den Jungs ein Bier stemmen. Wir sehen uns im Militär und auf der Baustelle, liebe Frauen.

esther spinner

danke, frau meier, sie werden mir immer sympathischer. dass männer einen anteil von einem drittel frauen beim tagi nicht ertragen, spricht für sich. das harte geschlecht hat offenbar weiche stellen.

Urs Toepfer

Ich fasse zusammen:

Es geht Frau Meier um einen demokratischen Prozess, und um Chancengleichheit aber Männerdiskriminierung ist ihr egal.

Woran es liegt, dass der Frauenanteil an der Belegschaft ihrer Zeitung mir 22% in etwa dem Anteil der Bewerberinnen entspricht, das weiß laut Frau Meier niemand. Nur, dass Männerbevorzugung im Spiel ist, dessen ist sich Frau Meier sicher.

Frau Meier ist entsetzt über das "Desaster", dass in ihrer Zeitung zu einem bestimmten Zeitpunkt fast alle Neueinstellungen Männer waren, freut sich aber über weniger rückwärtsgewandte Zeitungen wie die Süddeutsche, in der das gleiche Phänomen mit umgekehrtem Vorzeichen zu beobachten ist.

"Ausschliesslich mit Frauen" zusammen zu arbeiten, empfindet Frau Meier als angenehm, aber ein reines Männergremium ist "irritierend".

Ich könnte nun anmerken, dass logische Stringenz, Klarheit, und WIderspruchsfreiheit journalistische Tugenden sind, aber das wäre bestimmt wieder irgendwasistisch.

Joe Sticher

Deshalb ruinieren sich Männer auch lieber die Gesundheit im Stahlwerk, dem Tunnel, der Ölplattform... weil sie dort nicht mal ein Zehntel Frauen ertragen müssen, da oh Wunder, kein Ruf nach Quote und Diversity blablabla erschallet.
Und wenn wir demnächst die Anmeldung von Patenten mit 40% Frauenquote modernisieren, geht es mit der Schweiz direkt durch die Decke ins hochinnovative Gender-Paradies.

Joe Sticher

"Und wenn wir demnächst die Anmeldung von Patenten mit 40% Frauenquote modernisieren, geht es mit der Schweiz direkt durch die GLÄSERENE Decke ins hochinnovative Gender-Paradies" muss es natürlich heißen.

Tom Tomson

Wenn ich diese Kommentare von den meisten Männern lese, dann frag ich mich: Männer, vor was genau habt Ihr Angst? Willkommen im Jahr 2013, Gleichberechtigung sollte eigentlich für alle Normaldenkenden logisch sein - schade, ist es dies nicht der Fall

Lukas Beyer

Sind beim TA auch 18.8% Arbeitslose angestellt? So hoch ist deren Anteil im Kanton Zürich laut SECO nämlich. Die könnten dann auch einen repräsentativen Beitrag leisten.
Frauenquoten sind aberwitzig; entweder das Geschlecht spielt bei der Anstellung eine Rolle oder eben nicht. Wenn es das tun soll, dann handelt man gerade entgegen der Idee von Gleichberechtigung weil nicht mehr nur die Qualifikation im Vordergrund steht.
Frau Meier ist sich offenbar nicht bewusst, dass es zutiefst asozial ist, Frauen generell als Opfer von Benachteiligung durch Männer hinzustellen. Die Taktik mit aggressiven Schuldzuweisungen funktioniert aber bis anhin, weil die Behauptungen nicht genau unter die Lupe genommen werden (wollen).

Im vorliegenden Fall kann ich nur empfehlen, die heutige Frauen/Männer-Verteilung beim TA mit der Geschlechterverteilung bei den Bewerbungen zu vergleichen (obwohl diese keine Rolle spielt, sondern um zu zeigen, dass niemand benachteiligt wird).

Ralf Mösi

Nur dumm, dass Jill Abramson von der New York Times eine Frau ist und Julian Assanges Verhältnis zu Frauen stark umstritten ist...

Daniel Becker

"Ist also die Verbesserung des Arbeitsklimas Ihre Hauptmotivation, mehr Frauen an Bord zu holen? - Nein. Es geht vor allem ums Prinzip, um einen demokratischen Prozess, um Chancengleichheit."

"Von Quoten-Gegnern hört man oft das Argument, dass eine Frauenquote diskriminierend gegenüber Männern ist. - Ja, aber das ist mir egal."

Widerspricht sich das nicht? Ich persönlich würde auch die Tatsache unterstützten, dass das Verhältnis zwischen Männern und Frauen bei 50/50 liegen würde, aber die Argumentation folgt wohl innerlich einem anderen Ziel.
Wären dann anonyme Bewerbungen nicht die bessere Lösung?

Tim Klitzeck

Faktencheck Süddeutsche II: Die haben mehrere Korrespondentenposten mit Männern besetzt, gerade Nairobi, demnächst New York.

Joe Sticher

Angst, Tom Tomsen ist es wohl kaum. Es ist vielmehr diese aus der Luft gegriffene Behauptung von der Bevorteilung von Männern, die aber keinerlei Zusammenhang zum Familienrecht herstellen will.
Na los, wo ist die Frau, die dauerhaft nach Nairobi will? Ich höre immer nur Live/Work-Balance und Vereinbarung von Kind und Job.
Männer haben im Trennungsfall bekanntlich das Nachsehen in Sachen Kinder und Unterhalt. Soll heißen: sie sehen sie - wenn überhaupt - wann Mutter will und zahlen. Hier liesse sich mittels Gesetz einiges in Richtung gleiche Rechte - gleiche Pflichten steuern – wenn Frau denn wirklich nach Nairobi und nicht lieber nach Hause wollte.

Ron Stahl

Angst macht mir die klammheimliche Etablierung des orwellschen Doppeldenks. Die Schlussfolgerung, dass aufgrund der vermeintlichen Bevorzugung der einen Gruppe nun die Bevorzugung der anderen ein Mehr an individueller Gleichberechtigung schafft, ist dermaßen haarsträubend unlogisch, dass es nur noch zum Fürchten ist.

Es bleiben eigentlich nur zwei Möglichkeiten: Entweder, die Apologeten dieses Unsinns sind so verbohrt/einfältig, dass ihnen die zynische Absurdität dieses Unterfangens (Ungerechtigkeit wird mit dem falschen Siegel der Gerechtigkeit versehen) wirklich nicht bewusst ist oder sie nehmen diese auf lange Sicht brandgefährliche Deformationsakrobatik in Kauf, um sich einen Vorteil zu verschaffen.

Heiko Schmid

Schön, dass sich die Blick Redaktion geschlossen hinter ihre Chefin ad-Interim stellt. Und typisch, dass die CEOs sie weghaben wollen.

Heiko Schmid

Schön, ich kann Frau Meier nur gratulieren zu Ihrem Mut.

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