Als Wolfgang Büchner Geschäfsführer der «Blick»-Gruppe wurde, lief er direkt über den Zürichsee ins Pressehaus. «Ein europäischer Top-Journalist», schwärmte Ringier-CEO Marc Walder über den neuen Messias. Grund für die Hochachtung: Büchner war 15 Monate lang «Spiegel»-Chefredaktor. Mehr geht nicht: «Den Beatles anzugehören», schwärmte einmal Paul Mc Cartney, «ist wie auf dem Mond zu stehen». Oder das deutsche Nachrichtenmagazin zu leiten.
Nach einem knappen Jahr ist alles vorbei. Der hochgelobte Deutsche kündete, um ins beschauliche Hannover zu wechseln. Diesmal ging er nicht über den See, sondern durch den Hinterausgang. Absolut freiwillig und aus privaten Gründe, so Ringier. Was auch stimmt. Doch die zeitnahe Ernennung von AZ-Chefredaktor Christian Dorer zum neuen «SonntagsBlick»-Chef heizte die Gerüchteküche an und erweckte - fälschlicherweise - den Eindruck, sie sei der Auslöser für Büchners Abgang.
Wie es auch sei: Ringier bleibt das spannendste Verlagshaus der Schweiz. Nach Thomas Passen, Caroline Thoma, Florian Fels, Michael Voss und Roland Kühne geht mit Büchner ein weiterer «Blick»-Geschäftsführer von Bord. Zusammen mit den Ex-Chefredaktoren und -Redaktorinnen können sie ein eigenes Fussballteam bilden. Ein bisschen salopp formuliert: Der «FC Hollywood» vom Seefeld.
Fazit nach einer bewegten Woche: Dorer kommt, Büchner geht. Nur einer bleibt: Frank A. Meyer. Dieser sitzt in Berlin und hat den neuen SoBli-Chefredaktor protegiert. Eines weiss der abtretende Messias nach seiner kurzen Schweiz-Erfahrung: Es gibt auch noch Gott.
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15.08.2016 18:12 Uhr



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Blick: Abgang eines Messias