Angenommen, man kürzt Ihren Lohn um die Hälfte, dann sind Sie – gelinde gesagt - irritiert. Dasselbe droht den Chefmanagern der Post, der SBB und der Swisscom, vorausgesetzt die «Pro Service Public»-Initiative wird angenommen. Doch den Mann, der die Bundesbetriebe auf ihre Urform zurückstutzen will, haben die Topmanager wohl noch nie zu Gesicht bekommen: Initiant René Schuhmacher, ist der diskreteste Grossverleger der Schweiz.
Ein Anti-Köppel: Interviews gibt er selten, beim Verlegerverband war er lange persona non grata. Dafür erreicht er mit seinen Magazinen Saldo und K-Tipp über eine Million Leser, viele davon unzufrieden. Vor sechs Jahren feierte er mit der «Rentenklau»-Initiative einen triumphalen Sieg.
Dasselbe könnte sich im Juni wiederholen. Obwohl vom ganzen Politkuchen einhellig abgelehnt, liegt die «Pro Service Public»-Initiative nach jüngsten Umfragen vorne. Der Kieselstein könnte schon bald einen Tsunami auslösen. Eine Annahme würde mehr als nur die Kaderlöhne ändern. Doch die Gegner schlafen, alle sprechen von Grundeinkommen, Milchkuh und Asyl. Doch die Musik spielt anderswo: nämlich bei der «Pro Service Public»-Initiative.
Momentan läuft das Rennen für Schuhmacher. Indirekte Unterstützung bekommt er jetzt von ungewohnter Seite. Bundesrätin Leuthard rüffelte die SBB wegen dem schwachen Internetempfang in den Zügen. Das sei mehr als peinlich, so die Medienministerin. Eine Steilvorlage für Schuhmacher, der einen starken Service public fordert? Wohl kaum. Im öffentlichen Verkehr, so erklärte dieser einmal, benutze er sein Handy nie.



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Matthias Ackeret: Der diskreteste Grossverleger auf Siegerstrasse