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Matthias Ackeret: Kachelmanns Comeback

Die Rede ist von Deutschlands berühmtestem Wetterfrosch, Jörg Kachelmann. Nach den verheerenden Umwettern von letzter Woche wirft dieser seinem ehemaligen Arbeitgeber ARD vor, nicht genügend gewarnt zu haben. Kachelmann twittert: «Es ist unglaublich. Wenn es Tote gibt, haben auch @DasErste @SWRdirekt und @BR_Presse diese auf dem Gewissen.» Es gibt Tote. Für Kachelmann ist dies – in Anspielung auf den grössten Politskandal der amerikanischen Geschichte – das «Hochwatergate». Die grosse ARD steht unter Rechtfertigungsdruck. Je härter der Vorwurf, desto schlechter das Gewissen.
 
Eine Ansage mit Prinzip: Kachelmann hat als erster – und bislang einziger im deutschsprachigen Raum erkannt – dass man nicht nur über das Wetter, sondern auch über deren Interpreten sprechen muss. So warf er vor zwei Jahren dem Intendanten des WDR vor, ein Mammutgewitter verschlafen zu haben. «Durch Ihr Nichtstun sind Sie mitverantwortlich, dass Menschen verletzt und getötet wurden», schrieb der Schaffhauser in einem offenen Brief. «Wäre der WDR in den USA tätig, würden jährlich Tausende Menschen in Hurricanes und Tornados sterben.»

Dagegen liess er gegenüber den einheimischen Meteorologen Milde walten. Als diese 2011 vor einem Mammutsturm warnten, der nicht eintrat, meinte er nur: «Es gibt keinen Weltuntergang à la Meteo Schweiz, die Beamten spinnen.» Verrückte Beamte und nachlässige Intendanten: für Kachelmann ist einer immer schuldig. Nur nicht das Wetter. «Es wäre wirklich unpraktisch," meinte Kachelmann einmal, «wenn es nie regnen würde in Deutschland.»

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