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: Über die wahre Macht der Medien

Wer etwas zu sagen glaubt, schreibt ein Buch. Obwohl man damit deutlich weniger Leser erreicht als mit einer Zeitung, ist es ein Statement. Frau Beller hat es gemacht, der deutsche Ex-Präsident Wulff – und jetzt der Verband Schweizer Medien mit seinem soeben erschienenen Werk "Medien und Öffentlichkeit".

Das Buch ist nicht nur attraktiv aufgemacht, es ist auch inhaltlich gelungen. Eine breit abgestützte Autorenschaft, die von der "WoZ"-Chefin bis zum "Weltwoche"-Verleger reicht, wagt eine Bestandsaufnahme der eigenen Branche.  Doch hätten dafür nicht ein paar medientheoretische Artikel gereicht?

Auch wenn es die beiden Herausgeber Norbert Neininger und Fredy Greuter nicht laut sagen, ihr "Weissbuch" ist die Antwort auf die oftmals realitätsfremden Ansprüche der Medienwissenschaft. Von "Demokratie", "Service public" und "digitaler Revolution" ist die Rede. Der Eindruck des Lesers: Man schreit ganz laut in den Wald hinein, um sich die Angst zu nehmen.

Doch diese Zweifel sind unberechtigt. Der Journalismus wird überleben, nur die Feindbilder haben geändert. Bei Roger Köppel ist es der Staat, bei Daniel Dunkel ("Schweizer Familie") die hauseigene Werbeabteilung, bei David Sieber die Verlegerkaste überhaupt.  Es sei höchste Zeit, dass diese wieder in ihre Produkte investieren, fordert Sieber, hauptberuflich Chefredaktor der "Südostschweiz". Ein Aufruf an den eigenen Verleger? Dieser heisst bekanntlich Hanspeter Lebrument und ist Präsident des Verbandes Schweizer Medien, welcher das "Weissbuch" – und damit Siebers eindringlichen Appell – finanziert. Das wäre nicht nur höchst konsequent, sondern auch der Beweis, dass er "sein" Buch wirklich gelesen hat. 

Medien und Öffentlichkeit, Zwischen Symbiose und Ablehnung, Hrsg. Fredy Greuter und Norbert Neininger, Verlag Neue Zürcher Zeitung, 2014

 

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