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: Uli Hoeness kommt!

Vergangene Woche: die merkwürdigste "Homestory" überhaupt. 150 Journalisten auf engstem Raum, der Gastgeber noch nicht anwesend. Der "Bild"-Reporter, auf dem Bett liegend, flätzt: "Hier würde ich es nicht einmal fünf Minuten aushalten." Die Strafanstalt Landsberg bereitet sich – medial ein bisschen fragwürdig – auf Uli Hoeness vor. Deutschland, deine Prozesse! Zuerst Wetterfrosch Kachelmann, später Ex-Bundespräsident Wulff – und jetzt – als mediale Steigerung  der Ex-Fussballweltmeister von 1974 und erfolgreichste Sportmanager der letzten 30 Jahre. Obwohl Kachelmann und Wulff freigesprochen wurden, war ihr gesellschaftlicher Sturz unvermeidlich.  Hoeness hingegen – obwohl zu dreieinhalb Jahren Gefängnis verurteilt – behandelt man erstaunlich sanft. Die Frage, woher die Millionen auf seinem Konto wirklich stammten, gilt in Deutschland fast schon als ehrenrührig. Die Staatsanwalt verzichtete auf einen Weiterzug, dem "Stern" wurden weitere Spekulationen per Richterschluss untersagt, "der Spiegel" ignoriert das Thema und der "Focus" hatte unterirdische Verkaufszahlen, als er das Thema nochmals aufbrachte. Lediglich "Tages-Anzeiger"-Wirtschaftsredaktor Bruno Schletti hat sich an Hoeness-Millionen festgebissen. Journalistisch gesprochen: Chapeau! Der Laie staunt: im Fussball scheint wirklich alles möglich. Als FC-Bayern-Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge 249 900 Euro Busse wegen der illegalen Einfuhr zweier geschenkter Rolex-Uhren bezahlen musste, wunderte sich die ganze Welt über den hohen Geldbetrag. Niemand stellte aber die Frage: wer schenkt Rummennigge in Katar eigentlich solch teuren Uhren?
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